Sonne kommt nicht überall an Bewertung von Energie-Standorten

Auf der Lehmgrube ist die Nutzung von Sonnenenergie willkommen. Als Carport-Photovoltaik auf dem Marienfried-Parkplatz nicht so ganz.

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Das Bild von Solarmodulen in Reihen über bis zu 180 Stellflächen für Autos ist den Pfaffenhofer Markträten fremd. Zu fremd, um sich mit einem Plan anfreunden zu können, mit dem die Verwaltungsspitze der Gebetsstätte von Marienfried am östlichen Ortsrand angeklopft hat. Vier bis fünf im Schnitt 50 bis 60 Meter breite, etwas mehr als 11 Meter tiefe Streifen von Carport-Anlagen hatte die zur Diskussion im Bauausschuss des Marktgemeinderats von Pfaffenhofen eingereicht. Eine 60 Meter lange Reihe ist bestückt mit schräg gestellten, die Carports überdachenden Photovoltaikmodulen mit einer Nennleistung von 100 Kilowattpeak.

Doch dem Projekt stehen verwaltungsrechtliche und willentliche Probleme entgegen. Für den Bereich gebe es einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan, der die Ausbauabsichten der Gebetsstätte regelt, informierte Bürgermeister Josef Walz im Bauausschuss. Im bisherigen Plan sind 245 Parkplätze vorgesehen - mit den solaren Carportplänen wären es noch 160 bis 180. "Hierbei handelt es sich um eine wesentliche Änderung der Planung", ergänzte Walz. Nicht nur wegen der Zahl der Plätze. Die Fläche sei als extensive Grünfläche angelegt, auf der das Regenwasser nach und nach und auf breiter Oberfläche versickern kann. Entstehen großflächig Solarzellen, überdecken diese den Boden, der das Wasser aufnehmen kann. Die Empfehlung der kommunalen Verwaltung lautete entsprechend: Eine Genehmigung des Projekts könne auf der Grundlage des bestehenden, vorhabenbezogenen Bebauungsplans nicht genehmigt werden. In jedem Fall wäre dafür eine Änderung des Bebauungsplans und möglicherweise des Flächennutzungsplans nötig.

Auch der politische Wille im Bauausschuss war dem Projekt nicht sonderlich gewogen. "So wünschenswert und sinnvoll erneuerbare Energie ist: Aber ins Erscheinungsbild der freien Natur passt sie nicht", eröffnete Bürgermeister Walz die Diskussion. Hans Kast (SPD) pflichtete bei, dass dieses Projekt der Wirkung entgegenstehe, die man an der dortigen Stelle erreichen will. "Es soll ein Ort der Ruhe und Begegnung sein." Die Marienfried-Verwaltung solle sich überlegen, "was sie sich selbst antut. Eine Katastrophe". Zudem wurde im Bauausschuss bezweifelt, dass sich die Gebetsstätten-Betreiber mit der Diözese in Augsburg überhaupt abgestimmt haben. Andreas Wöhrle (FWG) fügte hinzu, dass die Photovoltaiknutzung im Außenbereich auch bei der Landwirtschaft eingeschränkt worden sei. Die Markträte beschlossen einstimmig, gemäß Verwaltungsvorschlag zu verfahren.

Einstimmige Akzeptanz erfuhr ein Projekt, zu dem die Stadt Ichenhausen den Markt Pfaffenhofen um eine Stellungnahme bat: Ein Solarpark in einer ehemaligen Lehmgrube auf dem Gebiet des Teilorts Autenried. Südwestlich des Dorfes soll dort ein entsprechendes Sondergebiet ausgewiesen werden, informierte Walz. Von der Straße her werde die Anlage, realisiert von einem Investor, nicht zu sehen sein, sagte Walz. Auch das Ichenhauser Stadtrats-Gremium hatte in der Diskussion in früheren Beratungen Wert darauf gelegt, dass die Solarmodule nicht höher aufragen als die jetzt bestehende Geländeoberkante. Zwar sei die Fläche im Regionalplan Donau-Iller als Gebiet für die Gewinnung von Ton und Lehm vorgesehen - der Abbau sei allerdings schon abgeschlossen. In den vergangenen Jahren wurde dort hauptsächlich noch Kies und Sand gewonnen. An die 5,5 Hektar groß wird der "Solarpark Lehmgrube Wallenhauser Feld" sein, informierte Walz weiter. "Der Markt Pfaffenhofen ist nicht negativ betroffen und erhebt somit keinerlei Einwendungen gegen die Planung", las er den Beschlussvorschlag vor. Die Räte stimmten zu.

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