Risikoanalyse für Nersingen Firma erarbeitet Feuerwehrbedarfsplan

Ein objektiver, nicht mit den Kommandanten verbandelter Gutachter hilft Nersingen beim Erstellen des Feuerwehrbedarfsplanes. Kosten: 15 300 Euro.

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Mit dem Feuerwehrbedarfsplan hat er ein heißes Eisen angepackt. Und das weiß er ganz genau. Deshalb holte Michael Ott alle Beteiligten an einen Tisch: die Kommandanten der drei Nersinger Wehren sowie Vertreter der Gemeinderatsfraktionen. Der Kämmerer hofft, dass alle die Ergebnisse und Lösungen, die am Ende rauskommen, mittragen.

Ott hatte kurz nach seinem Amtsantritt im Februar von Bürgermeister Erich Winkler den Auftrag erhalten, den Bedarfsplan zu entwickeln. Weil sich die Nersinger Wehren teilweise gegeneinander ausspielten, war Ott auf der Suche nach"objektiven, nicht aus der Region stammenden, nicht mit den Kommandanten verbandelten Sachverständigen".

Zwei Unternehmen stellten sich der Arbeitsgruppe vor. Den Zuschlag erhielt"Luelf& Rinke Sicherheitsberatung" aus Nordrhein-Westfalen."Das ist der Mercedes unter den Beratungsfirmen", sagt Ott. Die Arbeit sei professionell-fundiert. Für ein Honorar von 15 300 Euro kann die Gemeinde das auch erwarten. Das Engagement hatte der Gemeinderat Ende Juni einstimmig abgesegnet. Er war der Empfehlung der Arbeitsgruppe gefolgt.

"Die Grundangst der Kommandanten bestand darin, dass die Bedarfsplanung ein Ergebnis darstellt, das wir als Gemeinde wollen", erzählt Ott. Will heißen: Geld sparen."Das ist aber nicht so." Es könne durchaus sein, dass die Gemeinde sogar mehr Geld in die Hand nehmen müsse - wenn Bedarf bestehe. Es gehe darum, den Haushalt bis 2017 besser überblicken zu können.

Bürgermeister Winkler lobt die"konstruktive Arbeit" der Gruppe. Das Thema sei"sensibel und manchmal emotional". Für ihn ist Transparenz entscheidend:"Die Gemeinde will nichts im stillen Kämmerchen erarbeiten." Die Planung dürfe"nicht in der Schublade verschwinden" - egal, wie sie ausfällt.

In einem ersten Schritt werden per Fragebogen Daten erhoben. Zum einenüber das Personal der Wehren: Aktiv sind in Nersingen 43 Erwachsene und 3 Jugendliche, in Straß 44 Erwachsene und 10 Jugendliche, in Fahlheim 44 Erwachsene und 15 Jugendliche. Zudem werden Ausstattung, Fahrzeuge, Feuerwehrhäuser begutachtet. Auch Informationen über bisherige Einsätze - ob ehertagsüber oder nachts, ob mehr Wohngebäude oder Unfälle - sind wichtig. Ziel ist es herauszufinden, wie viele Kräfte in wie vielen Minuten an der Einsatzstelle sein können und in wie viel Prozent aller Fälle das gewährleistet ist.

Im Herbst will ein Mitarbeiter der Beratungsfirma mit den Kommandanten je zwei Stunden die Gemeinde abfahren: Betriebe, Schulen,öffentliche Einrichtungen. Daraus soll eine Risikoanalyse entstehen, die Gefahrenstellen aufzeigt. Im Anschluss entscheidet die Projektgruppe, wie es weitergeht. Bisher lief die Arbeit reibungslos. Ott:"Alle sitzen friedlich an einem Tisch." Spannend wird sein, wie sich die Kommandanten verhalten, wenn es ans Eingemachte geht und Liebgewonnenes verlorengeht.

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