Kreis Neu-Ulm setzt auf touristische Eigenständigkeit

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Lange Zeit schien der Landkreis Neu-Ulm im Schatten des großen Bruders auf der anderen Illerseite zu stehen: Mit dem Alb-Donau-Kreis und der Stadt Ulm warb man viele Jahre gemeinsam um Touristen. Jetzt aber wandelt sich das Selbstverständnis. Bereits in den vergangenen beiden Jahren hatten sich der Kreis Neu-Ulm und das Kloster Roggenburg nicht mehr unter der Dachmarke der Schwäbischen Alb präsentiert. Nun gehen sie einen Schritt weiter: Auf der weltgrößten Touristikmesse CMT in Stuttgart werden sie im Januar 2017 erstmals auf dem Stand von Bayerisch-Schwaben um Gäste werben.

„Das habe ich mir immer schon gewünscht“, sagt die Tourismusbeauftragte des Landkreises, Andrea Engel-Benz. Lange Zeit habe sie sich gedacht: „Es ist so schade, dass wir alleine sind.“ Nun aber schließt der Kreis neue Bünde, mit dem Landkreis Günzburg, der Regio Augsburg und dem Legoland – ohne die Selbstständigkeit aufzugeben, betont Engel-Benz. Auch die „Schwabenstädte“ Illertissen und Weißenhorn werden am bayerisch-schwäbischen Stand vertreten sein.

Im Gegensatz zum Alb-Donau-Kreis, der unter dem Emblem der Schwäbischen Alb die Eiszeitkunst in den Vordergrund stellt, will der Landkreis Neu-Ulm noch stärker seine Vorzüge als Radregion in den Vordergrund stellen. Neues Aushängeschild soll der rund 300 Kilometer lange Donautäler-Radweg werden. 60 Kilometer davon liegen im Kreis Neu-Ulm. Für März 2017 ist die Zertifizierung des Weges auf der Touristikmesse ITB in Berlin geplant.

Mehr Gäste als je zuvor

Vom den touristischen Plänen erhofft sich der Landkreis, mehr Gäste anzulocken. Und bereits heute zeigt sich offenbar, dass das Engagement der vergangenen Jahre Früchte trägt: 2016 übernachteten deutlich mehr Gäste in den Unterkünften im Kreis als im vorherigen Jahr. Diese Woche hat das Landratsamt die aktuellen Zahlen veröffentlicht. Demnach sind im Zeitraum Januar bis September 2016 rund 203 400 Gäste im Kreis abgestiegen – knapp sieben Prozent mehr als in den Vergleichsmonaten 2015. Der positive Trend der vergangenen Jahre setzt sich damit fort. Die tatsächliche Zahl der Übernachtungen ist noch größer, weil nicht alle Betriebe von der Statistik erfasst werden.

Auffällig bleibt aber auch, dass viele Gäste nur kurze Zeit bleiben: durchschnittlich sind es 1,7 Tage. Ein Indiz dafür, dass vor allem Radtouristen, Geschäftsleute und Tagesausflügler in der Region Halt machen. Die meisten von ihnen kamen in der Stadt Neu-Ulm an, beliebt waren auch Elchingen und Illertissen. Den größten Zuwachs kann Roggenburg verzeichnen. Die Zahlen seien ein Beleg dafür, dass man Touristen „etwas bieten“ könne, sagt die Kreis-Tourismusbeauftragte Andrea Engel-Benz, aber wohl auch ein „Abbild der guten wirtschaftlichen Lage“.

Onlineplattform Radfahrer in den „Bann der Donau“ zu ziehen, das verspricht das neue Tourenportal des Landkreises Neu-Ulm. Darauf sollen alle Rad- und Wanderwege im Landkreis auf einer Karte sichtbar sein. Zudem lassen sich die touristischen Höhepunkte und Natursehenswürdigkeiten einblenden, auch GPS werden eingebunden. Die Onlinekarte ist zudem responsiv, passt sich also auch dem Smartphone an, das dann auf den Touren mitgeführt werden kann. Somit soll eine einfache individuelle Routenplanung möglich werden, verspricht die Tourismusbeauftragte Andrea Engel-Benz. Das Onlineportal wird unter der Adresse www.donautal-touren.de zu finden sein, die Seite soll laut Landratsamt Ende des Jahres online gehen.

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