TV: Sabine Müller aus Weißenhorn kocht sich fast bis ins Jahresfinale

Sabine Müller aus Weißenhorn ist ein Star am Herd – und zwar nicht nur Zuhause: Bei der Fernsehsendung „Küchenschlacht“ kochte sich die Weißenhornerin fast bis ins Jahresfinale.

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Hat ihr Koch-Talent im Fernsehen unter Beweis gestellt: Sabine Müller aus Weißenhorn (ganz rechts).  Foto: 

Wer in der ZDF-Show „Die Küchenschlacht“ am Herd steht, stellt sich nicht nur der Konkurrenz anderer ambitionierter Hobbyköche aus ganz Deutschland und den Nachbarländern, sondern auch Starköchen wie Johann Lafer und Alfons Schuhbeck. Für die 37-jährige Sabine Müller aus Weißenhorn kein Problem: Sie ist seit ihrer Kindheit begeisterte Köchin und bekommt immer wieder Komplimente für ihre Kochkunst.

Als Tochter des Weißenhorner Platzmetzgers Manfred Kühle kennt sie sich gut mit qualitativ hochwertigen Lebensmitteln und ihrer Verarbeitung aus. Irgendwann, sagt sie, habe sie ihr Können mit dem anderer Köche vergleichen wollen: „ich wollte mich messen und wissen, ob ich wirklich gut bin.“ Als es mit der Teilnahme am Kochwettbewerb eines regionalen Möbelhauses nicht klappte, bewarb sich Sabine Müller als Küchenschlacht-Kandidatin beim ZDF. Ihr Vater sei entsetzt gewesen, erinnert sie sich. „Wie blöd muss man sein, um sich im Fernsehen zerrupfen zu lassen“, habe er gesagt.

Niemand wird fertiggemacht

Doch dazu kam es nicht. Einmal, weil Sabine Müller, in der Küchenschlacht als „Bine“ dabei, die Juroren ein ums andere Mal von ihrer Kochkunst überzeugte. Aber auch, weil Umgangston und Klima sehr angenehm waren: Klar, müsse man Kritik vertragen, sagt die Weißenhornerin. Aber angegriffen oder fertiggemacht werde niemand, unbedachte Äußerungen würden nach der Aufzeichnung auf Wunsch herausgeschnitten. „Das ist halt doch bei den Öffentlich-Rechtlichen anders als im Privatfernsehen.“

Einige Tage nacheinander stand Sabine Müller im ZDF-Studio am Herd. Besonders die erste Sendung sei sehr stressig gewesen, sagt sie. Die Kandidaten hätten nur eine Viertelstunde vor der Sendung kurz Zeit, sich mit der Studioküche vertraut zu machen. Und dann stehe man da „mit einer Kamera fast direkt vor der Nase“, den Zutaten und ungewohnten Gerätschaften: „Daheim koche ich auf Induktion, im Studio gab es ein Ceranfeld.“ Dazu sei die Arbeitsfläche „wirklich mini, vielleicht einen Meter“. Zum Druck, in den vorgegebenen 35 Minuten ein leckeres Gericht nicht nur zu kochen, sondern auch noch hübsch anzurichten, komme die Wettbewerbssituation. Und die Zwischenfragen des moderierenden Starkochs. „Nach der ersten Sendung wusste ich überhaupt nicht mehr, was ich überhaupt gesagt habe.“

Trotzdem machte es der Weißenhornerin Spaß. Sie koche gerne und sie rede gerne, das habe sie am Marktstand der Metzgerei ihrer Familie gelernt, sagt sie. Und auch das ganze Drumherum sei spannend gewesen, die Zeit in der Maske, das riesige Team, das die Sendung organisiere.

Das größte Problem der 37-Jährigen: Sie kocht eigentlich nie nach Rezept, sondern nach Gefühl und schreibt sich nichts auf: „Bei uns daheim gibt es so gut wie nie die gleiche Sache zweimal.“ Für die Sendung musste sie aber Rezepte einreichen und deshalb Einiges genau zu Papier bringen, Zutaten abwiegen, abmessen.

Unterstützung kam von der Familie, Müllers Mann und den drei Kindern. Die sind stolz auf die erfolgreiche Hobbyköchin, deren Künste sie ja genießen. Klar gebe es daheim auch mal Spaghetti Bolognese, sagt Sabine Müller. „Aber am Wochenende zelebriere ich meine Leidenschaft.“

Sehr puristisch koche sie, auch gerne bodenständig-schwäbisch oder typisch deutsch, aber eben mit dem gewissen Etwas, erzählt die Weißenhornerin. So parfümiert sie ihr Bratöl mit Kräutern oder kombiniert Gewürze neu. In der Küchenschlacht punktete sie etwa mit Leber Berliner Art, mit Zwiebeln, Kartoffel-Erbsen-Püree und Apfel-Chutney. „Man möchte sich reinlegen“, lobte Starkoch Alexander Kumptner.

Nur knapp geschlagen worden

Dass in der Champions-Week beim allerletzten Wettbewerb gegen nur noch einen Gegenkandidaten Schluss war und sie es nicht ins Jahresfinale der Küchenschlacht schaffte, ärgert die Weißenhornerin. „Das war eine der größten Enttäuschungen in meinem Leben.“ Dabei sei sie sehr gut bewertet worden, der andere Kandidat sei nur einen Tick besser gewesen. „Aber ich habe Blut geleckt. So was würde ich gerne nochmal machen.“

Online Die Sendungen der „Küchenschlacht“ mit Sabine Müller sind noch bis 20. November in der ZDF-Mediathek abrufbar. Die Folge vom 21. August ist zu finden unter der Adresse www.zdf.de/show/die-kuechenschlacht/die-kuechenschlacht-vom-21-august-2017-100.html, die Folge vom 22. August unter www.zdf.de/show/die-kuechenschlacht/die-kuechenschlacht-vom-22-august-2017-100.html und so weiter. Es gibt außerdem Aufzeichnungen vom 23. August, vom 24. August sowie vom 25. August. Die nächste Folge der aktuellen Küchenschlacht im Fernsehen läuft heute, 13. Oktober, 14.15 Uhr.

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