Projekt "Eichenstraße" in Elchingen: "Kein ganz billiges Baugebiet"

Wohnraum ist in Elchingen ein knappes Gut, insbesondere bezahlbarer. Gemeinde und ein Ulmer Bauträger treiben das Baugebiet "Eichenstraße" voran. Keine Luxuslage, aber auch nicht ganz billig.

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  • Dicht bewachsen ist das ehemalige Raab-Karcher-Gelände zwischen Eichenstraße, Bahnlinie und Netto-Markt. Im Frühjahr kommenden Jahres wird das Neubaugebiet erschlossen. Foto: Volkmar Könneke 1/2
    Dicht bewachsen ist das ehemalige Raab-Karcher-Gelände zwischen Eichenstraße, Bahnlinie und Netto-Markt. Im Frühjahr kommenden Jahres wird das Neubaugebiet erschlossen. Foto: Volkmar Könneke
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Wer in Elchingen bauen oder eine Wohnung kaufen will, hat mitunter ein Problem: Das Angebot in der Gemeinde ist nicht unbedingt üppig. Oder für Normalverdiener schlicht nicht erschwinglich - niedrige Zinsen hin oder her. In Thalfingen wurde zuletzt der "Weiße Berg" aufwendig erschlossen und bebaut, ein "Wohngebiet für gehobene Ansprüche", wie es mehrfach in Ratssitzungen hieß.

Für Gutbetuchte also. 250 Euro pro Quadratmeter hat etwa die Gemeinde Elchingen für ihre Bauplätze verlangt, für ein Sahnestück am Hang sogar 295 Euro. Macht dort bei knapp 700 Quadratmetern mehr als 200 000 Euro - allein für den Bauplatz. Da winken Durchschnittsfamilien schon lange ab, für sie ist das nicht zu stemmen.

Wo also hin, wenn man etwa in Thalfingen bleiben möchte? Was ist mit dem Baugebiet an der Eichenstraße, entlang der Bahnlinie auf dem ehemaligen Raab-Karcher-Gelände? "Kein 1-A-Standort, aber auch kein ganz billiges Baugebiet", sagte Stadtplaner Erwin Zint im Gemeinderat, in dem über das Bauvorhaben und insbesondere über den Schallschutz gesprochen wurde.

Viele Jahre lang hatte sich die Gemeinde vergeblich um einen Investor bemüht, der Ulmer Bauträger Casa Nova wird das rund 1,2 Hektar große Gebiet mit Reihenhäusern und Wohngebäuden bebauen, die Gemeinde verkauft fünf Bauplätze für Einfamilienhäuser (wir berichteten). Im kommenden Frühjahr soll die Erschließung beginnen. "Dort können auch Menschen bauen, die nicht so einen dicken Geldbeutel haben", sagte Stadtplaner Zint. Bürgermeister Joachim Eisenkolb sieht "eine gute Balance zwischen Bebaubarkeit und günstigem Wohnraum".

Allzu schmal sollte das Portmonee aber auch wieder nicht sein. "Wir sind kein Billiganbieter", sagte Casa-Nova-Geschäftsführer Otmar Hirschmann auf Anfrage. So seien die Neubauten etwa in der Energieeffizienz "im oberen Bereich" angesiedelt. Einige werden seniorengerecht ausgebaut. Weil das Projekt noch in Arbeit ist, kann er nur eine grobe Spanne für die Preisgestaltung geben. Die Reihenhäuser mit zwei oder drei Geschossen entlang der Bahnlinie werden demnach ab 300 000 Euro verkauft werden, der Quadratmeterpreis für die Wohnungen in den Geschossbauten wird sich wohl zwischen 2500 und 2800 Euro bewegen. Zum Vergleich: Im Böfinger Baugebiet "Lettenwald" werden zwischen 3200 und 3500 Euro aufgerufen - Preise wie in der Ulmer Innenstadt. Wie viel die Gemeinde für ihre Bauplätze verlangen wird, entscheide der Gemeinderat, sagte Hermann Gulde aus der Finanzverwaltung. Er schätzt, dass der Preis unter 200 Euro pro Quadratmeter liegen wird. Die mit rund 370 bis 430 Quadratmetern zudem nicht allzu großen Grundstücke werden bevorzugt an Elchinger Bauherren vergeben. Diese können darauf dann gemäß den Bauvorschriften frei planen und bauen.

Aber lässt es sich überhaupt entspannt leben, wenn am Küchenfenster in einem Abstand von gut 20 Metern Züge vorbeirauschen? "Die Gläser werden nicht am Schrank scheppern", erklärte Zint im Rat. Die Reihenhäuser entlang der Bahnlinie werden so geschnitten, dass sensible Räume von der Strecke abgewandt sind. Die Häuser mit einer Wohnfläche zwischen 120 und 160 Quadratmetern bekommen Schallschutzfenster, eine zusätzliche Belüftung und einen Außenputz, der Lärm schluckt. So bildet die Häuserzeile auch einen Schutzwall für die Gebäude dahinter.

Was auf dem Raab-Karcher-Gelände zwischen Bahnstrecke und Eichenstraße entsteht
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