Lebenshilfe hat ersten Arbeitsmarkt im Blick

Die Lebenshilfe will mehr Menschen mit Behinderung in den ersten Arbeitsmarkt bringen. So zum Beispiel im Ulmer Bundeswehrkrankenhaus.

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Jürgen Heinz hat vor zehn Monaten die Geschäftsführung der Lebenshilfe übernommen. Foto: Patrick Fauß

"Eine Vereinigung von Familienangehörigen, die ihren Familienmitgliedern mit Behinderung ein Leben in Würde und mit Glücksmomenten bieten will." So beschrieb Jochenpeter Friedrich, der Lebenshilfe-Vorsitzende, bei der Mitgliederversammlung in den Sendener Donau-Iller-Werkstätten seinen Verein. Im weitesten Sinne sei man auch ein wirtschaftliches Unternehmen. Und das hat vergangenes Jahr Gewinn gemacht. 625 600 Euro bleiben für die Rücklagen übrig. Insgesamt 49,46 Millionen Euro wurden 2012 umgesetzt. 1044 Mitarbeiter haben bei Betreuung und Förderung mitgewirkt, fast zwei Drittel davon in Teilzeit. Ferner 45 junge Leute im Freiwilligen Sozialen Jahr oder im Bundesfreiwilligen-Dienst.

Die Zahl mehrfach behinderter Mitbürger nehme zu, sagte Friedrich. Einige wechselten in den freien Arbeitsmarkt. Es blieben aber viele Menschen mit Mehrfachbehinderungen, die schwierig zu versorgen seien. Der Blick auf den normalen Arbeitsmarkt werde verstärkt, was einen Paradigmenwechsel im Verein bedeute. Die Lebenshilfe trage dem mit einem neuen Schriftzug im Logo Rechnung: Bislang hieß es "Lebenshilfe Donau-Iller lebenswert-liebenswert". Nun "Lebenshilfe Donau-Iller, Unsere Motivation: Inklusion menschlich und innovativ gestalten". Ziel sei die weitgehende Selbstständigkeit der Mitbürger mit Handicap.

Dafür biete die Lebenshilfe bereits Außenarbeitsplätze in den so genannten CAP-Supermärkten, beim Türen- und Torehersteller Ruku oder den Schilderstellen der Landratsämter. 81 solcher Außenarbeitsplätze gibt es. Über acht bis zehn weitere im Bundeswehrkrankenhaus Ulm werde verhandelt. Zehn kommen wohl beim Fahrgastschiff "Ulmer Spatz" dazu. Bald sollen zehn Prozent der Lebenshilfe-Jobs im ersten Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen. Künftig seien Modernisierung und Instandsetzung von Wohnheimen und Arbeitsstätten nötig. Derzeit wird in Blaustein ein Wohnheim mit Werkstatt errichtet.

Jürgen Heinz, der vor zehn Monaten die Geschäftsführung der Lebenshilfe übernommen hat, unterstrich: Künftiges Ziel sei die verstärkte Inklusion. Die Lebenshilfe werde außerdem größere Rücklagen bilden müssen, um in den kommenden Jahren investieren zu können.

Bei den Neuwahlen wurde der bestehende Vorstand im Amt bestätigt. Die 59 anwesenden Wahlberechtigten gaben Jochenpeter Friedrich 49 Ja-Stimmen, die Stellvertreter Manfred Gombert und Rudolf Bader bekamen 51 und 57 Stimmen. Schriftführerin bleibt Ursula Winkle, Georg Uebele bleibt für den Bereich Günzburg im Vorstand.

Lebenshilfe Donau-Iller
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