Kritik an unberechtigter Kritik

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Ein Wasserschaden in den Sanitärräumen der gemeindeeigenen Brühlhalle hätte das Jugendfußballturnier des SV Thalfingen Ende vergangenen Jahres beinahe  verhindert. Anschließend kursierten Gerüchte, wonach der SV Oberelchingen den Jugendfußballern und Gästen des Nachbarvereins die Benutzung der Toiletten im SVO-Heim neben der Brühlhalle verwehrt habe. Monate später griffen Gemeinderat Johann Gröger (FWE), auch Zweiter Bürgermeister der Gemeinde, sowie einige seiner Ratskollegen diese Gerüchte auf. Als es Ende März im Finanzausschuss des Gemeinderats um die Vereinszuschüsse ging, kritisierten sie das angebliche Verhalten des SV Oberelchingen (wir berichteten).

„Sehr irritiert“ über diese Aussagen zeigte sich der SVO-Vorsitzende Andreas Werther jetzt in der Jahreshauptversammlung des Vereins. Als ihm zu Jahresbeginn die Gerüchte über angeblich fehlende Hilfsbereitschaft zu Ohren gekommen seien, habe er „überall recherchiert“. Da aber niemand etwas von einer Anfrage des SV Thalfingen, geschweige denn von einer Weigerung, die Sanitärräume zu öffnen, gewusst habe, „hatte ich das Thema abgehakt“. Dass Gemeinderäte nun einer Fehlinformation aufgesessen seien, habe Tom Müller, beim SVT zuständig für den Jugendfußball, in einer E-Mail an den SVO-Vorsitzenden und die Räte bestätigt. Werther:„Ich ziehe meinen Hut vor ihm.“

Die Thalfinger, so stelle Müller klar, hätten den SVO, mit dem sie in Sachen Jugendfußball eng zusammenarbeiten, nicht um Hilfe gebeten. Vielmehr habe die Gemeinde die Turnier-Verantwortlichen spät über den Wasserschaden informiert und mit den von ihr aufgestellten Dixi-Klos vor vollendete Tatsachen gestellt. Die Nachfrage der Thalfinger, ob es nicht eine bessere Lösung gebe, habe die Verwaltung verneint. Der SV Thalfingen habe daher keinen Anlass gesehen, seinerseits beim SV Oberelchingen nachzufragen, erläuterte Werther.

Das Vorgehen der Thalfinger sei absolut nachvollziehbar, sagte er. Nicht nachvollziehen könne er, „dass die Verwaltung uns nicht informiert und gefragt hat. Das wäre in meinen Augen selbstverständlich gewesen.“ Er habe sich beim Anblick der Dixi-Klos gewundert und aufgeregt, sagte Werther, der zum Zeitpunkt des Turniers nicht in Elchingen gewesen war. Die Toiletten eigneten sich im Winter schon deswegen nicht, weil es früh dunkel wird und sie nicht beleuchtet werden können. Die Häuschen seien offenbar für mehrere Wochen gemietet, aber nie mehr benutzt worden.

Vereinsmitglied und Gemeinderat Armin Willbold (Dorfgemeinschaft) ergriff das Wort und spielte auf die Konflikte zwischen Gemeinde und dem SVO-Vorsitzenden an: „Wer gegen den Wind geht, bietet Angriffsflächen.“ Dennoch gelte: „Öffentliche Maßregelung“ müsse auf Tatsachen beruhen. Bevor Kritik geäußert werde, müssten die Fakten gecheckt werden.

Willbold lobte die Arbeit des knapp 1200 Mitglieder zählenden Vereins. Im Breitensport bewege der SVO die Generationen von der „Pampers-Liga“ bis hin zur Seniorengymnastik mit über 80-jährigen Teilnehmern. Mit dem U-11-Turnier betreibe der Verein „Marketing für die Gemeinde“. Das gelte auch für den Basketball. Gleichwohl wies Willbold ausdrücklich auf die kommunalen Richtlinien zur Vereinsförderung hin und darauf, dass laut Prognose die Schulden der Gemeinde von 300 auf fast 1000 Euro pro Einwohner steigen werden. Als SVO-Mitglied „wünsche ich dem Basketball natürlich den Aufstieg, bitte aber um Verständnis dafür, dass wir keine neue Halle bauen können“.

Andreas Werther betonte, dass der Profi-Betrieb ohne den Breitensport und insbesondere die Jugendarbeit nicht funktionieren könne. „Der Unterbau ist das Spannende.“

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