Landrat: Weitere 60 Flüchtlinge vorerst das Limit

Landrat Freudenberger bezieht Stellung: In einem Brief an den Freundeskreis Asyl signalisiert er Verständnis. Einen Vorwurf weist er als "abstrus" zurück.

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Landrat Thorsten Freudenberger  Foto: 

Stolze fünf Din-A4-Seiten: Ausführlich antwortet Landrat Thorsten Freudenberger dem Elchinger Freundeskreis Asyl. Dieser hatte, wie berichtet, in einem Brandbrief davor gewarnt, dass die Gemeinde bei der Unterbringung von Flüchtlingen an Grenzen stoße. Laut dem Schreiben, das der SÜDWEST PRESSE vorliegt, nimmt Freudenberger die Befürchtungen ernst, die „inhaltlich völlig richtig und nachvollziehbar sind“. Doch der Landkreis sei in einer akuten Not- und Krisensituation, müsse 50 Menschen pro Woche unterbringen.

Dass das Landratsamt in Unterelchingen ein Gebäude für weitere 60 Asylbewerber – 80 sind im Ex-Gasthof Adler untergebracht – anmieten will, stelle die Gemeinde gewiss vor Herausforderungen, sei aber nötig. „Ihre Bereitschaft, sich auch dieser Aufgabe anzunehmen, verdient höchste Anerkennung.“ Weil Unterelchingen überproportional betroffen sei, sollen „vorläufig keine weiteren Anmietungen“ erfolgen. Alles weitere werde „mit Gemeinde und Helferkreis“ abgestimmt.

Die Aussage, die Kreisbehörde bringe Flüchtlinge dort unter, wo es aktive Helferkreise gibt, sei „abstrus und falsch, vielleicht sogar eine bewusst gestreute Lüge“. Man sei gezwungen, alle verfügbaren Objekte anzumieten. „Die Alternative ist die weitere Belegung von Turnhallen.“ Das sei die „humanitär schlechteste und teuerste Lösung“ – und ein Eingriff in Schul- und Vereinssport. Für sozialen Frieden seien „wir alle“ verantwortlich. Wichtig sei „ein klares Bekenntnis zu unseren Grundrechten und zu den Grundwerten der Humanität“, gegen Hass und Hetze.

In Sachen ungleichmäßige Verteilung auf die Kommunen habe er vor Monaten bei Freistaat und Vertretern der kommunalen Spitzenverbände eine Quote gefordert. Darauf habe es, außer vom Bayerischen Landkreistag, keine Reaktionen gegeben. Bürgermeister Joachim Eisenkolb solle sich im Gemeindetag dafür einsetzen, dass Landratsämter eine Handhabe bekommen, gerechter zu verteilen. Parallel erarbeite die Kreisbehörde ein Konzept.

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