Ohne Zwang zur Energiewende

Zwang und Druck sind nicht unbedingt hilfreich, um die Energiewende in Illertissen weiter umzusetzen. Besser geeignet sind Überzeugungsarbeit und finanzielle Anreize, sagen jedenfalls Fachleute.

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    Wolfgang Ostermann (SPD) ist für eine Anschubhilfe der Stadt. Foto: 
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    Bürgermeister Jürgen Eisen (CSU) will ohne Zwang entscheiden. Foto: 
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Der Energienutzungsplan ist ein vom Freistaat Bayern mit 70 Prozent Zuschuss gefördertes Programm, um in den Kommunen die Energiewende voran zu treiben. In dem Zusammenhang hat die Münchner Firma Greentech in Illertissen drei Maßnahmen untersucht: ein Energieversorgungskonzept für das neue Baugebiet Tiefenbach Süd, eine Wärmeinsel für den Bereich Rathaus, Schranne und Feuerwehrgerätehaus sowie ein Nahwärmenetz für Tiefenbach.

Ergebnis der Untersuchung: Die Stadt kann bei ihren kommunalen Liegenschaften mit gutem Beispiel vorangehen, sollte aber private Bauherren nicht über Bauleitplanungen zu bestimmten Maßnahmen zwingen. "Im Vergleich zu strukturell ähnlichen Städten liegt Illertissen beim Energieverbrauch und den so genannten Treibhausgasemissionen trotz des hohen Bedarfs der Industrie im Mittelfeld. Die kommunalen Liegenschaften sind bereits auf einem energetisch guten Stand", hieß es.

Weitere Ausbaumöglichkeiten gebe es überdies in den Bereichen Photovoltaik und oberflächennahe Geothermie. Diese könnten von der Stadt im privaten Sektor aber nur indirekt beeinflusst werden. Wichtig sei die Information der Bürger.

Für das neue Wohngebiet Tiefenbach Süd bezogen empfiehlt sich nach Ansicht der Fachleute beispielsweise die Energieversorgung mittels Photovoltaik und Wärmepumpen. Da eine solche Heizung jedoch im Anschaffungswert teurer ist als etwa eine konventionelle Ölheizung, empfehlen die Energie-Experten eine Anschub-Finanzierung von der Stadt. Im Ortskern von Tiefenbach sei eine wirtschaftlich erfolgreiche Energieversorgung mit Hilfe eines Biomasse-Heizwerks zu erreichen. Für detaillierte Planungen gebe es Fördermöglichkeiten.

Für den Bereich Schranne, Rathaus, Feuerwehrhaus wurden verschiedene Varianten einer Wärmeinsel untersucht. Ergebnis: Durch den Einsatz eines Erdgas- Blockheizkraftwerks wäre jährlich eine Reduktion der Treibhausgase um 50 Tonnen zu erreichen. Damit würde die Stadt durchaus eine Vorbildfunktion einnehmen. Allerdings könne ein solches Kraftwerk nur rentabel betrieben werden, wenn auch der Strom zum Großteil im Eigenverbrauch genutzt werde.

Nach der Präsentation fasste der dritte Bürgermeister Wolfgang Ostermann (SPD) das Ergebnis so zusammen: Bei den städtischen Liegenschaften habe die Stadt die Möglichkeit, beispielgebend zu wirken. In Tiefenbach brauche es Mut, um für die Bürger eine Anschub-Finanzierung zu beschließen. Ein Nahwärmenetz für den Tiefenbacher Ortskern steht für ihn außer jeder Diskussion. Bürgermeister Jürgen Eisen (CSU) bestätigte: Tiefenbach Süd eigne sich für neue Wege der Energiegewinnung - aber ohne Zwang und Druck. Das heißt, wenn dem Papier der Firma Greentech Taten folgen sollen, muss der Stadtrat jetzt Entscheidungen treffen.

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