Nach Kommandostab nun Notenschlüssel - Paul Altenhöfer jetzt Pensionär

Christ und Berufssoldat, Musiker und Militärmanager, engagiert in Kirchen und Kommunen. Paul Altenhöfer ist in Kirchberg eine Institution.

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Paul Altenhöfer an der Querflöte.  Foto: 

Längst ist er in Kirchberg eine feste Institution: Paul Altenhöfer, streitbarer stellvertretender Bürgermeister, fachlich versierter Kommunalpolitiker und Kenner der heimischen Natur. Und Franke obendrein. Der ehemalige Standortkommandant in Laupheim, damals noch in der Heeresfliegerkaserne, feierte nun seinen ersten Jahreswechsel als Pensionär.

Verweigern oder nicht? Das war für den jungen Paul eine schwierige Frage. "Überzeugt hat mich dann mein Vater, der sagte, man dürfe die Bundeswehr nicht den Militaristen überlassen", sagt Altenhöfer. Gute Vorgesetzte hätten ihn später überzeugt, erst Zeit- und später Berufssoldat zu werden.

In München studierte Altenhöfer dann Berufs- und Wirtschaftspädagogik; für einen angehenden Hubschrauberpiloten ein recht exotisches Fach. "Mir war die Kommunikation mit Menschen schon immer ein großes Anliegen", beteuert er, gerade im strikt hierarchischen Aufbau der Bundeswehr. Nach vielen Umzügen und mindestens ebenso vielen Verwendungen, auch in Elite-Einsatzgruppen, landete Altenhöfer schließlich 2002 in Laupheim, wo er Standortkommandant wurde. Sesshaft wurde er im selben Jahr in Kirchberg, wo er sich 2010 als Bürgermeister bewarb und gegen den heutigen Amtsinhaber Jochen Stuben verlor.

Seine Karriere sei niemals vorgezeichnet gewesen. Nicht nur, weil er, wie er sagt, immer ein kritischer Geist blieb, sondern auch, weil Altenhöfer auch als Querflötist im Bundeswehr-Orchester hätte Karriere machen können. Schon während seiner Studienzeit gab der engagierte Christ als Solist oder mit anderen Konzerte in Münchener Kirchen. Auch wenn er heute nur noch sehr selten öffentlich auftritt, blieb ihm die Liebe zur Flöte erhalten, vor allem als Lehrer: Aktuell hat er zwölf Schüler, die ihn als verständnisvollen Lehrer schätzen. "Oberstleutnant bei den Heeresfliegern und zivile und sakrale Flötentöne: Das geht doch wunderbar zusammen", sagt der Pensionär.

Eine weitere Leidenschaft Altenhöfers ist das Pilgern. Noch während seiner aktiven Zeit begann er mit den ersten Etappen als Jakobspilger auf dem Weg nach Santiago de Compostella. Im Mai 2015 schließlich wanderte er mit seiner Frau von Lourdes, wo er an einer internationalen Soldatenwallfahrt teilgenommen hatte, fast 1000 Kilometer ans Grab des Apostel Jakobus - die letzten 200 Kilometer davon mit einem Achillessehnenanriss. "Aufgeben war nie ein Option für mich, solange ich nur einen Schritt laufen konnte", versicherte er.

Als Pensionär hat er sich noch stärker in die Arbeit in der Kirchengemeinde einbinden lassen. Krankenbesuche sind ihm ein wichtiges Anliegen. Denn: "Ich will mit Menschen reden, sie verstehen."

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