Sicher auf dem Bauernhof

100 Kinder haben in Wullenstetten gelernt, was man auf einem Bauernhof tun kann. Und was man lieber bleiben lassen sollte.

|
Kinder haben viel darüber gelernt, wo auf einem Hof Gefahren lauern.  Foto: 

Wer hat alles einen Hof daheim und einen Schlepper“, fragt Stefan Greiser in die Runde der Sechs- bis Zwölfjährigen. Etwa die Hälfte heben einen Finger. Beim „Kindersicherheitstag auf dem Bauernhof“ am Samstag auf dem Hof der Familie Ölberger in Wullenstetten stehen Gefahren im Mittelpunkt, die Kindern in landwirtschaftlichen Betrieben drohen. Der rückwärtsfahrende Traktor mit Anhänger etwa. Greiser lässt Fotos herumgehen: Ein Kind versteckt sich hinter einem riesigen Traktorrad. Eine kleine Teilnehmerin schlägt erschrocken die Hände vors Gesicht. Allen ist  klar, dass so ein Versteckspiel böse enden kann.

Deshalb haben Stefan Greiser und Christian Schenk von der Land- und Forstwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft einen echten Schlepper mit Hänger als Test­objekt aufgestellt. „Sie sollen sehen, dass man eine ganze Schulklasse hinter dem Hänger verstecken kann, und der Fahrer sieht davon nichts“, sagt Greiser. Es sei denn, der Schlepper ist bereits mit einer Rückfahrkamera ausgestattet. Alle Kinder lernen das moderne Assistenzgerät kennen und dürfen vom Führerhaus in den Monitor schauen. Auch die toten Winkel an den Seiten werden vorgeführt. Dagegen helfen wiederum gewölbte Zusatzrückspiegel, lernen sie.

„Die Mädchen und Jungen sollen auch als Multiplikatoren dienen“, erläutert Robert Deininger von der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau. Viele Traktoren seien weder mit gewölbten Rückspiegeln, noch mit Rückfahrkameras ausgestattet. „Der Vater soll sich eine Rückfahrkamera anschaffen, das können die Kinder weitergeben“, sagt Deiniger. Im vergangenen Jahr seien in Bayern drei Unfälle mit Kindern und landwirtschaftlichen Fahrzeugen gemeldet worden. Die Versicherung hat den Sicherheitstag in Wullenstetten gemeinsam mit dem Bayerischen Bauernverband organisiert.

An weiteren Stationen lernen die Kinder, welche Gefahren von unsichtbaren und geruchlosen Silogasen ausgehen können. Was eine Kettensäge so alles kann, führt Josef Dreher vom Walderlebniszentrum in Roggenburg vor. Und welche Schutzkleidung beim Umgang mit der Säge stets zu tragen ist: Nämlich Helm, eine speziell verarbeitete Schutzhose, durch die eine Säge nicht durchkommt. Und Schuhe mit verstärkten Kappen an den Zehenspitzen. Die Sendener Bereitschaft des Bayerischen Roten Kreuzes ist mit einem Rettungswagen vor Ort. Kinder sehen dort, was passiert, wenn doch mal was schief geht und man vom Krankenwagen abgeholt wird. Bei den Einsatzfahrzeugen der Wullenstettener Wehr geht es darum, wie die Feuerwehr mit ihren unterschiedlichen Gerätschaften vorgeht.

Zum Abschluss gibt es noch zwei Vorführungen:  Einen Fettbrand, wie er in der Küche passieren kann. Und eine Wassermelone, die zerplatzt, als ein mit Hochdruck gepresster Strohballen auf sie herunterfällt. Die Lehre daraus: Kopf weg, wenn ein Ballen kommt. Am Ende der fünfstündigen Veranstaltung haben die Kinder einiges gelernt: „Dass es eine Rückfahrkamera für Anhänger gibt“, war Lisa (9) aus Ulm neu. Und Martin (9) aus Pfaffenhofen weiß nun, dass in Silos entstandene Gase sich leicht entzünden können.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Albi: Edeka übernimmt Mitarbeiter

Der Edeka-Verbund hat am Freitag das komplette Unternehmen der Albi GmbH & Co. KG in Bühlenhausen übernommen. weiter lesen