Kaum Einwände gegen Straßenerneuerung in Kadeltshofen

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Die Ortsdurchfahrt von Kadeltshofen soll saniert werden. Die Markträte werden bald darüber entscheiden.  Foto: 

Wenn keiner schimpft, gilt das in Schwaben als Lob. Moderates Schimpfen, wie es unter dem Diskussionspunkt „Ausbau der Ortsdurchfahrt Kadeltshofen“ aufkam, müsste demnach als Zustimmung zu werten sein. So sah es wohl auch Bürgermeister Josef Walz, als er am Ende der Diskussion in die Runde der 70 Teilnehmer fragte: „Erhebt sich da Widerspruch?“ Es erhob sich keiner.

Dennoch wurden die Ausbaupläne im Gasthof Fischer durchaus kritisch diskutiert: „Ich sehe da keinen Sinn drin“, lautete etwa eine Wortmeldung. Walz wies darauf hin, dass Kanäle und Lampen, diese müssen Kommune und Anwohner gemeinsam bezahlen, sowieso einer Erneuerung bedürften. Wie hoch der zu erwartende Ausbaubeitrag für die Anwohner ist? Für Gehsteige, Kanäle und neue Laternen müssten sich die Anlieger laut Walz voraussichtlich mit insgesamt 47 600 Euro beteiligen. Mehr als das doppelte steuere die Kommune bei. Den Straßenausbau selbst bezahle komplett der Freistaat.

Kritik an Bushalt

Wie bereits die Markträte in der jüngsten Sitzung, sahen Teilnehmer der Bürgerversammlung den geplanten Umbau der Bushaltestelle kritisch.  Laut Walz erfolgt dieser nach neusten Richtlinien in Sachen Verkehrssicherheit. Die beiden gegenüber liegenden Haltepunkte sollen ihre bisherigen Busbuchten verlieren. Wenn der Bus hält, müssen künftig auch die nachfolgenden Autos halten. Die Kinder stünden dann jedoch insgesamt zu nah an der Straße, wurde kritisiert. Positiv sah ein Mann die zwischen den Haltepunkten geplante Verkehrsinsel. Sie werde den Verkehr bremsen und für niedrigere Geschwindigkeiten im Ort sorgen.

Walz jedenfalls kündigte an, als Fazit aus der Diskussion den Straßenausbau im Marktrat auf den Weg zu bringen. Das staatliche Bauamt in Krumbach hatte ein eindeutiges Votum erbeten, wenn es Ressourcen in eine Planung stecken soll.

Wie bereits berichtet, hatte der Markt­rat im Mai einen ursprünglich geplanten Gesamtausbau der Staatsstraße 2021 zwischen Kadeltshofen und Pfaffenhofen abgeblasen. Grund waren Proteste der Bürger im Ortsteil Berg gewesen. Dort hätte laut Plänen des Staatlichen Bauamts ein Stück der Staatsstraße zur Ortsstraße umgewidmet werden sollen. Der neue Staatsstraßenabschnitt wäre als Umgehung um den Ort herum gebaut worden. Der Gesamtausbau der Staatsstraße ab Nersingen bis Pfaffenhofen ist seither gestoppt. Die Pfaffenhofener Markträte, viele haben die Diskussion in der Kadeltshofener Bürgerversammlung verfolgt, müssen in einer der kommenden Sitzungen entscheiden, ob sie den Ausbau der Ortsdurchfahrt zumindest in Kadelts­hofen auf den Weg bringen.

Ein weiteres Thema war die Finanzierung von Abwasserleitungen in die Pfaffenhofener Kläranlage. Wie berichtet, sollen Bürger der Ortsteile Balmertshofen, ­Beuren, Biberberg, Hirbishofen, Kadeltshofen, Luippen, Niederhausen, Raunertshofen und Remmeltshofen diese mit einer Einmalzahlung finanzieren. Beklagt wurde außerdem: Staus vor der Grüngutdeponie in Berg. Radfahrer würden von parkenden Autos mit Anhängern behindert. Und: Weil die Busverbindung nachts zu wünschen übrig lasse, forderte ein Kadeltshofener, den Nachtbus nicht nur samstags, sondern auch freitags fahren zu lassen.

Bürgerversammlungen Auf den Bürgerversammlungen in Beuren und Biberberg war vor je rund 50 Bürgern die Druckleitung zur Kläranlage in Pfaffenhofen Thema gewesen. Bürgermeister Josef Walz erläuterte dort, dass die Pfaffenhofener Anlage auf dem neuesten Stand sei. Sie werde mit dem zusätzlichen Schmutzwasser aus Beuren und Kadeltshofen gut klar kommen. Die Kosten für die Druckleitung von Beuren liegen bei 830 000 Euro. Eine ähnliche Leitung von Kadeltshofen nach Pfaffenhofen war bereits 2011 für rund 460 000 Euro verlegt worden. Weil Einmalbeiträge für die Bürger letztlich preiswerter seien, als über Jahre hinweg hohe Abwassergebühren, habe sich der Marktrat für die Beiträge entschieden. Eine Frage war, wann die Heimstraße im Beurener Neubaugebiet fertig gestellt werde. Dies werde geschehen, der genaue Zeitpunkt bleibe jedoch noch offen. In Biberberg wurde vorgeschlagen, die Verbindungsstraße zum Ortsteil Niederhausen auszubauen. Laut Bürgermeister Josef Walz sei dies aber zu kostspielig.

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