Stadt gegen Freistaat

Die Stadt Senden fühlt sich unterbewertet und protestiert deshalb gegen die Neufassung des Landesentwicklungsplans. Um keine Wettbewerbsnachteile zu haben, wäre die Kommune gerne ein Mittelzentrum.

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Manager großer Konzerne prüfen mögliche neue Standorte nach fixen Kriterien, sagt der Sendenern Bürgermeister Kurt Baiker. Sie legten ein Raste an, durch das auf dem Papier nicht interessante Orte durchrauschen. Diese Vorgehensweise bereitet Kurt Baiker Sorgen. Denn seine Stadt war bisher auf dem Papier nur ein Siedlungsschwerpunkt. Sie ist nach dem reformierten Landesentwicklungsplan (LEP) nur noch ein Grundzentrum. Und damit aus der Ferne für Unternehmen uninteressant. Deshalb hat der Bauausschuss nun Widerspruch gegen die"zentrale Orteeinteilung" im neuen LEP eingelegt - und beantragt: Entweder das Oberzentrum Ulm/Neu-Ulm um Senden zu ergänzen, oder Senden als Mittelzentrum einzustufen.

Eine Ausweitung des Oberzentrums würde dieses stärken, meinte Baiker. Die alternative Einstufung als Mittelzentrum würde Senden"sozusagen eine Rating-Verbesserung" bringen. Nicht weiter besprochen wurde die dritte Option, zusammen mit der Stadt Vöhringen ein Mittelzentrum zu bilden. Denn Senden habe die geforderte Zentralität doch schon, übernehme bereits"zentralörtliche Versorgungsaufgaben" - und damit sind nicht nur die Einkaufszentren gemeint. Gibt es doch mit der Wirtschafts- und der Mittelschule auch große Bildungseinrichtungen. Überdies werde die Stadt nach der Wiedereröffnung der Bahnstrecke nach Weißenhorn ein Knotenpunkt für Bus- und Zugreisende aus der ganzen Region werden. Im LEP werde nicht berücksichtigt, dass sich die Stadt in den vergangenen 30 Jahren zu einem"florierenden Wirtschaftsstandort" entwickelt habe, schreibt die Stadtverwaltung in der Sitzungsvorlage.

Die Räte waren auf einer Linie mit dem Bürgermeister. CSU-Fraktionschef Walter Wörtz:"Auf der Strukturkarte kommt Senden gar nicht mehr vor!" Angesichts der von der Verwaltung vorgelegten Zahlen müsse etwas passieren. Die Kennziffern lassen erkennen, dass Senden viel Kaufkraft aus der Region anziehe und dort bezogen auf die Einwohner doppelt so viel Umsatz getätigt wird wie in Ulm."Wir investieren eine siebenstellige Summe in die S-Bahn. Die Einstufung ist deshalb nicht nachvollziehbar", sagte Sozialdemokrat Georg Schneider.

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