Weißenhorner Grundschulen: Ganztagsangebot läuft gut

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Mittagessen in der Ganztagsschule.  Foto: 

Vor zwei Monaten hat der offene Ganztag an den beiden Weißenhorner Grundschulen die bisherige Mittagsbetreuung abgelöst. Die Eltern freut das, müssen sie doch anders als früher nur für das Mittagessen und eine Betreuung über 16 Uhr hinaus und am Freitagnachmittag bezahlen. Das Interesse ist groß: Rund ein Drittel aller Weißenhorner Grundschüler besucht den offenen Ganztag.

An der Grundschule Nord sind dies 55 der rund 150 Schüler. Laut Schulleiter Markus Reiter gehen 23 Kinder in die Kurzgruppe bis 14 Uhr. In der Langgruppe bis 16 Uhr sind es 33 Kinder, eigentlich zu viele, was das Personal laut Reiter „ordentlich zum Ächzen“ bringt. Und es gibt sogar eine Warteliste: Eine zweite Langgruppe hat die Schule beantragt.

Schon jetzt geht es im Ganztag eng zu: Es gibt ein großes Zimmer, in dem die Kinder spielen und basteln können, dazu einen Nebenraum, in dem das Mittagessen eingenommen wird. Dazu gibt es einen Gruppenraum im Klassenzimmerbereich für die Hausaufgabenbetreuung, sagt Michaela Prenz, seit Jahren in der Mittagsbetreuung und jetzt im Ganztag tätig. Eine Mensa oder eine „ordentliche Schulküche“, wie sie laut Schulleiter Reiter gebraucht wird, gibt es nicht. Derzeit kommt das Essen für die Kinder der Grundschule Nord vom Gasthof Hirsch in Attenhofen und wird in Thermoboxen angeliefert.

Gespräche mit der Stadt, wie das Raumangebot auf die neuen Angebote abgestimmt werden kann, laufen, sagt Reiter. Wenigstens gebe es um die Grundschule Nord herum Platz für eine Erweiterung, auch das benachbarte Claretinerkolleg könne vielleicht einbezogen werden.

Die Weißenhorner Grundschüler haben vom Übergang der Mittagsbetreuung in den offenen Ganztag fast nichts mitbekommen: Das Personal ist dasselbe geblieben und wurde lediglich ergänzt. Die Eltern dagegen mussten sich erst daran gewöhnen, dass der offene Ganztag zwar viel kostengünstiger ist, aber anders als die Mittagsbetreuung als schulische Veranstaltung gilt. Und dass deshalb feste Regeln für Entschuldigungen und Abhol-Zeiten gelten: „Ein Kind früher abzuholen, weil die Oma zu Besuch gekommen ist, geht nicht mehr.“

Die Schulleiter selbst hatten gerade in den ersten Wochen einiges zu tun, sämtliche organisatorischen Anforderungen und Buchungswünsche der Eltern abzuarbeiten. Ein bis zwei Wochen habe der Ganztag ein „enormes Arbeitspensum“ für seine Schulleiterkollegin Silvia Janjanin von der Grundschule Süd und ihn bedeutet, erinnert sich Markus Reiter: Täglich hätten sie 10 bis 20 Buchungsänderungen bearbeiten müssen. Reiter ist froh über die gute Zusammenarbeit mit seinen Kollegin Silvia Janjanin: „Wir ziehen an einem Strang und haben einen sehr kurzen Draht.“

Nun soll der Ganztag an den Schulen durch eine Kooperation mit externen Partnern, etwa Vereinen, aufgewertet werden. Das nutze allen, findet Markus Reiter: Vereine oder auch die Musikschule müssten sich darauf einstellen, schon Grundschüler am Nachmittag immer mehr in der Schule anzutreffen: „Da läuft etwas Spannendes, da wird sich ganz viel verändern.“

Reiter sieht dies als Chance: Eine Ganztagsgrundschule, mit qualifiziertem Personal und einer kompetenten Hausaufgabenbetreuung mit direktem Kontakt zu den Lehrern, gebe allen Kindern dieselbe Bildungschance. Und mache den schulischen Erfolg weniger abhängig von den Möglichkeiten der Eltern, die Kinder zu unterstützen.

Betreuung Im offenen Ganztag schließt sich an den vormittäglichen Unterricht eine Betreuung am Nachmittag samt Hausaufgabenhilfe an. Mindestens zwei Buchungstage sind Pflicht, bezahlt werden müssen nur das Mittagessen und – falls gewünscht – eine Betreuung über 16 Uhr hinaus und am Freitagnachmittag. Den gebundenen Ganztag gibt es in Weißenhorn bisher nicht. In ihm sind Unterrichts- und Freizeit auf den Vor- und Nachmittag verteilt.

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