Nebel und Lärm befürchtet

2018 soll es in Betrieb sein, das neue Gas- und Dampfturbinenkraftwerk der Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm in Leipheim. Vorausgesetzt, die finanziellen Rahmenbedingungen verbessern sich, sagt SWU-Chef Matthias Berz.

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"Unter den gegebenen finanziellen Umständen können wir nicht bauen. Aber wir wollen bauen. Deshalb planen wir." Das rief SWU-Chef Matthias Berz in der Leipheimer Güssenhalle den Besuchern der Informationsveranstaltung zu. Es ging um das geplante Gas- und Dampfturbinenkraftwerk, das die SWU auf dem Gelände des früheren Leipheimer Fliegerhorsts bauen wollen. Vor allem nahe und etwas weiter entfernte Nachbarn der künftigen Anlage waren erschienen."Gas- und Dampfturbinenkraftwerke haben den niedrigsten Kohlendioxidausstoß", berichtete Jürgen Schäffner, technische Geschäftsführer der Tochtergesellschaft SWU Energie. Und sie gelten als idealer Partner von erneuerbaren Energien, um die Versorgung zu sichern, weil ihre Leistung schnell hochgefahren werden kann, wenn die Ausbeute der Solaranlagen und Windräder gering ist.

Der Standort Leipheim sei für eine solche Anlage bestens geeignet, berichtete Schäffner: günstige Infrastruktur, großer Abstand zur Wohnbebauung, geringer Abstand zur Donau, aus der das Kühlwasser entnommen werden soll, geringer Abstand zur 380-Kilovolt-Starkstromleitung, in die eingespeist werden soll. Der Schornstein soll maximal 80 Meter hoch werden, alle anderen Gebäude zwischen 55 und 30 Meter.

Eine so große Anlage hat auch Auswirkungen auf die Umwelt, räumte Schäffner ein."Aber es gibt für jede auch eine technische Lösung." Wie sich eine solche Anlage auf die Luft und die Nebelbildung auswirken wird, beispielsweise durch den Nasskühlturm, das soll bis Ende des Jahres konkretisiert werden.

Als nächste Schritte auf dem Weg zur Genehmigung des großen Gas- und Dampfturbinenkraftwerks müssen der Flächennutzungsplan fortgeschrieben und ein Bebauungsplan aufgestellt werden. Die Vorentwürfe dieser Pläne werden vom 23. Juli bis 24. August in den Rathäusern in Günzburg und Leipheim sowie imLandratsamt Günzburg ausgelegt, vom 6. August bis zum 7. September in Bubesheim. Und die Stadtwerke sind dabei, eine Trasse für die Wasserleitung zur Donau zu planen. Denn die Anlage wird mit Donauwasser gekühlt werden. Der im Gaskraftwerk produzierte Strom soll möglichst über eine Erdleitungins Hochspannungsnetz eingespeist werden.

Was die Zuhörer bewegte:

Die Stadtwerke sollenüber Alternativen zum Nasszellenkühler nachdenken, baten zwei Anwohner. Die heute geplante Kühlung könnte zur künstlichen Nebelbildung beitragen, befürchteten sie. Wäre ein Hybridkühler nicht günstiger?

Er wäre lauter und weniger leistungsstark, argumentierten die SWU-Techniker.

Welchen Nutzen haben die Menschen in der Region von diesem Kraftwerk?

Versorgungssicherheit in Sachen Strom, sagt Matthias Berz. Denn das Gaskraftwerk arbeitet auch, wenn kein Wind weht und keine Sonne scheint.

Wie sieht es mit den Schadstoffen aus, die in die Luft gepustet werden?

Alle Grenzwerte werden eingehalten, versichert Projektleiter Peter Wilker.

Gibt es Subventionen für den Bau der Anlage?

Nein, gibt es leider nicht, sagt Matthias Berz.

Sollte eine solche Anlage nicht besser auf das frei werdende Gelände des Kernkraftwerks Gundremmingen gestellt werden, wenn diese ohnedies 2017 und 2021 abgeschaltet wird?

Das ist aus Sicherheitsgründen nicht erlaubt, berichtete Schäffner.

Wird es einen zusätzlichen Autobahnanschluss in Bubesheim geben, um für Verkehrsentlastung zu sorgen?

"Ja, das wollen wir", sagte der Günzburger Landrat Hubert Hafner. Aber das werde nur gelingen, wenn sich die Bubesheimer einig sind."Das ist leider nicht der Fall."

Kann die Abwärme nicht genutzt werden, beispielsweise für die Heizung eines Industriegebiets?

Technisch ist das kein Problem, sagte Schäffner. Dafür muss die Anlage aber auch verlässlich ständig laufen, nicht nur stundenweise.

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