Roggenburger Ocker für Ostseite

Zwischenstand bei der Klostersanierung in Roggenburg. Der Osttrakt ist entkernt und wird neu aufgebaut: Böden, Fresken, Stuck und Fassade.

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  • Auch der Osttrakt des Roggenburger Klosters ist entkernt. Von Hausschwamm befallene und nicht mehr tragfähige Holzbauteile sind entfernt und durch neue Balken ersetzt worden - auf dem Foto links unten ist das Treppenhaus zu sehen. Nun haben die Restauratorinnen und Restauratoren, Maler, Elektriker und Bodenleger ihr Werk in der historischen Baustelle begonnen. Fotos: Volkmar Könneke 1/2
    Auch der Osttrakt des Roggenburger Klosters ist entkernt. Von Hausschwamm befallene und nicht mehr tragfähige Holzbauteile sind entfernt und durch neue Balken ersetzt worden - auf dem Foto links unten ist das Treppenhaus zu sehen. Nun haben die Restauratorinnen und Restauratoren, Maler, Elektriker und Bodenleger ihr Werk in der historischen Baustelle begonnen. Fotos: Volkmar Könneke
  • Denkmalfachmann Bernt von Hagen hat Pater Gilbert eine Spende von 110 000 Euro für die Roggenburger Klostersanierung mitgebracht. 2/2
    Denkmalfachmann Bernt von Hagen hat Pater Gilbert eine Spende von 110 000 Euro für die Roggenburger Klostersanierung mitgebracht.
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Hausschwamm, Kabel im Fresko und Preziosen unter Millimetern dicker Farbe: Die Renovierung alter Gebäude birgt immer Überraschungen. Die grundlegende Sanierung eines Jahrhunderte alten Klosters noch viel mehr - wie eine Führung mit Pater Gilbert Kraus durch den Osttrakt des Roggenburger Prämonstratenser-Klosters zeigt.

Gerade erzählt der Provisor noch, dass im früheren Refektorium noch ein paar Fresken freizulegen sind. Doch da sieht er ein Kabel aus der Stelle ragen. Ein paar Telefonate später ist klar: Es bleibt unter Putz verborgen, stört keine der wertvollen Wanddarstellungen. Zurzeit sind einige unter altem Gips verborgen, ein paar Bleistiftkreuze zeigen die Stelle in der Decke an. "Früher war dort eine Zwischenwand, um den Raum zu unterteilen", erzählt Pater Gilbert, der Ökonom der Roggenburger Prämonstratenser, die in den 80er Jahren das Kloster wieder bezogen haben. Nach dem Zweiten Weltkrieg waren in dem Kloster Vertriebene und Flüchtlinge untergebracht. Die gestrige Führung durch das Kloster veranstaltet Pater Gilbert aus Anlass einer Spende der Deutschen Stiftung Denkmalschutz: Der pensionierte Denkmalpfleger Bernt von Hagen hat im Namen der Stiftung 110 000 Euro für die Sanierung der Ostfassade des Klosters gegeben. Die neuen Fenster - Nachbauten eines einzigen erhaltenen Originalstücks - sind bereits eingebaut. Die Wandfarbe ist dem Originalanstrich des 18. Jahrhunderts nachempfunden: Roggenburger Ocker. "Der Farbton ist auch auf einer historischen Kloster-Darstellung auf einem Fresko in der Dorfkirche in Ingstetten zu sehen." Ebenso in Breitenthal. "Die Menschen haben früher für die Farbgebung die Sande der Gegend verwendet", ergänzt Bernt von Hagen.

Die Restaurierung der Fresken und weiterer unter altem Putz und Farbe auftauchenden Schätze hat begonnen. Der zweite Bauabschnitt, der Osttrakt, ist entkernt. Auch dort galt es, viel Holz auszutauschen. "Alles vom Hausschwamm befallen: Von außen sieht ein Balken ganz gut aus, aber innen ist er verfault." Treppen, Balken, Deckenverstrebungen waren von dem Pilz befallen und nicht mehr belastbar. Im Frühjahr 2013 soll auch der Osttrakt des Klosters restauriert sein. Im Erdgeschoss wird dann die Klosterverwaltung untergebracht. Im ersten Stock sind Büros der zur Zeit 13 Roggenburger Prämonstratenser geplant. Im zweiten Geschoss und unter dem Dach sind "Schlafräume für insgesamt 25 Mitbrüder geplant", sagt Pater Gilbert. Dort, unter dem Dach, wird auch die Bibliothek sein.

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