Rat lehnt Asylheim im Dammweg ab

Der Elchinger Gemeinderat hat die geplante Asylunterkunft im Dammweg abgelehnt - paradoxerweise aus humanitären Gründen. Sie kommt trotzdem.

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Schon in der Sitzung im Oktober hatten die Mitglieder des Elchinger Gemeinderats ihre ablehnende Haltung signalisiert. Das Thema Asylunterkunft im Dammweg in Unterelchingen war jedoch in den Arbeitskreis (AK) Bau verwiesen worden. Für diesen trug Andreas Mayr von den Freien Wählern Elchingen (FWE) die Ergebnisse in der jüngsten Sitzung des Rats vor.

Im Gespräch mit Investor und Landratsamt hätten die AK-Mitglieder kritisiert, dass die Fläche für 66 Bewohner zu gering sei. Es gebe zu wenig Sanitäranlagen, ein Gemeinschaftsraum fehle komplett, ebenso ein Spielzimmer für Kinder. Martin Mommers vom Landratsamt erklärte jedoch laut Mayr, dass baurechtlich maximal 66 Bewohner zulässig seien. In der Praxis werde die Zahl wohl darunter liegen. In jedem Fall sei ein ehemaliges Betriebsgebäude wie im Dammweg einer Turnhalle vorzuziehen. Ein Gemeinschaftsraum - das zeige die Praxis - werde ohnehin nicht gut angenommen. Die neuen Flüchtlinge könnten ja auch den Raum im Ex-Gasthof Adler nutzen, wo schon rund 80 Asylbewerber untergebracht sind.

Diese Positionen stießen auf Ablehnung: "Die Erwartungen aus humanitärer Sicht sind noch nicht erfüllt", sagte Bürgermeister Joachim Eisenkolb. Neben Achim Götz (CSU) sah das Johann Gröger (FWE) ähnlich. Aus der AK-Beratung sei "zu wenig herausgekommen", erklärte Gröger. Der soziale Friede sei im Ort gefährdet. "Wir sagen ja zu Asyl - aber nicht unter diesen Bedingungen", stellte Gröger fest.

Manfred Bittner von der Elchinger Umweltliste (Eule) assistierte: "Wir dürfen keine Szenarien schaffen, die der Bevölkerung Angst machen." Das geschehe aber mit einer "Überbelegung". In anderen Orten habe so etwas schon zu Messerattacken unter den Bewohnern geführt. Aus Sicht von Karin Danzer (Eule) ist Unterelchingen mit dann bald fast 150 Flüchtlingen "überbelegt".

Das Gremium lehnte den Bauantrag der Firma Eraslan einstimmig ab, wobei das Landratsamt sich darüber letztlich hinwegsetzen kann. Zuvor hatte der Bauausschuss direkten Anwohnern im Dammweg einen zwei Meter hohen Sichtschutz einstimmig genehmigt. Die Mitglieder zeigten Verständnis. Auch Karin Batke, die aber ergänzte: "Ich hoffe, dass das nicht die Stimmung in dem Gebiet widerspiegelt."

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