Spielplatz in Hauptstraße?

Weniger Autos, mehr Grün, vielleicht ein Ruhepol: So stellen sich die Sendener ihre Innenstadt vor. Zur Diskussion geladen hatte CSU-Mann Bögge.

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Die Sendener Innenstadt und ihre Problemstellen: Links die Harderstraße, wo sie in die Hauptstraße einmündet - eine Idee lautet, die Durchgangspiste hier zu kappen. Oben rechts das viel kritisierte Kopfsteinpflaster, darunter der oft leere Platz vor dem Bürgerhaus, rechts eine der trostlosen Ecken. Fotos: Volkmar Könneke (1)/Niko Dirner

Kathrin Bohe hätte gerne ein bisschen Augsburg in Senden. In der dritten Zukunftswerkstatt des CSU-Bürgermeisterkandidaten Raphael Bögge ging es am Donnerstag um die Innenstadt. Und Bohe, die neue evangelische Pfarrerin, regte an, für ein Café einen großen, autofreien Bereich in der Hauptstraße einzurichten. "So wie mein Lieblingscafé im Annahof in Augsburg, wo ich meine Kinder alleine spielen lassen kann." Aber auch die andere Position kam an dem Abend zur Sprache: Wer die Autos aussperrt, fördere das Ladensterben.

Bögge hatte alle Mühe, die laut vorgebrachten Positionen zu moderieren. Einig waren sich alle, dass sich etwas ändern sollte. Die Innenstadt sei "Beton", es sei "trostlos und dreckig", es gebe "zu viele Autos", es gehe "hektisch" zu, die Aufenthaltsqualität sei niedrig.

Architektin Manuela Huber plädierte dafür, die Hauptstraße für Autos zu sperren. Ulm habe das mit der Hirschstraße gemacht, und die Läden seien nicht pleitegegangen. Wer mit dem Auto kommen müsse, der könne es in die Bürgerhaus-Tiefgarage stellen und zu den Geschäften gehen. Huber erntete Protest: Senden sei nicht mit Ulm zu vergleichen. Und in Vöhringen schließe seit dem Bau der Umgehungsstraße ein Laden nach dem anderen. "Zum Arzt muss ich hinfahren können", wandte eine ältere Frau ein.

Herbert Ruf vom Verein Bürgerinteressen (Biss) brachte den Vorschlag auf, die Hauptstraße zu teilen, indem an der Einmündung der Harderstraße ein großer Spielplatz angelegt wird. So blieben die Geschäfte erreichbar, der Durchgangsverkehr aber würde ausgesperrt. "Das würde auch ein Ruhepol ergeben, der Senden so fehlt", begeisterte sich unter anderem eine junge Mutter dafür. Eine andere Idee lautete, aus der Hauptstraße ab der Rathaus-Kreuzung eine Einbahnstraße in Richtung Bahnhof zu machen. So könnte eine Fahrspur wegfallen und den Cafés für deren Außenbestuhlung zugeschlagen werden.

CSU-Fraktionschef Walter Wörtz plädierte dafür, einen "Mittelweg" zu gehen. Würden die Autos ausgesperrt, sei das ein "riesiger Standortnachteil" für die Cityhändler, die Geschäfte würden sich in den Sendener Norden verlagern, wo es kostenfrei Parkplätze en masse gibt. Er ergänzte: Da die Bahnschranke, die die Innenstadt nach Osten begrenzt, ab Dezember fast nur noch geschlossen sein wird, nehme der Durchgangsverkehr sowieso ab. Das biete die Chance, die Straße zu verkleinern, Parkplätze ab- und mehr Grün einzubauen. Die Stadträte hätten ja eine Verkehrsberuhigung beschlossen, die Verwaltung dieses aber bislang nicht umgesetzt. Bögge schlug einen einheitlichen Belag vor, alle Verkehrsteilnehmer sollten gleichberechtigt sein.

Im Umfeld des Bahnhofs könnten sich die Sendener mehr Parkplätze beiderseits der Schranke vorstellen, eine größere Poststelle, Toiletten und einen Brunnen.

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