Landrauschen: Heimatfilm-Team bei der Kulturnacht in Ulm

Bald soll „Landrauschen“, der etwas andere Heimatfilm aus Weißenhorn, fertig sein. Regisseurin Lisa Miller stellt das Werk während der Ulmer Kulturnacht vor.

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  • Eine Szene aus „Landrauschen“ mit den Polizisten Sletchik und Radomsky, gespielt von Reiner Schlecker (links) und Rüdiger Radomsky, gedreht im Weißenhorner Stadtteil Bubenhausen. 1/2
    Eine Szene aus „Landrauschen“ mit den Polizisten Sletchik und Radomsky, gespielt von Reiner Schlecker (links) und Rüdiger Radomsky, gedreht im Weißenhorner Stadtteil Bubenhausen. Foto: 
  • Gut gelaunt: „Landrauschen“-Regisseurin Lisa Miller im Gespräch mit der SÜDWEST PRESSE. 2/2
    Gut gelaunt: „Landrauschen“-Regisseurin Lisa Miller im Gespräch mit der SÜDWEST PRESSE. Foto: 
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Sieben Monate. So lange hat Regisseurin Lisa Miller ihren Spielfilm geschnitten, aus 160 Minuten Rohmaterial 100 Minuten gemacht. Mit dem Ergebnis ist die 30-Jährige zufrieden. Sie sagt: „Es fühlt sich gut an.“ „Landrauschen“ heißt Millers Werk, ein Heimatfilm der etwas anderen Art, gedreht im vergangenen Jahr in Weißenhorn und Umgebung. Die Szenen sind im Kasten, der Film geschnitten. Nun erhält er sein Sounddesign in einem Studio in Ludwigsburg. Anschließend geht es zur Farbbestimmung und zur Tonmischung nach Tübingen.

Was noch einmal einige Wochen  in Anspruch nimmt, wie die Regisseurin sagt. Doch das Ende der Postproduktion naht. In diesem Jahr soll „Landrauschen“ auf jeden Fall noch fertig und dann nach Möglichkeit zunächst auf Festivals gezeigt werden. „Unser Ziel ist eine offizielle Premiere beim Film-Festival Max Ophüls Preis in Saarbrücken im kommenden Januar oder in der Kategorie Perspektive Deutsches Kino der Berlinale im Februar“, sagt Produzent Johannes Müller. Anschließend stehe einem Kino­start nichts mehr im Wege.

„Landrauschen“ ist laut der Macher ein Streifen über Identität und Prägung, „ein authentisches Porträt eines deutschen Mikrokosmos“, ein Liebesfilm  und eine Groteske –  gemacht von Freunden, die fast alle in der Region aufgewachsen sind, sich von Kindesbeinen an kennen, die es in alle Welt zerstreut hat, die aber den Bezug zu ihrer Heimat nicht verloren haben, wie sie betonen.

Regisseurin Lisa Miller und Produzent Johannes Müller sind im Weißenhorner Stadtteil Bubenhausen groß geworden, kennen sich seit ihrer Kindheit. In Bubenhausen wird logischerweise Schwäbisch gesprochen. Ein Dialekt, den einige Darsteller auch im Film sprechen, so dass dieser stellenweise Untertitel benötige. „Sonst versteht den in Leipzig oder Berlin niemand“, sagt Miller und schmunzelt.

Auf dem Soundtrack des Films sind durchaus illustre Namen versammelt. Unter anderem sind in „Landrauschen“ Songs der erfolgreichen bayerischen Mundart-Rapper „dicht & ergreifend“ und der Punkband „Feine Sahne Fischfilet“ aus Mecklenburg-Vorpommern vertreten.

Crowdfunding im Netz

Dank Sponsoren und Crowdfunding im Internet ist die Produktion des Kinofilms weitgehend gesichert. Auch wenn das „Landrauschen“-Team schon noch den einen oder anderen Euro benötigt, wie die Regisseurin sagt. Kürzlich etwa spendete der Rotary-Club Weißenhorn 6000 Euro.

Am morgigen Samstag will das Filmemacher- und Künstlerkollektiv aus Weißenhorn und Umgebung während der Kulturnacht in Ulm Werbung in eigener Sache und für „Landrauschen“ machen. Im  Künstlerhaus im Ochsenhäuser Hof (Grüner Hof 5) gibt’s von 20 Uhr an eine Spielfilm-Review, Kabarett von und mit „Landrauschen“-Hauptdarstellerin Kathi Wolf, Videoprojektionen, einen Barbetrieb und viel Musik.

Regisseurin Lisa Miller fiebert dem Kinostart entgegen. Kritik fürchtet sie nicht, obwohl ihr der Film natürlich sehr am Herzen liegt, wie sie betont. „Schließlich habe ich darin zwei Lebensjahre investiert.“

Filmemacherin Regisseurin Lisa Miller ist in Weißenhorn geboren. Nach dem Abitur am Nikolaus-Kopernikus-Gymnasium hat sie Film und Fotografie in Spanien sowie Kunst in London studiert. Die 30-Jährige hat auch das Drehbuch für „Landrauschen“ geschrieben.

Kunst Während der Ulmer Kulturnacht morgen ist auch Lisa Millers Multimediainstallation mit dem Titel „there is no alternative“ im Künstlerhaus zu sehen. Eröffnung: 19 Uhr.

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