Sehnsüchtiges Warten auf DSDS-Sänger Daniele Negroni in Nersingen

Zu den knapp 2000 Einwohnern von Leibi zählt seit kurzem Daniele Negroni, bekannt aus der Sendung „Deutschland sucht den Superstar“. Das zieht Fans aus nah und fern an, nicht alle Anwohner sind begeistert.

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  • Waschechte Fans von Daniele Negroni (von links): Nadine Lilla, Patricia Schnetzer, Valerie Flentje und Jacqueline Strack. 1/2
    Waschechte Fans von Daniele Negroni (von links): Nadine Lilla, Patricia Schnetzer, Valerie Flentje und Jacqueline Strack. Foto: 
  • Die Sänger Daniele Negroni (links) aus Regensburg und Luca Hänni aus Uetendorf (Schweiz) im Finale der Castingshow "Deutschland sucht den Superstar". 2/2
    Die Sänger Daniele Negroni (links) aus Regensburg und Luca Hänni aus Uetendorf (Schweiz) im Finale der Castingshow "Deutschland sucht den Superstar". Foto: 
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Sie sitzen entspannt auf dem Gehweg, lehnen an den Metallstäben eines Gartenzaunes. Ihr Blick weicht nicht von dem Haus gegenüber. Irgendwann kommt er raus, davon sind Jacqueline Strack und Valerie Flentje überzeugt. Die beiden, die ihr Fachabitur gemacht und frei haben, sind aus Rheinland-Pfalz mit dem Zug angereist, um ihn zu sehen: den deutschsprachigen Italiener Daniele Negroni, 16 Jahre, zweiter Sieger der diesjährigen Staffel der RTL-Talentshow „Deutschland sucht den Superstar“.

Negroni und seine Familie haben sich in Nersingen angemeldet. Zu Einzelheiten könne er nichts sagen, erklärte Bürgermeister Erich Winkler. Die Familie wohnt in einem unauffälligen Haus im Ortsteil Leibi. Davon haben Strack und Flentje Wind bekommen. Wie? „Facebook ist die beste Quelle“, sagt Strack (19), die Negronis „Musik und ihn als Person“ toll findet. Auch auf dessen Homepage und verschiedenen Fanseiten stöberte sie. Während der Jung-Star selbst im Vorfeld nur bekannt gegeben habe, dass er nach Neu-Ulm zieht, kursierte rasch im Netz, dass es Leibi ist. „Wir haben uns durchgefragt und das Haus schnell gefunden“, sagt Flentje (18).

Bereits Ende voriger Woche waren zahlreiche junge Leute in den 2000-Seelen-Ortsteil gepilgert. „Auf einmal waren im sonst so ausgestorbenen Leibi größere Gruppen anzutreffen – sowohl Jungs als auch Mädels“, berichtet eine 35-Jährige, die eine Straße weiter wohnt. Von Aufregung oder Ärger habe sie nichts mitbekommen. Andere Nachbarn waren nicht angetan von der Belagerung. Einige Fans hätten bis in die Nacht ausgeharrt, heißt es, seien sehr laut gewesen.

Bei der Polizei Neu-Ulm gingen Sprecher Jürgen Salzmann zufolge in dieser Angelegenheit keine Beschwerden ein. Wenn der Verkehr nicht behindert wird und Unterhaltungen nicht zu laut sind, werde die Polizei die jungen Leute „stillschweigend dulden“. Sollte die Familie sich allerdings belagert fühlen, könne sie eine einstweilige Verfügung erwirken. Aber ob sich es der Jung-Star mit seinen eigenen Fans verscherzen will?

Während Strack und Flentje ausharren, fährt ein schwarzer Mercedes vor. „Das ist Danieles Mutter“, sagt Strack. Die beiden überlegen: Sollen sie hingehen? Ein Autogramm von Daniele hätten sie gern. Und mit ihm sprechen? Was würden sie sagen? „Das haben wir nicht besprochen.“ Die Mädels nehmen ihren Mut zusammen: „Ist Daniele da?“ Sie ernten einen bösen Blick: „Er ist die ganze Woche nicht da. Belagert unser Haus nicht. Das hat für Ärger mit den Nachbarn gesorgt.“ Die Presse müsse sich für Auskünfte ans Management wenden.

Patricia Schnetzer aus Blaubeuren und Nadine Lilla (19) aus Burlafingen bekommen das Gespräch mit. Ihr Auto parkt einige Meter entfernt. „Daniele ist da. Wir haben ihn heute morgen um zehn Uhr mit einem Mountainbike fahren sehen“, sagt Schnetzer (19). Alle vier wollen warten, an der nächsten Kreuzung. Und siehe da: Laut Schnetzer verlässt die Mutter mit Daniele und dessen kleinem Bruder das Haus kurz darauf. Die Fans harren noch zwei Stunden aus, dann ist es genug. „Vielleicht kommen wir nächste Woche nochmal“, sagt Schnetzer. Einen neuen Versuch schließen auch Strack und Flentje nicht aus – trotz ihres weiten Anfahrtsweges.

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