Kung Fu in Senden: Weit mehr als Selbstverteidigung

Christian Kronmüller lehrt in Senden Shaolin Kung Fu. Teilnehmer eines Workshops haben in Kronmüllers Schule die jahrhundertealten Bewegungsabläufe trainiert.

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Säbel, Messer, Ketten, Peitschen, Schwerter: In einem Studio im Sendener Norden finden sich rund 18 verschiedene Waffenarten. Doch was sich anhört, wie das Waffenarsenal in einem Psychothriller, ist in Wirklichkeit ganz harmlos. Die Stech- und Schlaggeräte sind stumpfe Trainingswaffen der Shaolin Wu Xiao Schule Senden, in dem neben Qi Gong auch Kung Fu unterrichtet wird.

„Im Shaolin Kung Fu werden traditionell Alltagsgegenstände als Kampfgeräte eingesetzt“, sagte Christian Kronmüller, der Leiter der Schule. So hängen in seinem Studio auch Jagdhellebarden und Mönchsspaten an der Wand. Letztere brauchten die chinesischen Mönchen, die den Kampfsport vor 1500 Jahren entwickelten, eigentlich zur Feldarbeit. „Die haben genutzt, was sie im Alltag verwendet haben“, erklärte Kronmüller. Der Besitz echter Waffen sei den Mönchen verboten gewesen.

Seit 2005 betreibt Kronmüller das Shaolin-Studio an der Berliner Straße. Alljährlich an Pfingsten lädt er Schüler und Lehrer aus ganz Deutschland zu einem mehrtägigen Workshop ein. 20 sind diesmal gekommen, drei Tage lang widmeten sie sich intensiv der chinesischen Kampfkunst. Denn Shaolin Kung Fu sei viel mehr als Kampfsport, erklärte Kronmüller: „Es gibt zwei Zielpunkte: Selbstverteidigung und ein gesundes, langes Leben.“

Meditative Elemente gehörten daher ebenso dazu wie das Erlernen von Atemtechniken. In den Mittelpunkt des Pfingstworkshops stellte er unter anderem die „18 Einstiege in den Nahkampf“, bei denen eingeübt wird, wie man sich im Angriffsfall verteidigen kann. „Wir machen Grundübungen, trainieren jahrhundertealte Bewegungsabläufe und Partnerübungen sowie freies Kämpfen mit und ohne Waffen“, erklärte Kronmüller.

Viele der Teilnehmer, die unter anderem aus Köln, Heidelberg und München angereist waren, kommen Jahr für Jahr nach Senden. Einige sind selbst Kampfkunst-Lehrer, einige leiten selbst Shaolin-Schulen in anderen Städten. Die Teilnehmer übernachteten gemeinsam im Studio Christian Kronmüllers. „Drei Tage lang können alle ihre Sorgen zu Hause lassen“, sagte er. „Hier wird fast nur über den Sport geredet. Am Schluss sind alle völlig kaputt, aber im Kopf ganz frei. Unglaublich, wie einen das voranbringt.“

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