Koffer für alles - nur nicht für Kleidung

Koffer für Werkzeug, für Medizintechnik, für die Feuerwehr, für die Kosmetikerin: Tanos, kürzlich von Neu-Ulm nach Illertissen gezogen, ist Spezialist für Transport- und Aufbewahrungsbehälter aus Kunststoff.

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Es gibt sie in Klein, in Groß und in etlichen Größen dazwischen, aber alle sollen dem Anspruch der Firma Tanos gerecht werden: "Intelligent verpacken, ordnen, präsentieren und transportieren." Die Rede ist von Koffern aus dem Kunststoff Acrylnitril-Butadien-Styrol (ABS), die Tanos als "Systainer" bezeichnet. Deren Innenleben hänge vom Kundenwunsch ab, sagt Geschäftsführer Lutz Wolle. Da gibt es zum Beispiel ein Stecksystem aus Holz für das Werkzeug des Schreiners, des Elektrikers oder des Installateurs. Auch Einsätze aus Plastik oder Schubladen helfen ordnen, Polster sorgen für Dämpfung, wenn zum Beispiel medizintechnische Geräte oder Medikamente transportiert werden müssen.

Zu den Kunden des 1993 gegründeten Unternehmens, das Ende 2011 von Neu-Ulm nach Illertissen gezogen ist, gehören Wolle zufolge bekannte Firmen wie Bosch, Siemens und der Maler- und Lackierer-Zulieferer Brillux. Auch die Freizeitbranche werde beliefert, zum Beispiel mit Koffern für Tauchgeräte oder für Golfbälle. Feuerwehren und Rettungsdienste sind ebenfalls mit Tanos-Koffern im Einsatz, selbstverständlich gebe es auch Schminkkoffer. "Und meine Kinder nutzen die Koffer für ihre Lego-Steine." An erster Stelle der Kundenliste aber stehen die Werkzeughersteller Festool und Protool sowie der Druckluftgerätebauer Schneider Airsystems, die wie Tanos zu TTS Tooltechnic in Wendlingen gehören.

Mit einer weiteren Tooltechnic-Tochter teilt sich Tanos den Neubau an der Pionierstraße in Illertissen: TTS Cleantec stellt dort mit etwa 70 Beschäftigten industrielle Absauggeräte her. Die gesamte Investition beziffert Wolle auf etwa elf Millionen Euro. Das ungefähr 40 000 Quadratmeter große Grundstück biete beiden Firmen Erweiterungsmöglichkeiten.

Tanos, dessen Auslandsgeschäft zu 40 Prozent des Umsatzes beiträgt, wollte dem Geschäftsführer zufolge den Umzug nach Illertissen mit allen 30 Mitarbeitern absolvieren. Doch nicht jeder konnte seinem Arbeitgeber folgen. Ein wesentlicher Grund: Im Neu-Ulmer Stadtteil Offenhausen, dem früheren Firmensitz, gab es eine Bushaltestelle unmittelbar beim Betrieb. Die Pionierstraße im Illertisser Norden dagegen wird bisher vom öffentlichen Nahverkehr nicht bedient. An seinem neuen Standort habe Tanos daher noch Bedarf an Mitarbeitern, sagt Geschäftsführer Wolle: zum Beispiel in Buchhaltung und Lager sowie im Vertrieb.

Die Illertisser Bürgermeisterin Marita Kaiser sicherte bei ihrem Antrittsbesuch kürzlich zu, sich für eine Busanbindung des nördlichen Gewerbestandorts einzusetzen. Tanos sei nicht nur als Steuerzahler willkommen, sondern als Zugewinn für die Stadt. Geschäftsführer Wolle machte deutlich, dass mit dem neuen Standort die Hoffnung verbunden sei, auch in der näheren Umgebung neue Kunden zu gewinnen. Schließlich sei Tanos auf Wachstum ausgerichtet.

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