Rechtzeitig zu Ostern boomt der Geflügelmarkt

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Betrieb auf dem Geflügelmarkt in Illertissen und auch Josef Sauter ist dabei: Nach viermonatiger Stallpflicht dürfen dort wieder Hühner, Enten und Gänse verkauft werden.  Foto: 

Schon eine halbe Stunde bevor die Türen zum Geflügelmarkt in Illertissen öffnen, ist die Schlange
50 Meter lang. „Es war ein unglaubliches Geschäft“, sagt Peter Sametschek, der Vorsitzende des Geflügelzuchtvereins, Stunden später, als die Händler ihre Hühner wieder in die Transportboxen packen. Zumindest die wenigen, die nicht den Besitzer gewechselt haben. Denn seit drei Wochen herrscht wieder reger Betrieb auf dem Illertisser Markt, einem der größten in ganz Süddeutschland.

„Die Leute standen in den Startlöchern“, kommentiert  Sametschek den Andrang. Schließlich lief der Betrieb die vergangenen 17 Sonntage nur auf Sparflamme: Lediglich Kaninchen und Hasen durften verkauft werden. Die Geflügelpest zwang auch den Freistaat Bayern, die Stallpflicht zu verhängen. Seit dem 18. November 2016 durfte kein Geflügel mehr vor die Stalltür. In allen bayerischen Regierungsbezirken wurde die Pest bei Wildvögeln und in vier Regierungsbezirken auch beim Nutzgeflügel nachgewiesen.

Weil nun aber die Zahlen der nachgewiesenen Fälle von Vogelgrippe kontinuierlich zurückgehen, dürfen seit dem 16. März die meisten Hühner, Gänse und Enten wieder ins Freie.

Auch der Hobbyzüchter Josef Sauter aus Untereichen steht nun wieder wöchentlich auf dem Geflügelmarkt in Illertissen. Seit mehr als 30 Jahren betreibt er eine Hobbyzucht mit den Geflügelrassen Blausperber, Grünleger, Marans, Italiener, Sussex weiß-columbiafarbig und Haubenhühner. Jede hat ihre eigene Eierfarbe, etwa grün, schoko, cremefarbig und auch weiß. So plötzlich wie die Stallpflicht über die Medien ausgerufen wurde, endete sie auch wieder, meinte Sauter. Seine Hühner seien zwar an den Auslauf auf dem großen Grundstück mit dem saftig-grünen Rasen gewohnt gewesen. Aber mit ein paar Tricks wie Stroh und trockener Einstreu hätten sie sich in den vergangenen Monaten auch im Stall ganz wohl gefühlt, meint er. „Hühner brauchen halt Beschäftigung. Als ich dann den Stall wieder geöffnet habe, wollten die schon fast nicht mehr raus und haben mich ganz blöd angeschaut“, sagt Sauter und lacht.

Nur ein Spottpreis

Aber nicht alle Geflügelhalter hatten wie Sauter mit einem riesigen Stall so gute Voraussetzungen die Stallpflicht für die Tiere angenehm zu gestalten. Rund zwei Drittel seines Bestandes musste ein Halter, der nicht mit Namen genannt werden, abgeben. Sonst wäre es zu eng geworden für seine Tiere.

Für sein Geflügel habe er nur einen Spottpreis erhalten, keiner wollte kaufen. „Rund 70 Prozent der Einnahmen sind uns weggefallen“, weiß auch Sametschek, der als Taubenzüchter ebenfalls von der behördlich verhängten Stallpflicht betroffen war. Zwar mussten Taubenzüchter ihre Tiere nur in den Käfigen lassen, wenn gleichzeitig eine Hühnerhaltung vorlag, „aber die meisten richteten sich nach der Empfehlung, doch alle Tiere drinnen zu lassen“, meint Sametschek.

Der Markt in Illertissen ist nicht nur ein großer, sondern gilt auch als besonders hygienisch. Vorsichtsmaßnahmen, wie die Kontrolle von Impfzeugnissen und Desinfektionsmatten sind an der Tagesordnung. Sametschek ist foh, dass jetzt wieder alles normal läuft: „Gerade das Ostergeschäft ist immer das stärkste im Jahr.“

Gesetze In Baden-Württemberg darf das Federvieh seit drei Wochen wieder raus an die frische Luft. Die Stallpflicht wegen der Vogelgrippe  galt zunächst vom 17. November 2016 bis 31. Januar 2017. In einzelnen Gebieten mit erhöhtem Vogelgripperisiko wurde sie bis zum 15. März verlängert.  Trotz einer hohen Zahl infizierter Wildvögel ist Baden-Württemberg glimpflich davongekommen. Nutzgeflügel war gar nicht nicht betroffen. Kein Züchter musste seinen Geflügelbestand wegen der Vogelgrippe töten. lms

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