Marianne Koch: Bewegung hilft

Im Alter jung bleiben - Training für Körper und Geist und soziale Kompetenz machen es möglich. Sagte die frühere Schauspielerin und Ärztin Marianne Koch beim Auftakt der Vöhringer Gesundheitswoche.

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Marianne Koch in Vöhringen: Die Gesellschaft braucht die Älteren.

Sie wurde bekannt als Schauspielerin an der Seite von Stars wie Gregory Peck ("Das unsichtbare Netz"), Clint Eastwood ("Für eine Hand voll Dollar") und Heinz Rühmann ("Vater sein dagegen sehr") und gehörte zur Stammbesetzung in Robert Lembkes Fernseh-Ratespiel "Was bin ich?". Heute ist sie 80 Jahre alt, wirkt aber noch erstaunlich jung und gibt in Vorträgen Tipps zur Gesundheit. Vorgestern stimmte die Ärztin Marianne Koch in Vöhringen auf die am Wochenende im dortigen Kulturzentrum stattfindende erste Vöhringer Gesundheits- und Vitalmesse ein.

Koch, die nach ihrer Filmkarriere ihr Medizinstudium fortsetzte und bis 1997 in München als Internistin arbeitete, kam im voll besetzten großen Saal des Eychmüller-Hauses gleich zur Sache: "Wir neigen dazu, auf der faulen Haut zu liegen", machte sie deutlich. Dadurch versteiften die Hüften und die Wirbelsäule verliere ihre Elastizität. Bewegung und Koordination müssten ständig trainiert werden. Auch das Gehirn brauche ständig neue Aufgaben. Feste Knochen, starke Muskeln und soziale Kompetenz machten es möglich, auch im Alter jung zu bleiben. "Die glatte Haut habe ich nicht aufgezählt", sagte die Ärztin, Moderatorin und Medizinjournalistin.

Rauchen, Übergewicht, übermäßiger Alkoholkonsum und Bewegungsarmut seien die Feinde des Jungbleibens. "Unsere Gelenke sind Kunstwerke der Natur", stellte Koch fest. Sie räumte mit dem Märchen auf, dass die Knorpelschicht in den Gelenken erneuert werden könne. Da helfe nicht die Einnahme von Gelatinekapseln, sondern nur regelmäßige Bewegung. "Täglich eine Stunde spazieren gehen ist ein guter Anfang", ermuntere sie die meist älteren Zuhörer. Sport und eine gesunde Ernährung senkten die Gefahr, an Osteoporose zu erkranken. Der kluge Mensch sorge für eine an Calcium reiche Ernährung mit etwa 1000 Milligramm pro Tag. "Softdrinks sind jedoch Calciumräuber", sagte Marianne Koch.

Schließlich kam sie doch noch auf die Haut zu sprechen. Sie werde durch die Blutgefäße ernährt. Viele Cremes dienten nur der Pflege, erneuert werde die Haut dadurch nicht. Auch für die Haut sei das Rauchen schädlich, ebenso wie die Sonne. Deren ultraviolette Strahlen richteten Schäden in den tiefer liegenden Hautschichten an.

Zum Unwort erklärte sie das "Überaltern" der Gesellschaft. Die Älteren nähmen den Jungen nicht die Butter vom Brot. "Lassen wir uns das Älterwerden nicht kaptt reden", ermutigte sie die Zuhörer. Das Dazugehören zur Gesellschaft halte jung. "Sie brauchen sich nicht den Po straffen und den Busen hochzurren zu lassen", riet die Ärztin ihren Zuhörerinnen. "Die Gesellschaft braucht die Älteren, auch wenn sie dies heute noch nicht weiß", stellte die jung gebliebene 80-Jährige fest.

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