Kirche St. Ulrich in Nersingen nach Sanierung wieder offen

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Kirchenrechner Wilhelm Prestele, Pfarrer Georg Leonhard Bühler und Kirchenpfleger Norbert Reichenberger haben die Renovierung von St. Ulrich in Nersingen tatkräftig vorangetrieben.  Foto: 

Manche Neuerung fällt von Weitem auf: Der Kirchturm der katholischen Kirche St. Ulrich in Nersingen strahlt wieder in frischem Weiß. Bis Anfang des Jahres war er von einem hässlichen Grau überzogen, eine Folge von 60 Jahren Verwitterung. Die letzten Nachbesserungen lagen immerhin ein Vierteljahrhundert zurück. Das Kirchdach war über die Jahre fleckig und braun geworden, im Winter wehte der Schnee hinein, im Sommer ließ Gewitterregen kleine Rinnsale im Kirchenschiff entstehen. Die gehören nun der Vergangenheit an. Rund 51 000 Dachziegel wurden neu verbaut, die gesamte Fassade wurde frisch angestrichen. Sieben Monate Renovierungsarbeiten an der Nersinger St. Ulrich Kirche gehen zu Ende – und das Ergebnis kann sich sehen lassen.

Manche Neuerung fühlt man, bevor man sie sieht. Auf den Sitzbänken liegen rote Polster, doch die Revolution steckt unterm Kissen. Zukünftig werden die Polster beheizt, das soll die bisherigen Warmluftschächte überflüssig machen. Auch optisch hat sich das Kirchenschiff verändert, die Liste der Neuerungen ist lang: LED-Beleuchtung für den Altar und Spotstrahler für besondere Figuren, eine Neugestaltung des Kreuzweges mit farbigen Rückwänden, zudem wurden die Orgelpfeifen ausgetauscht, der gesamte Innenraum wurde neu gestrichen und das Fresko im Chorraum gereinigt. Hinzu kommen viele kleine Sanierungsarbeiten. „Das erzeugt einen Aha-Effekt, wenn man in die Kirche kommt“, sagt Kirchenrechner Wilhelm Prestele und betont: „Die Sanierung war überfällig, aber es war keine Gefahr in Verzug.“

Tatsächlich aber hat die Renovierung von St. Ulrich mehrere Anläufe gebraucht. Bereits 2008 war eine Sanierung geplant, dann aber musste die Kirche in Leibi kurzfristig saniert werden. 2014 folgte der zweite Anlauf: Mit der Diözese Augsburg wurden die Sanierungsvorschläge ausgearbeitet und Zuschussanträge geschrieben. Baubeginn war schließlich am 5. April dieses Jahres. „Das Datum vergesse ich nicht“, sagt Prestele. „Ich dachte, endlich tut sich was.“ „Nichtsahnend, wie viel Arbeit auf uns zukommen würde“, fügt Kirchenpfleger Norbert Reichenberger hinzu. 15 Ehrenamtliche waren im Dauereinsatz und unterstützten die Profis.

Eine Herausforderung ergab sich aber bereits bei den Planungen: Die gesamte Kirche steht unter Denkmalschutz. Selbst die Innenbeleuchtung durfte nicht ohne Weiteres erneuert werden. Am Ende musste Kirchenpfleger Reichenberger manchen Kompromiss schließen und sagt heute: „Das Landesdenkmalamt hatte viel zu melden, verglichen mit dem Geld, das wir von ihm erhalten haben.“

Die gesamten Renovierungsarbeiten schlugen mit 900.000 Euro zu Buche. 5000 Euro Zuschuss erhielt St. Ulrich vom Denkmalamt. Weitere Zuschüsse gab es vom Bistum, der Gemeinde Nersingen, dem Landkreis, Bezirk Schwaben und der Bayerischen Landesstiftung. Doch der Eigenanteil der Kirchengemeinde ist weiterhin hoch: Rund 33.000 Euro fehlen noch, um die Lücke im Eigenanteil zu schließen.

Jetzt hofft Kirchenrechner Prestele auf weitere Spendenbereitschaft von Firmen und Gemeindemitgliedern. Eine Möglichkeit zu spenden, ist der Früchtebaum der Pfarrgemeinde. Mit dieser Aktion sammelt die Gemeinde schon seit längerem Geld, jede Spende wird in Form eines Apfelaufklebers an einem Aufstellbaum in der Kirche gewürdigt. Prestele sagt, er sei „zuversichtlich“, dass das Geld bis Ende 2017 zusammenkommt.

Feier: Der Festgottesdienst zum Abschluss der Renovierung findet statt am Sonntag um 10 Uhr in der Pfarrkirche St. Ulrich in Nersingen. Weiterer Anlass für die Feier ist, dass die Kirche vor 60 Jahren geweiht wurde. Für Musik sorgen der Nersinger Kirchenchor und das Orchester der Neu-Ulmer Petrusgemeinde. Im Anschluss gibt es einen Stehempfang im benachbarten Pfarrheim.

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