Kulturgüter der Öffentlichkeit zugänglich machen

Der Verein der Freunde des Klostermuseums strebt ein „Schaudepot“ im Alten Rathaus in Oberelchingen an.

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    Vorsitzender Ralf Gührer vor dem Konventbild, das restauriert worden ist. Foto: 
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    Auch der Schrein des Elchinger Jesuskindleins soll alsbald gereinigt und restauriert werden. Foto: 
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„Wir werden uns jetzt nicht umbenennen in ,Freunde des Schaudepots’.“ Das sagte Vorsitzender Ralf Gührer bei der Jahresversammlung des Vereins der Freunde des Klostermuseums Elchingen. Diese sprachen sich einstimmig dafür aus, ein Schaudepot im Alten Rathaus in Oberelchingen auf den Weg zu bringen. Wie berichtet, hatte der Elchinger Gemeinderat das Gebäude als Museumsdomizil in Aussicht gestellt. Bei einem  Termin im Januar seien Fachleute vom Landesamt für nichtstaatliche Museen, der Diözese und des Landkreises einhellig zu dem Ergebnis gekommen, dass sich das Haus nicht für ein Museum eigne, sehr wohl aber für ein Schaudepot, berichtete stellvertretender Vorsitzender Richard Ambs.

Unter den Gesichtspunkten Sicherheit, Raumaufteilung und Größe falle das Gebäude in den Augen der Experten als Museum durch. Ein mit Fördergeldern bezuschusstes Museum müsste außerdem sechs Tage in der Woche geöffnet und mit einem Aufzug versehen sein. Das sei finanziell und ehrenamtlich nicht zu stemmen. Ein Schaudepot mit beschränkten und am Bedarf orientierten Öffnungszeiten könne dagegen auch auf Empfehlung der Experten ins Auge gefasst werden – zumindest als Interimslösung. Die Exponate wären auf diese Weise sowohl sicher aufbewahrt als auch der Öffentlichkeit zugänglich.

Die Versammlung beauftragte Richard Ambs damit, sich um Fördergelder aus dem Leader-Programm der EU zur Entwicklung des ländlichen Raums zu bemühen. Zum Schuljahr 2018/19 ziehe die Grundschule um und benötige dann auch die Zimmer im Alten Rathaus nicht mehr, sagte Ambs. Dann könnten die Klosterschätze dort unterkommen, vorausgesetzt, das „in Aussicht gestellte Haus“ stehe tatsächlich zur Verfügung. Er habe die Schreiben der Fachleute an die Gemeindeverwaltung weitergeleitet.

Wenn jetzt das Oberelchinger Pfarrhaus saniert wird, muss auch die bisherige Ausstellung weichen. Pater Ulrich habe eine Möglichkeit angeboten, die Kunstgegenstände zu lagern. Der Verein komme seiner „Aufgabe, das Kulturgut zu erhalten“, auch weiter nach, betonte Ambs. Das große Konventbild von Wannenmacher ist weitgehend restauriert. Vom Ergebnis waren die Vereinsmitglieder sehr angetan. Das Gemälde soll über dem Eingang der Sakristei aufgehängt werden. Ob es einen Rahmen bekommt, werde derzeit noch diskutiert, so Ambs. „Solche 50.000-Euro-Projekte werden künftig wohl nicht mehr möglich sein“, sagte Gührer, der als früherer Oberelchinger Pfarrer die Rettung der Klosterschätze maßgeblich vorangetrieben hatte.

Schrein restaurieren

Allerdings hat der Verein schon zwei weitere Vorhaben ins Auge gefasst: Der Schrein des Elchinger Jesuskindleins, dessen Fassung darauf schließen lässt, dass er bereits in der barocken Kirche vor dem Brand 1773 gestanden hat, muss dringend restauriert werden. Zufällig habe er vor Kurzem im Erker über dem Kirchenschiff die fehlenden Säulenkapitelle gefunden, berichtete Ambs. Ergänzt werden müssen unter anderem die Säulen. Das Kleid des Jesuskindes sei bereits restauriert, „aber die dreckigen Hände“ und die Fassung müssten noch gereinigt beziehungsweise restauriert werden. Die Kosten werden auf rund 10.000 Euro veranschlagt. Noch nicht beziffert sind sie für ein weiteres Projekt: die Rettung  des Pappmaché-Klostermodells aus dem Jahr 1793, das angesichts von Größe, Material und Entstehungszeit als „einmalig“ gelte.

Konventbild Einige Werke von Joseph Wannenmacher (1722-1780) sind weltbekannt. In den Jahren 1757 bis 1766 schuf er die Deckengemälde in der Stiftskirche und in der Stiftsbiliothek des Klosters St. Gallen, seit 1983 trägt der Stiftsbezirk den Titel „Unesco Weltkulturerbe“. 1778 schuf der Kunstmaler aus Tomerdingen das Konventbild, das den Oberelchinger Abt Robert I. Kolb im Kreise der Benediktinermönche zeigt. Restauratorin Christine Götz hat die Schäden an dem 2,70 Meter breite und 2,40 Meter hohen Gemälde behoben.

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