Licht aus am Haltepunkt

Die ganze Nacht hindurch brennen die Lampen am Unterelchinger Haltepunkt, jeder Winkel ist erleuchtet. Das stört die Anwohner. Jetzt verspricht die Bahn: Nach dem letzten Halt wirds künftig zappenduster.

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Hell erleuchtet liegt der Unterelchinger Haltepunkt derzeit nachts da. Auch dann noch, wenn der letzte Zug schon längst durch ist. Foto: Lars Schwerdtfeger

Jede Nacht liegt er erleuchtet da, der Haltepunkt am Ortseingang von Unterelchingen. Dicht gedrängt sorgen mehrere Lampenreihen für eine Helligkeit, die es wohl selbst mit dem Flutlicht im Stadion Camp Nou in Barcelona aufnehmen könnte. Die Bahnsteige sind komplett ausgeleuchtet - und das die ganze Nacht über. Etliche Anwohner stört das schon lange, sie haben sich bei der Gemeinde beklagt. Die Elchinger Verwaltung wiederum wurde mehrfach bei der Bahn vorstellig, die für die Beleuchtung des Haltepunkts zuständig ist. Jetzt ist Abhilfe in Sicht, die Bahn will in die Lampenpracht eine halbe Stunde nach dem letzten Zughalt des Tages ausknipsen.

Das erklärte Peter Staron, Leiter Regionalnetze bei der Deutschen Bahn, in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats. Dies werde allerdings noch etwa drei Monate dauern, weil zuvor die Steuerungstechnik für die Lampen ausgetauscht werden müsse. Diese Technik, die für die Sicherheit etwa bei technischen Störungen sorgen soll, habe sich nicht bewährt, sagte Staron. Sie sei teuer, kompliziert - und ausgesprochen störanfällig. Ein technischer Defekt sei auch die Ursache für die Dauerbeleuchtung der Bahnsteige. "Bevor man dann kein Licht hat, lässt man es brennen", sagte Staron. Jetzt werde nachgebessert.

Karin Batke (UFWG) erinnerte daran, dass das Thema "Vandalismus" in der Gemeinde durchaus präsent sei, etwa am alten Bahnhof in Thalfingen. Deswegen sei es unter Umständen sinnvoll, das Licht nicht komplett auszuschalten, um entsprechende Täter abzuschrecken.

Auch für ein weiteres Problem, das die Elchinger mit der Bahn schon lange plagt, ist eine Lösung in Sicht, wenn auch erst für Mitte kommenden Jahres: Die Schließzeiten insbesondere am Thalfinger Bahnübergang sollen verkürzt werden. Dafür hatte sich Blasius Huber von der Gemeindeverwaltung nachdrücklich eingesetzt. Eine Schließzeit von teils mehr als vier Minuten sei nicht hinnehmbar - besonders wenn man bedenke, dass jeden Tag mehr als 80 Züge durch Elchingen fahren. Und zudem gefährlich, weil Autofahrer nicht selten noch bei Rotlicht über die Schienen fahren, um der langen Wartezeit zu entgehen, oder sich zu abrupten Fahrmanövern hinreißen lassen, um vor dem geschlossenen Bahnübergang auf Schleichwege auszuweichen.

Gerade im Berufsverkehr morgens und abends bildeten sich in Thalfingen lange Rückstaus, in der Elchinger Straße bis zum Friedhof, in der Industriestraße bis hinein in den Kreisverkehr. Auch in diesem Punkt sagte Staron Hilfe zu, obwohl sich die Schließzeiten der Übergänge "eigentlich innerhalb des Regelwerks der Bahn bewegen".

Nun wird geprüft, ob zu den Stoßzeiten der Begegnungsverkehr der Züge in Richtung Ulm und entgegengesetzt in Richtung Aalen auf der eingleisigen Brenzbahnstrecke stärker vom Thalfinger Bahnhof nach Unterelchingen verlegt werden kann, wo jeweils zwei Gleise liegen. So könnten die Schließzeiten in Thalfingen verkürzt werden, erklärte Staron. Zum Fahrplanwechsel im Jahr 2013 könnte die Maßnahme greifen. Außerdem soll im Stellwerk in Heidenheim geprüft werden, ob sich eine weitere Verbesserung für die Gemeinde Elchingen erzielen lassen. "Es wird eine umfangreiche Analyse geben", sagte Staron.

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