Soll Senden nur in Notlagen helfen?

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Sage und schreibe mehr als 20.000 Euro sind seit 2015 für die zunächst als Bürgerstiftung geplante und später in „Senden hilft“ umgewandelte Unterstützungs-Aktion zusammengekommen. Beim Verkauf von Weihnachtskarten etwa, beim Kinderflohmarkt, bei Neujahrskonzerten, durch Spenden. Das hat Bürgermeister Raphael Bögge jetzt dem Stadtrat berichtet. Er gab auch eine Übersicht darüber, wofür das Geld verwendet worden ist und werden soll – und dazu kamen einige kritische Anmerkungen aus dem Gremium.

Unstrittig war, dass die Aktion für eine bedürftige Familie die Beerdigungskosten für den verstorbenen Vater übernimmt, und der Überbrückungskredit für eine andere, wegen eines Brandes obdachlos gewordene Familie. Nicht so sehr gefielen einigen Stadträten vier andere von Bögge vorgetragene Posten: 3000 Euro als Zuschuss ans Rote Kreuz, die damit einen alten Wohnwagen zur Info- und Versorgungsstation ausbauen will. 2000 Euro an die Sendener Tafel, damit diese ihre Kunden zu Weihnachten mit kleinen Geschenken wie Servietten oder Waschmittel versorgen kann. 1000 Euro für ein Notruf­system für Bewohner des Hospizes in Illertissen, das ja auch Sendener Bürgern offen steht. Und 100 Euro pro Gruppe für den Kauf von Spielen oder Büchern für die Ganztags- und Mittagsbetreuungen an den Schulen.

Für Stiftung sparen

Für letzteres seien eher die Schulen und deren Fördervereine zuständig, meinte CSU-Fraktionsvorsitzende Claudia Schäfer-Rudolf. Das Rote Kreuz könne für den Wohnwagenumbau andere Töpfe anzapfen, oder bei der Stadtverwaltung einen Zuschuss beantragen. Man müsse aufpassen, dass mit der Aktion keine Parallelstruktur etwa zur Vereinsförderung aufgebaut wird. Es gehe vorrangig um die Unterstützung von in Not geratenen Menschen. Fraktionskollege Michael Hanser sah das genau so und ergänzte, das eingenommene Geld solle angespart werden – um es doch irgendwann als Grundstock für eine Stiftung einsetzen zu können. Was sich freilich erst bei höheren Zinsen lohnt.

Bögge entgegnete, die monierten Unterstützungen seien „einmalige Förderungen“ und dienten vor allem dazu, die Aktion „Senden hilft“ noch bekannter zu machen. Das klappe gut. „Wir kommen immer mehr in der gesellschaftlichen Mitte an.“ Es sei geplant, weitere Flyer zu verteilen.

Gefüllt 25.000 Euro legte die Stadt 2015 für eine Bürgerstiftung an. Weitere 5200 Euro kamen an Spenden. 2016 wurde die Stiftungsidee wegen der Mini-Zinsen aufgegeben, „Senden hilft“ entstand. Der Kassenstand wuchs auf 36.000 Euro, Ausgaben: 167 Euro. 2017 kamen 9270 Euro herein, Ausgaben: 1290 Euro. Derzeit sind fast 46.000 Euro in der Kasse. Über die Ausgaben entscheidet ein Gremium aus Vertretern von Kirchen, Asylkreis, sozialen Institutionen, Ärzten. Mitglied ist auch der Bürgermeister.

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