Soccer-Halle in Senden bleibt bestehen

Der Betreiber der Soccer-Halle unterm Dach des Einkaufszentrums in Senden stand vor dem Rauswurf. Es geht aber weiter – wenn die Finanzierung klappt.

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Sandro Netti hat eine monatelange Hängepartie hinter sich. Darf er mit mit seiner Fußballarena „Soccer me  locco“ unter dem Dach des Einkaufszentrums im Sendener Norden bleiben? Oder muss er raus? Aufgekommen war die Frage, da die Drogeriemarkt-Kette Müller als Eigentümerin eine umfangreiche Sanierung des Gebäudes Königsberger Straße/Kemptener Straße plant. Nun ist die Sache entschieden: Das höchstgelegene Fußballfeld im Raum Donau/Iller wird es weiterhin geben: Netti hat einen Vier-Jahres-Vertrag unterzeichnet.

Wie es zu dem Angebot kam, könne er nur erahnen, sagt der Allgäuer. Mutmaßlich habe seine Online-Petition und die geplante Medien-Offensive die Eigentümerin abgeschreckt. Denn für ihn war immer klar: Er will weitermachen. Seit 2014 betreibt der Heim- und Jugenderzieher immer über Herbst und Winter die Indoor-Arena unter dem Dach des Gebäudes. Dort treffen sich Hobby-Kicker, es finden Turniere statt, Betriebsfeiern, sogar Kindergeburtstage. Netti hat nach der Übernahme mehrere tausend Euro investiert. Da war die Halle schon vier Jahre Fußballplatz (zur Historie siehe Info-Kasten).

Damit ist es freilich nicht getan, weshalb die Wiedereröffnung im Herbst unter einem Vorbehalt steht, der Unternehmer eine Ausstiegsklausel im Vertrag hat: Netti muss über den Sommer 120.000 Euro auftreiben. Das Geld braucht er zum einen, um die beiden Kunstrasen-Felder zu erneuern. Nach zehn Jahren seien diese „in einem desolaten Zustand“, sagt der ehemalige Landesliga-Kicker. Netze, Tore, der Belag – alles müsse erneuert werden. Zudem wolle er eine moderne Lichtanlage mit LED-Strahlern installieren und die sanitären Anlagen auf Vordermann bringen.

Und viertens will Netti das dritte, derzeit als Tennisplatz ausgewiesene Spielfeld, in einen so genannten Multi-Court umbauen. Die Fläche, sagt er, sei allein so groß wie eine Dreifach-Turnhalle und eigne sich beispielsweise für Basketball, Badminton oder für richtiges Futsal, also die vom Weltfußballverband anerkannte Variante des Hallenfußballs.

Crowdfunding geplant

Zusammenbekommen will der Unternehmer das Geld über eine ausgeklügelte Crowdfunding-Kampagne. Wer etwa ein Stück Kunstrasen in den Maßen 50 auf 50 Zentimeter für 15 Euro sponsert, der bekommt eine Platzbuchung günstiger. Wer 100 Euro zuschießt, erhält eine Freistunde. Für 500 Euro gibt es einen Quadratmeter Bandenwerbung und eine Freistunde. Es gibt also immer einen Gegenwert, sagt Netti, deshalb versteht er die Unterstützung als „Mikrokredit oder kleinen Vorschuss“.

Netti stellt sich darauf ein, über den Sommer „tausende Gespräche“ zu führen. „Ich will meine Spieler als Multiplikatoren gewinnen.“ Vereins-, Hobby- und Jugendteams seien zumindest in der kalten Jahreszeit auf die Halle angewiesen. Er hoffe auch, die Stadt Senden als Großsponsor ins Boot holen zu können. Schließlich seien Hallenkapazitäten knapp in der Kommune.

Geschichte Sport im Müller-Kaufhaus über dem Adler-Modemarkt – der früher ein Mayer-Schuhgeschäft war – gibt’s schon lange. Bald nach dem Bau des Gebäudes Anfang der 70er wurde oben eine Tennishalle mit drei Plätzen eingerichtet. Früher gelangte man durch das Mayer-Geschäft hinauf. Als Mayer schloss, standen die Felder leer. Von 2002 bis 2008 pachtete Peter Zick, der auch Unterricht gab, die Fläche. Als er aufgab, übernahm ein Illertisser, baute bis 2010 zwei Kunstrasen-Felder ein: mit zwölf Tonnen Sand zur Fixierung des Rasens, acht Tonnen Granulat, Toren, Netzen rundum. Zudem zimmerte er einen Empfangsraum mit Theke und baute die Toiletten der einst auch unterm Dach eingerichteten Disco Gorki-Park um zu Duschen, Klos und Umkleidekabinen.

Sanierung Der Müller-Bau in Senden, der mit dem einem Investmentfonds gehörenden Einkaufszentrum Iller-Center verflochten ist, soll überarbeitet und mit einer neuen Fassade optisch aufgewertet werden. Alle Geschäfte, die beiden größten sind Filialen von Müller und Adler, bleiben erhalten. Unter dem bestehenden Parkdeck will Rewe einen rund 1800 Quadratmeter großen Supermarkt einrichten. Wann die Arbeiten beginnen, ist unklar. Bereits in vollem Gange ist der Umbau des südlichen Iller-Centers, dort wird der ehemalige Modepark in kleinere Geschäfte aufgeteilt, etwa für die Ketten Schiesser und S.Oliver.

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