Musikverein: In Bubenhausen geht die Post ab

Der Musikverein feiert über drei Tage sein 60-jähriges Bestehen. 1957 bestand die Kapelle aus acht Mitgliedern, die noch nicht einmal eigene Instrumente hatten.

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Blasmusik mit Freunden: Unter diesem Motto spielten am Samstag vier Kapellen im Festzelt in Bubenhausen, darunter die Stadtkapelle Weißenhorn.    Foto: 

Helmut Dirr und Hermann Heinle strahlen. Zusammen mit Freunden sitzen sie am Samstagabend beim Geburtstagsfest des Musikvereins Bubenhausen und genießen ein kühles Getränk. „Eine wunderbare Feier“, findet der 79-jährige Dirr. Die beiden Bubenhauser kennen den Musikverein vom ersten Tag an: Im Frühjahr 1957 kamen sie zur Gründungsversammlung in den Gasthof „Adler“, zwei Jahre zuvor hatten sie sich bereits mit acht weiteren Musikern zu einer kleinen Kapelle zusammengetan. „Wir hatten kaum musikalische Vorkenntnisse und mussten auf Leih-Instrumente zurückgreifen“, erzählt Heinle.

Während die Urgesteine von der Vereinsgründung erzählen, geht im Festzelt die Post ab. Unter dem Motto „Blasmusik mit Freunden“ spielen vier Kapellen auf: Den Auftakt macht die Blaskapelle Biberachzell mit bekannten Märschen wie „Dem Land Tirol die Treue“. Anschließend stehen die Stadtkapelle Weißenhorn, der Musikverein Eintracht Attenhofen und die Schützenkapelle Wallenhausen auf der Bühne. Zwischen den Auftritten findet ein Witze-Wettbewerb statt. An den anderen zwei Fest-Abenden lassen es die Bubenhauser mit einer Party-Nacht und einem Gastspiel der Gruppe „Blech&Co“ krachen.

„Es ist immer schön, wenn sich Musiker treffen und ein kameradschaftliches Fest feiern“, findet Helmut Dirr. Der ehemalige Trompeter beendete zwar vor fünf Jahren seine aktive Laufbahn, packt aber zusammen mit Heinle immer noch bei der Organisation des Waldfestes mit an. Das fällt dieses Jahr wegen des runden Geburtstages deutlich größer aus. „Wir haben schon die ganze Woche beim Aufbau des Zeltes und der Küche geholfen“, erzählt Dirr.

An die Ursprünge der Blasmusik in Bubenhausen können sich aber weder Dirr noch Heinle erinnern: Laut der Vereinschronik wurde bereits im 19. Jahrhundert in dem Weißenhorner Ortsteil musiziert. Überliefert ist, dass im Jahr 1837 Musikinstrumente wie Hörner, Posaunen und Trompeten zu den kircheneigenen Gerätschaften gehörten. Die Gründung der örtlichen Kapelle erfolgte vor 60 Jahren durch den Oberlehrer Johann Elischer und den Organisten Max Kempfle. Beide waren sich damals einig, dass eine eigene Blaskapelle für ein Dorf notwendig sei.

Ein Meilenstein für den Musikverein war der Bau eines eigenen Probenraums 2013 und 2014. „Wir haben das Konzept mit angrenzendem Aufenthaltsraum selbst entworfen“, blickt der Vorsitzende Karl-Heinz Sailer zurück. Veränderungen gab es in den vergangenen Jahren auch bei der musikalischen Ausrichtung: Die Kapelle, die seit Oktober 2016 von Rainer Baur geleitet wird, hat sich auf Party- und Stimmungsauftritte spezialisiert. Ihr Können haben die Bubenhauser beim eigenen Geburtstagsfest allerdings nicht gezeigt. „Das Fest bedeutet einen großen Arbeitsaufwand für uns. Wir brauchen jedes Mitglied für einen reibungslosen Ablauf“, sagt Sailer. An den drei  Fest-Tagen seien rund 120 Helfer im Einsatz.

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