Kinderpornos gehortet und nackte Kolleginnen gefilmt

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Ein Jahr Gefängnis auf Bewährung – wegen Verletzung von Persönlichkeitsrechten und Besitzes kinderpornografischer Fotos und Filme. Zu dieser Strafe hat gestern Mittag das Amtsgericht Neu-Ulm einen Mann aus dem Landkreis Heidenheim verurteilt. Der 39 Jahre alte Bauingenieur hatte Ende 2015 bei seinem damaligen Arbeitgeber, einer großen Firma im Kreis Neu-Ulm, heimlich Film­aufnahmen von einigen Kolleginnen gemacht. Darüber hinaus entdeckten Ermittler der Polizei auf diversen Privat-Rechnern des Beschuldigten fast 2500 kinderpornografische Dateien.

Fristlos entlassen

Der Mann hatte eine Videokamera im Frauen-Umkleideraum des Betriebs installiert und damit Nacktaufnahmen von Kolleginnen gemacht. Der 39-Jährige flog auf, als seine mit Klebeband an einer Decke befestigte Kamera zu Boden fiel, die Spur sehr schnell zu ihm führte, wie Richter Thomas Mayer sagte, ohne näher darauf einzugehen. Der Arbeitgeber reagierte nach der Entdeckung rasch, sprach umgehend die fristlose Kündigung gegen seinen langjährigen Mitarbeiter aus. Inzwischen hat der Bauingenieur aber einen neuen Job, wie er vor Gericht berichtete.

Der Angeklagte räumte die Vorwürfe gestern ein, betonte, sich seit einigen Monaten in psychotherapeutischer Behandlung zu befinden und einer seiner früheren Kolleginnen, die er gefilmt hatte, 3000 Euro Schmerzensgeld gezahlt zu haben. Ansonsten gab sich der Mann, der sein Abi mit 1,6 gemacht, anschließend studiert hat und „ein intelligenter Mann ist“, wie Richter Thomas Mayer sagte, wortkarg. „Wie schätzen Sie Ihr Verhalten aus heutiger Sicht ein?“, fragte Richter Thomas Mayer den Angeklagten. Dieser überlegte lange, sagte dann: „Das war blöd, eigentlich.“

Das Gericht blieb mit seinem Urteil etwas unter der Forderung der Staatsanwältin, die sich für ein Jahr und vier Monaten Haft auf Bewährung ausgesprochen hatte. Der Verteidiger wiederum verwies auf das Geständnis seines Mandanten. Damit sei es dessen Ex-Kolleginnen erspart geblieben, als Zeuginnen vor Gericht aussagen zu müssen.

Entlassung, Ermittlungen, schließlich der Prozess. Über seinen Mandanten sei in den vergangenen Monaten „eine persönliche Lawine hereingebrochen“, unter deren Last der 39-Jährige leide. „Mein Mandant will zurück in ein geordnetes Leben. Das bitte ich das Gericht zu bedenken“, sagte der Verteidiger.

Das Gericht honorierte dann auch das Geständnis sowie das vorstrafenfreie Leben des Angeklagten. „Wenn dieses Geständnis nicht vorgelegen hätte, wäre die Strafe höher ausgefallen. Deutlich höher“, betonte Richter Mayer in seiner Urteilsbegründung. Der Beschuldigte habe sich nicht gegen die Ermittlungen gestellt und damit entscheidend dazu beigetragen, das Verfahren schnell zu beenden.

Gleichwohl habe der 39-Jährige erhebliche Schuld auf sich geladen. „Mit ihren Taten unterstützen Sie die sexuelle Ausbeutung von Kindern und Jugendlichen, die weltweit gesehen ein Riesengeschäft ist, mit dem Hintermänner Millionen verdienen“, sagte Mayer zu dem Angeklagten und fügte hinzu: „Bei Ihnen muss jetzt Schluss damit sein.“

Der 39-Jährige nickte. Ansonsten? Kein Wort des Bedauerns, keine öffentlich ausgesprochene Entschuldigung. In seinem Schlusswort sagte der Angeklagte bloß: „Passt schon.“

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