Millionenschwere Sanierungen stehen ins Haus

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Schwerer Einstand: Bei seinem ersten Auftritt im Bauausschuss musste Joachim Müller, neuer Fachbereichsleiter für Hochbau und Gebäudemanagement im Neu-Ulmer Landratsamt, den Kreisräten sogleich schlechte Nachrichten überbringen: Denn in den kommenden Jahren dürften auf den Landkreis millionenschwere Sanierungen an den kreiseigenen Gebäuden zukommen.

Bereits im Jahr 2014 war die Kreisverwaltung damit beauftragt worden, einen Überblick über die kreiseigenen Gebäude zu erstellen und vor allem auch die Schwächen der einzelnen Bauwerke aufzuzeigen. In diesem Jahr sollte dann eine detaillierte Auflistung der notwendigen Sanierungs- und Unterhaltungsmaßnahmen nachgeliefert werden – aufgrund von Personalengpässen verzögerte sich dieses Vorhaben. Nun präsentierte der neue Fachbereichsleiter dem Bau- und Planungsausschuss des Kreistags die ersten Untersuchungsergebnisse beispielhaft am Bertha-von-Suttner-Gymnasium in Pfuhl und an der Christoph-Probst-Realschule – mit eindeutigen Ergebnissen.

43 Jahren ohne Sanierungen

Am Gymnasium rechnet Müller in den kommenden zehn Jahren mit Sanierungskosten in Höhe von rund 3,9 Millionen Euro, obwohl es in der Bewertung heißt, dass sich das Schulgebäude „überwiegend in einem guten Gesamtzustand“ befindet. Erneuert werden müssen etwa die kompletten Sanitäranlagen, darüber hinaus steht eine Sanierung der Fachbereiche Physik und Biologie bevor.

Noch höhere Kosten kommen auf den Landkreis an der Christoph-Probst-Realschule in Neu-Ulm zu. Dort wurden in den vergangenen 43 Jahren fast keine Sanierungen im Innenbereich vorgenommen, entsprechend muss die komplette Heizungs- und Sanitäranlage erneuert werden. Des weiteren ist ein aktuelles Brandschutzkonzept sowie eine Erneuerung der Elektronik von Nöten. In einer groben Kostenschätzung geht Müller von Kosten in Höhe von rund 9,8 Millionen Euro aus.

Im kommenden halben Jahr sollen nun rund 25 weitere Kreisgebäude, vor allem Schulen und Sporthallen sowie das Landratsamt selbst, untersucht und bewertet werden. Dass auch bei diesen Gebäuden mit Sanierungsbedarf zu rechnen ist, betonte Kreisbaumeister Rudolf Hartberger: „Die Gebäude, die bereits eine Generalsanierung hatten, lassen sich an einer Hand abzählen.“

Dass sich auch die Kreisräte über die künftigen finanziellen Belastungen des Kreishaushalts Sorgen machen, wurde bereits früher in der Sitzung deutlich. Kurt Baiker (Freie Wähler) forderte einen „Kassensturz“– eine Übersicht der geplanten Investitionen in den Jahren 2017 und 2018. „Wir diskutieren Bauprojekte ohne zu wissen, was etwa andere Großprojekte wie die Klinikreform kosten“, sagte Baiker. Auch Herbert Richter (SPD) zeigte sich besorgt: „Die Sanierungen werden uns sehr viele Jahre beschäftigen“. Es sei aber gerade auch deswegen wichtig, einen Überblick über den konkreten Bedarf zu bekommen.

Bürzle: „Wir packen das!“

Angesichts des großen Finanzbedarfs dürfe es im Bauamt keine Denkverbote geben, forderte Baiker. Es solle auch geprüft werden, ob noch alle Gebäude benötigt werden. „Wir müssen überlegen, was wir uns auf Dauer noch leisten können“, sagte auch Wolfgang Schrapp (Freie Wähler).

Mit Angela Merkel hielt es hingegen der stellvertretende Landrat Roland Bürzle (CSU): „Wir packen das!“

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