Kein Geld für Vollzeitstelle in der Seniorenberatung

Die Sendener Seniorenberatung ist als Vollzeitstelle nicht zu halten. Die Zuschüsse reichten dafür nicht aus, so Pflegeheim-Leiterin Oestreicher.

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Die Seniorenberatung im Altenzentrum St. Elisabeth unterstützt seit Jahren Hilfesuchende in finanziellen und pflegerischen Fragen und steht allen Landkreisbürgern offen. Bis Mitte 2010 teilten sich die Stadt Senden und der Landkreis 90 Prozent der Personalkosten, dann stieg Senden aus dem Vertrag aus. Mit dem Anteil des Landkreises und zusätzlichen 5000 Euro vom Förderverein St. Elisabeth könne das Altenbetreuungszentrum aber keine Vollzeitstelle finanzieren, sagte Pflegeheim-Leiterin Anna-Maria Oestreicher in der Jahreshauptversammlung des Fördervereins. Die Stunden von Seniorenberaterin Bianca Konrad hätten gekürzt werden müssen, worauf sich diese anderswo eine Ganztagsstelle gesucht habe. Oestreicher kündigte an, für die Seniorenberatung eine Halbtagskraft aus dem Pflegebereich zu suchen.

Der Frust war der Geschäftsführerin deutlich anzumerken, als sie auf gestresste Schwestern und zeitweisen Personalmangel im Haus angesprochen wurde. "Ein großes Politikum" sei das Thema "Pflegepersonal", erklärte Oestreicher: Es gebe einen vorgeschriebenen Personalschlüssel sowie eine Fachkraftquote. Sie würde gerne mehr Leute einstellen, schon um Strafzahlungen zu vermeiden, die fällig werden, wenn eine Einrichtung die Fachkraftquote nicht erfüllt. Doch sei der Arbeitsmarkt leergefegt und qualifizierte Leute einfach nicht zu bekommen. Teilweise sitze sie stundenlang am Telefon, um Ersatz für erkrankte Mitarbeiter zu finden. Auch werde versucht, mit 400-Euro-Kräften zu arbeiten. Die seien aber oft nicht bereit zu Wochenenddiensten, Nachtschichten oder Einsatzstunden während der pflegeintensiven Zeiten. Ein Glück seien da die "guten, engagierten Mitarbeiter" und die vielen Ehrenamtlichen.

Laut Oestreicher werden alte Leute länger als früher zu Hause betreut. Komme ein Patient dann ins Heim, müsse er oft sehr intensiv gepflegt werden. Private Einrichtungen bemühten sich bei der Aufnahme um "eher pflegeleichte Personen statt Leute mit Pflegestufe 3", sagte sie. Der christliche Auftrag von St. Elisabeth lasse das nicht zu. Das Heim müsse daher mit höheren Kosten für Patienten, Versorgungsmaterial und Personal rechnen. Diese würden aber nicht auf den Pflegesatz umgelegt, sondern es würden "Wege gesucht, das abzudecken".

Froh sei sie über private Spenden, mit denen Patienten Gutes getan werden könne. So gebe es ein "rollendes Frühstücks- und Abendessenbuffet" sowie Spezialgeräte, um Patienten mit Schluckbeschwerden ihr Lieblingsgericht in Schaum- oder Breiform zu servieren. Dem Förderverein komme bei der Finanzierung solcher Dinge eine wichtige Rolle zu.

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