Kindergärten werden teurer

Die Gebühren für die Kindergärten in Illertissen werden ab September erhöht. "Moderat", wie die Kommune betont. Die meisten Stadträte meinen, die Eltern könnten die Mehrkosten durchaus verkraften.

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Je nach Buchungszeit und Alter des Kindes beträgt die Erhöhung der Kindergartengebühren in Illertissen ab September zwischen drei und elf Euro im Monat. Drei Euro sind es beispielsweise bei vier Stunden Betreuung ab drei Jahren, elf Euro bei zehn Stunden für ein Kind unter drei Jahren. Wenn zwei Geschwisterkinder in den Kindergarten gehen, zahlen die Eltern je 75 Prozent, bei dreien sind es je 50 Prozent des fälligen Satzes. Diese Erhöhung sei moderat und durchaus vertretbar, stimmten die CSU- und die FWG-Fraktion der Stadtverwaltung zu. Die Vertreter von SPD, Bürgerliste und ÖDP/Grüne/Aktive Bürger hingegen lehnten sie ab, so dass es am Ende 14 zu 8 stand.

Im Vergleich mit anderen Kommunen sind die Elternbeiträge in Illertisser Kindergärten niedrig, hat Kerstin Breymaier von der Stadtverwaltung recherchiert. Außerdem wurden die Gebühren letztmals 2006 angehoben. Der monatliche Elternbetrag für eine tägliche Betreuungszeit von bis zu sieben Stunden liege aktuell bei 61 Euro im Monat. In Vöhringen kostet ein solcher Platz 67, in Senden 75 Euro. Eine im Herbst 2011 in ganz Bayern durchgeführte Umfrage habe ergeben, dass Eltern durchschnittlich sogar 90 Euro pro Monat für bis zu sieben Stunden Betreuung zahlen müssen.

Die Erkenntnis, dass man in Illertissen mit den Kindergartengebühren ganz gut leben könne, habe wohl auch bei den Eltern zu Verständnis für die Erhöhung geführt. Nur eine einzige Mutter habe ihr geschrieben, dass sie es nicht so toll finde, sagte Breymaier in der Stadtratssitzung. Alle Elternbeiräte und Kindergärtenleitungen seien im Vorfeld informiert worden, die kirchlichen Träger hätten Zustimmung signalisiert.

Breymaier ging auf die stetig steigenden Kosten der Kinderbetreuung in der Stadt ein. Im Jahr 2000 habe der städtische Anteil noch bei 1772 Euro pro Kind gelegen, 2010 seien es 3550 Euro gewesen. Ein wesentlicher Grund für den Anstieg sei die intensivere Betreuung, insbesondere durch die Verbesserung des Personalschlüssels von 1:12 auf 1:10 Kinder. 2010 habe die Stadt 55 Prozent der Betreuungskosten übernommen, die restlichen seien auf den Staat (32 Prozent) und die Eltern (13 Prozent) aufgeteilt worden. Um den städtischen Kostenanteil wieder auf 50 Prozent zu reduzieren, solle nun der Elternanteil angehoben werden.

Die Gegner der Erhöhung argumentierten damit, dass die Stadt ein politisches Signal setzen müsse, wenn sie sich als familien- und kinderfreundlich darstellen wolle. "Wir müssen für die Eltern eintreten", forderte Wolfgang Ostermann (SPD). Gerhard Reisinger (Bürgerliste) beantragte, im letzten Kindergartenjahr den Vormittagsbesuch kostenfrei anzubieten. Sein Antrag wurde mehrheitlich abgelehnt. Die Mehrheit im Stadtrat ist der Meinung, dass sich die meisten Eltern die Erhöhung leisten können. Wirklich arme Familien, so argumentierten Bürgermeisterin Marita Kaiser und Kerstin Breymaier, bekämen den Beitrag vom Sozialamt ersetzt.

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