Neuer Hospizverein sucht ehrenamtliche Helfer

In zwei Wochen gründet sich ein Hospizverein in Nersingen. Das dortige Seniorenzentrum und die Ökumenische Sozialstation Elchingen engagieren sich.

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Der Bedarf ist da. Daran besteht für Marion Deml und Petra Neubert vom Seniorenzentrum Nersingen sowie für Ralf Waidner, dem Leiter des Thalfinger Pflegeheims Haus Tobit, kein Zweifel. Die drei sind die treibenden Kräfte hinter einem Projekt, das keine kommunalen Grenzen kennt. Sie wollen sterbenden Menschen die letzten Tage erleichtern - und Angehörige entlasten. Daher gründet sich in zwei Wochen der "Ökumenische Hildegard Hospizverein" (siehe Infokasten). Die Idee dazu hatte Sigrun Rose, die Zweite Vorsitzende des Diakonischen Werks Neu-Ulm.

Hintergrund ist, dass es zwischen Ulm und Günzburg noch kein vergleichbares Angebot gibt - weder im stationären noch im ambulanten Bereich. "Wenn sich Menschen nachts in der akuten Sterbephase befinden, müssen noch 39 andere Heimbewohner versorgt werden", erklärt Petra Neubert, die Leiterin des Seniorenzentrums Nersingen. Für Pflegekräfte bleibe da wenig Zeit, sich um die Sterbenden zu kümmern. Ähnlich knapp bemessen sei das Zeitbudget im ambulanten Bereich. Zudem spiele das Thema "Sterben und Tod" in der dreijährigen Pflege-Ausbildung nur eine untergeordnete Rolle.

An diesem Punkt soll der neue Verein ansetzen. Zwar kommen schon heute ehrenamtliche Helfer zum Einsatz - aber ohne tiefgründigen Vorkenntnisse. "Bei uns sollen Ehrenamtliche zu Hospiz- und Trauerbegleitern ausgebildet werden", sagt Marion Deml, die Beauftragte für Palliativ- und Hospizarbeit der Diakonie. Von einer zertifizierten Fachkraft, und zwar nicht in Konkurrenz zu den Pflege-Einrichtungen, sondern als Ergänzung. Speziell bei Hospizbegleitern sei eine umfassende Ausbildung nötig: 120 theoretische Stunden - plus Pflegepraktikum und Besuch im Altenheim sowie Besprechungen nach Einsätzen - seien wichtig, um nicht durch Unsicherheiten im Umgang mit Sterbenden mehr Schaden anzurichten als Nutzen zu bringen.

Und wie viele Ehrenamtliche sollen sich finden? "So viele wie möglich", sagt Deml. Bisher hat eine Mitarbeiterin des Seniorenzentrums die Fortbildung absolviert. Deml selbst will Ende Mai fertig sein. Die Kurse erstrecken sich über ein dreiviertel Jahr. Das ist auch der Grund, warum der neue Verein laut Deml erst Anfang 2013 "richtig durchstarten" kann. Pflegerische Kenntnisse müsse übrigens kein Ehrenamtlicher mitbringen, weil er oder sie niemanden wird pflegen müssen.

Die Elchinger Einrichtungen sind laut Ralf Waidner, der auch Geschäftsführer des ambulanten Bereichs der Ökumenischen Sozialstation ist, noch nicht so weit. Er wolle seine Mitarbeiter bald "sensibilisieren". Pflicht wird eine Fortbildung zum Hospizbegleiter aber für niemanden sein - weder rechts noch links der Donau.

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