Realschule wird erste „Fairtrade School“ Illertissens

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Symbolträchtig sensibilisierte die Theatergruppe der Johannes-von-La Salle-Realschule die Besucher mit einer Aufführung, was „Fairtrade“ (fairer Handel) bedeutet. Das war schließlich Inhalt der Auszeichnung, die die Realschule als erste Schule Illertissens am Dienstag erhielt. Die Schauspieler zeigten also eine Szene in der Dritten Welt und eine hier im Supermarkt, und verknüpften diese beiden Szenen dann miteinander. Anschließend ging ein Schüler zu den Besuchern und erfragte deren Bedeutung des Wortes „fair“. Die Antworten waren vielschichtig, führten aber zu dem Ergebnis: einen anständigen und respektvollen Umgang miteinander pflegen.

Darauf stieg Schulleiterin Michaela Lobermeier ein, die vor allem die Problematik in Entwicklungsländern in den Vordergrund rückte. Dort gehe es um Hunger, Not, Verzweiflung und Hilflosigkeit, wenn Waren keinen fairen Preis erhielten. Darum sei sie stolz auf die Schülerinnen und Schüler, die Fairtrade-Artikel in den Pausen verkaufen. „Die Schüler machen das freiwillig und gerne“, sagte Lobermeier und dankte auch den Lehrern, die den beteiligten Schülern für dieses Engagement teilweise frei gegeben hätten, sowie allen weiteren Beteiligten des schulischen Fairtrade-Teams.

Kerstin Breymaier schloss sich der Argumentation der Schulleiterin an. Die städtische Hauptamtsleiterin, die die Koordination für Illertissen zur Fairtrade-Stadt übernahm, hob heraus, dass die Johannes-von-La Salle-Realschule die erste Schule in der Stadt sei, die zur „Fairtrade-School“ ausgezeichnet werde. Damit habe die Realschule die Ausrichtung der Stadt eingenommen, die diese Auszeichnung im Jahr 2015 erhalten hat. Stolz könne die Schule auf die kurze Vorlaufzeit sein: „Während die Stadt bis zur Urkundenübergabe ein Jahr gebraucht hat, hat dies die Realschule in nur drei Monaten geschafft.“ Ein besonderer Dank gelte der Lehrerin Milena Breibisch, die dies als Leiterin des Fairtrade-Teams mit großen Engagement vorangetrieben habe.

Kolping-Vorsitzender Anton Dürr blickte zurück auf die Anfänge des „Eine-Welt-Ladens St. Martin“, der mit seinen Produkten Zulieferer für den Verkauf an der Realschule ist. Die Initialzündung sei von der Pfarrgemeinde in den 1970er Jahren ausgegangen. Damals schon sei es um gerechten Lohn, soziale Sicherheit und Schulbildung für Kinder in der Dritten Welt gegangen. Im Jahr 2003 gründete Kolping dann den „Eine-Welt-Laden“, der sich seither sehr positiv entwickelt habe. Der erste Überschuss von 1000 Euro wurde auf zuletzt 24 000 Euro gesteigert. Damit würden Projekte in der Dritten Welt unterstützt.

Regina Exl vom „Eine-Welt-Laden“ gratulierte insbesondere den Schülern für ihren unermüdlichen Einsatz. Einige der Aktionen zählte sie auf wie Interviews mit Passanten, Preisvergleiche, Schokoladen-Probiertests, Verkäufe in der Vorweihnachtszeit, Tag der offen Tür und Elternsprechtagen. Als letzte Gruppe kamen die Schüler der Fairtrade-Teams selbst noch zu Wort. Schüler der Klassen 6a/c, 7a/b/c, 8b und 9c stellten ihre Aufgaben und Tätigkeiten vor, die sie übernehmen, seit sie in der Arbeitsgemeinschaft sind.

Kerstin Breymaier überreichte schließlich die Urkunde „Fairtrade School“ an die Vertreter der Schule.

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