Schade! Kein neuer Weltrekord

Der Weltrekord der größten Frauenblaskapelle bleibt in der Schweiz. "Nur" 1134 Musikantinnen wollten beim Kreismusikfest in Hörenhausen einen neuen Rekord aufstellen. Exakt 213 Frauen zu wenig.

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  • Auch wenn es zum Weltrekord nicht reichte, der Massenchor war beeindruckend: 1134 Frauen musizierten gemeinsam. Fotos: Dieter Gräter 1/2
    Auch wenn es zum Weltrekord nicht reichte, der Massenchor war beeindruckend: 1134 Frauen musizierten gemeinsam. Fotos: Dieter Gräter
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    Bürgermeister Günther Karremann wachte an der Zählstelle.
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um die Mittagszeit trafen am Samstag die ersten Musikantinnen in Hörenhausen ein. In Uniform, Tracht oder nur in zivil strebten sie das kleine Dorf im Kreis Biberach an, seit einigen Tagen "Mekka der Blasmusik". Ihre Blas- oder Rhythmusinstrumente hatten die Musikerinnen natürlich im Gepäck. Altersgrenzen für den Versuch, den Weltrekord der mit 1346 Musikerinnen größten Blasmusikkapelle zu knacken, gab es keine. Wie zu hören war, zählte die jüngste Mitstreiterin gerade mal zwei Jahre.

Während am frühen Nachmittag im Festzelt die Musikkapelle Kirchhaslach zum "Warm-Up" aufspielte und schon da für ein "volles Haus" sorgte, marschierte nach und nach die musikalische Damenwelt auf. Fröhliche Mädels hielten auf den Kontrolleingang musizierend im Gänsemarsch zu. Am Kontrollpunkt achteten Schwendis Bürgermeister Günther Karremann und der CDU- Bundestagsabgeordnete Josef Rief darauf, dass die Mädchen den schwarzen Zähl-Buzzer nur einmal drückten. Außerdem waren die beiden Herren darauf eingestellt, bei einem geglückten Weltrekord das korrekte Erfüllen der Bedingungen zu testieren. Nur so gelangt man ins Guinessbuch der Rekorde. Doch daraus wurde nichts.

Als die Uhr wenige Minuten vor 18 Uhr zeigte, hatten die riesige zusammengewürfelte Frauenkapelle am Wiesenhang östlich der Weihung bereits Aufstellung genommen und schon einmal mit hoch gestreckten Instrumenten eine La-Ola-Welle gestartet. Noch zuversichtlich grüßten die Musikerinnen die zahlreichen Besucher.

Wolfgang Thanner, Vorsitzender des Musikvereins, der auf einer Hebebühne hoch über den Damen das Mikrofon ergriff, hatte dann aber keine gute Nachricht. Zum Bedauern aller musste er verkünden, dass es zu keinem neuen Weltrekord gereicht habe. Die Teilnehmerinnen, die aus ganz Baden-Württemberg, Oberschwaben und Bayern gekommen waren, erfuhren, dass 1134 Frauen registriert wurden. Der Rekord mit 1346 Frauen des Schweizer Vereins "Musig Lenggenwil" vom Mai 2011 hat also weiter Bestand. Trostworte hatte Thanner dennoch: "Ihr seid zwar nicht die größte Frauenblaskapelle der Welt, aber die schönste", rief er den enttäuschten Damen zu.

Aals Elisabeth Maier von den Musikvereinen Rot und Hüttisheim den Taktstock erhob und die weibliche Massenkapelle die Polka "Auf der Vogelwiese" intonierte, ließ die Enttäuschung über den missglückten Rekordversuch nach. In der Abendsonne klatschten und sangen die Zuschauer mit und applaudierten kräftig. Dem Marsch "Der Böhmischen Traum", dirigiert von der Leiterin der Stadtkapelle Dietenheim, Christina Klampfl, folgte ein musikalisches Bonbon: Der Marschmelodie "Dem Land Tirol die Treue", hatte der gastgebende Musikverein Hörenhausen einen Weltrekordtext unterlegt. Aus 1134 Kehlen erklang: "Nach Hörenhausen sind wir heut gekommen, ein Instrument hat jede mit dabei; wir sind die größte Frauenkapelle und spielen für Euch - wir sind so frei". Den unwahren Refrain nahm den Frauen niemand übel: "Wir knacken ihn, wir holen den Rekord, heim ins schöne Schwabenland - so muss es sein". Bei der Zugabe ließ Christina Klampfl noch ihre schöne Singstimme erschallen.

Wolfgang Thanner, der Landesmusikdirektor Franz Barthold, den Musikdirektoren und Dirigenten Bruno Seitz, Erwin Gutmann und Erwin Nehlich, sowie Landesdirigent Dieter Böck vom Bayerischen Blasmusikverband für ihr Kommen als Wertungsrichter dankte, verkündete der Frauenblaskapelle, dass ihnen die gestrengen Richter für ihren Auftritt im Rahmen des Rekordversuchs die Note "Hervorragend" zubilligen.

Beschlossen wurde der Samstag mit dem Stimmungsabend "Frauenpower Life", bei dem die Damenband "Die Bayerische Sieben" alle Register ihres Könnens zogen. Fußball verrückte Damen samt Begleiter kamen im Nebenzelt auf ihre Kosten, wo via Großleinwand den Sieg der deutschen Fußballmannschaft mitgefeiert wurde. Der Musikverein Hörenhausen konnte nach dem stimmungsvollen Freitag, bei dem 5500 Jugendliche eine VR-Partynacht gefeiert hatten, einen weiteren "Tag der Superlative" für das Kreismusikfest bilanzieren.

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