Musik und Tanz in Illertissen für alle Generationen

Blues, Kammermusik und Songs aus den Charts: Bis tief in die Nacht wurde in Illertissen am Montag gefeiert.

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  • Für jeden Geschmack war etwas dabei: Die Musikkappelle des Illertisser Kollegs mit über 50 Schülern bot schwungvolle Blasmusik im Illertisser Sparkassensaal.  1/2
    Für jeden Geschmack war etwas dabei: Die Musikkappelle des Illertisser Kollegs mit über 50 Schülern bot schwungvolle Blasmusik im Illertisser Sparkassensaal. Foto: 
  • Die „Bätscher Buam“ sorgten in der Weinhandlung für Stimmung. 2/2
    Die „Bätscher Buam“ sorgten in der Weinhandlung für Stimmung. Foto: 
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Der rheinische Karneval braucht dazu Kostüme und die Ulmer das Nabada. „Feiern können wir hier auch nur mit bloßer Musik“, sagte Hanne Mayer, die am Montagabend mit ihrem Freund über die Illertisser Hauptstraße flanierte. Mit ihr schlenderten tausende Menschen durch die Straßen der Innenstadt und suchten sich ihr Ziel anhand der Beats aus, die aus den Kneipen, Cafés, Bäckereien und Gasthäusern dröhnten.

Die dritte Auflage der Musiknacht brachte auch in diesem Jahr eine bunte Mischung aus Rock, Südstaatenmusik, Kammermusik und Partysound. „Und wir hätten nicht gedacht, dass es so früh schon so voll ist“, sagte der Betlinshausener Feuerwehrkommandant Franz Münzenrieder, der mit seiner Frau um acht Uhr vor der Schranne stand. „Letztes Jahr war so früh noch nicht so viel los“, meinte er erfreut. „Ein bisschen tanzen, überall mal reinschauen“, beschrieb seine Frau Margit ihren Plan für den Abend. „Und man trifft viele Bekannte.“

Offenbar war die ganze Stadt unterwegs: Mütter schoben Kinderwägen durch die Straßen; an den Ladenpfosten lehnten Jugendliche wie sonst nur am Wochenende in Ulm; Ü-40-Feiernde standen in Grüppchen und unterhielten sich angeregt; auch ältere Herrschaften mit Gehhilfen bahnten sich ihren Weg durch die Menge. Die ganze Stadt war eine Mehrgenerationen-Partymeile. So stand eine Menschentraube vor der Weinhandlung Vollmann, wo die Newcomer-Partyband „Bätscher Buam“ Party in Lederhosen mit einem Mix aus Stimmungshits, Volksmusik, Rock und Schlager machte. Schon um halb neun brauchte man rund 15 Minuten, um sich von draußen ins Innere des Weinkellers vorzuarbeiten; etwa  doppelt so lang musste man einplanen, um wieder nach draußen zu gelangen, weil immer mehr Menschen sich den Weg ins Innere des Weinkellers tanzten. Ähnlich in der Rosenstraße, wo Melissa Baimer mit ihren Freunden stand. „Wir warten einfach bis die älteren nicht mehr können, dann gehört die Halle uns“, sagte die 19-Jährige scherzhaft. Wohl wissend, dass auch der Weinkeller bis spät in die Nacht ein Mehrgenerationen-Ort bleiben wird. Im Gasthaus Krone konnte man gemütlich sitzen und Südstaatenmusik lauschen, in der Schranne sorgten die „Jungen Illertaler“ für einen rockigen Blasmusik-Sound, in der Bäckerei Häussler spielte die Band „Crossover“.

Auszeit in der Kirche

Wer einen Moment zum Ausruhen brauchte, fand in der Kirche St. Martin eine kleine Auszeit. Dort fand bis 22 Uhr ein ruhiges Lobpreiskonzert statt, und der Jugendpfarrer Daniel Rietzler verteilte mit den Jugendlichen Kerzen, die nach und nach die ganze Kirche in ein besinnliches Licht tauchten. Dort war auch Ulrich Müller, Vorsitzender vom BUND-Dietenheim: „Das hier ist der absolute Gegensatz zu den Rock-Krachern, bei denen einem fast die Ohren wegfliegen“, sagte er. Sein Fazit war aber fast durchweg positiv.

Gute Musik, lediglich an dem Buskonzept könne man noch nachbessern, ergänzte Müller. „Ich habe schon so viele Dietenheimer getroffen, die auch gerne mit dem Bus gekommen wären. Der Sonderfahrplan des Shuttlebus-Verkehrs bediente zwar die Illertisser Ortsteile, „Dietenheim aber bleibt dabei leider bisher noch außen vor. Das wäre eine Anregung für die Musiknacht im nächsten Jahr.“

Ursprung Zwei Mal schon war die Musiknacht in Illertissen ein Erfolg, die dritte Auflage scheint das noch zu toppen. Die Idee dazu kam vor drei Jahren von der CSU-Fraktion im Stadtrat. Die Stadt solle eine Musiknacht initiieren und als Anschubfinanzierung 5 000 Euro zur Verfügung stellen, beantragte seinerzeit Dietmar Haas. Schließlich würden davon auch die Gastronomen profitieren. Wohl ahnend, dass sich die Musiknacht gut entwickeln würde, war das Ja des Kulturausschusses damals einstimmig. Ebenso einig war man sich auch in den Folgejahren darin, dass die Veranstaltung weiterhin für die Besucher kostenlos sein solle. Eintrittsbändchen, Vorverkaufsstellen und Kontrollen würden die Organisation nur unnötig verkomplizieren, meinte der Illertisser Bürgermeister Jürgen Eisen.

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