Ratlos beim Thema Kindergartenbau

Wo und mit wem soll die Stadt Senden die erforderlichen Plätze bauen? Das sollten die Stadträte jetzt festlegen. Doch offenbar ist noch nicht einmal klar, wer alles im Spiel ist.

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Wird es in Senden bald zwei neue Kindergärten geben?  Foto: 

Eigentlich ist die Sitzungsvorlage klar. „Herr Pfarrer Spiegel hat schriftlich mitgeteilt, dass seitens der Kath. Kirchenstiftung keine weitere Trägerschaft mehr angestrebt wird“, fasst die Stadtverwaltung dem Bildungsausschuss die Ausgangslage für den Bau zweier neuer Kindergärten in Senden zusammen. Die Position der Lebenshilfe Donau-Iller lautet: „Für den Betrieb einer weiteren Kindertagesstätte ist ... kein Raum.“ Blieben nur die katholische Pfarrstiftung Wullenstetten als Träger, die evangelische Gemeinde, die Johanniter-Unfallhilfe, die Arbeiterwohlfahrt. Doch in der Sitzung ergab sich eine ganz andere Situation.

Claudia Schäfer-Rudolf, CSU, berichtete, ihrer Fraktion hätten Lebenshilfe und katholische Pfarrstiftung „andere Signale gesandt“. Beide stünden bereit als Kindergarten-Träger, und beide hätten Vorteile: Für die Kirche könnte die Diözese bauen, die Stadt wäre entlastet. Auch die Lebenshilfe würde neben dem Heilpädagogischen Zentrum selbst bauen, ein Haus für behinderte und nicht-behinderte Kinder.

Beide Angebote habe er nicht schriftlich, entgegnete Walter Gentner vom Fachbereich Schulen. Von der Kirchenstiftung sei zwar um 10.13 Uhr eine Mail eingegangen, in welcher „unter Umständen“ eine weitere Trägerschaft für möglich erklärt wird. Details kenne er nicht. Um die Absage der Lebenshilfe zu dokumentieren, zitierte er aus einer E-Mail von Bürgermeister Raphael Bögge an Lebenshilfe-Geschäftsführer Jürgen Heinz.

Diese Mails kenne er nicht, sagte Andreas Frimmel von der Lebenshilfe in der Sitzung. Ihm habe Heinz gesagt, die Organisation stehe bereit für vier integrative Kindergartengruppen und zwei integrative Krippengruppen. Die Stadträte schimpften, für eine Entscheidung fehlten Informationen. Sie einigten sich darauf, dass die Stadt mit Kirche und Lebenshilfe Gespräche aufnehmen und die Fraktionschefs beteiligen soll. Klar wurde: Die Mehrheit ist für zwei neue Kindergärten – einen auf dem Webereiareal, einen in Wullenstetten. Nur die Freien Wähler sind für die Groß-Lösung auf dem Webereigelände. Wie es zu den Missverständnissen kam? Bürgermeister Bögge kann dazu nichts sagen, er ist im Urlaub.

Pfarrer Stephan Spiegel habe zunächst tatsächlich abgewunken, weil St. Christophorus schon so groß ist, erklärte Kirchenpfleger Peter Kaiser am Mittwoch. Und weil die Stadt die neue Betriebskostenvereinbarung für die Kitas nicht unterschrieb. Da nun die Kirche erneut um Trägerschaft gebeten wurde, und Zweiter Bürgermeister Josef Ölberger die Vereinbarung unterschrieben hat, stehe man bereit. Frimmel räumte am Mittwoch ein, dass es mit der Lebenshilfe schwierig sei, viele Kindergartenplätze zu schaffen: Integrative Gruppen seien bis um zu zehn Kinder kleiner als „normale“ Gruppen. Daher setze der Bürgermeister, der auf Wirtschaftlichkeit achten muss, vielleicht auf andere Anbieter.

Bis zum Jahr 2020 fehlen in Senden mindestens sechs Kindergarten- und vier Krippengruppen. Als mögliche Standorte werden genannt: 1. Der nördliche Bereich des Webereigeländes westlich oder östlich des Studer-Hauses – um sich möglichst wenig des als Entwicklungsfläche betrachteten Areals zu verbauen. 2. Der nördliche Eingangsbereich des Stadtparkes. 3. Mehrere Grundstücke in Wullenstetten – diese sind aber teils in privater Hand, Verhandlungen laufen. Eine Groß-Kita mit zehn Gruppen und 200 Kindern hält von den angefragten Anbietern nur die Johanniter-Unfallfhilfe für denkbar.

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