Katzenpension: Auch Stubentiger müssen mal Ferien machen

Miriam Graf leitet die Nersinger Katzenpension. Derzeit ist die Einrichtung voll belegt. Wer einen Platz für seinen Vierbeiner buchen will, muss früh dran sein.

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Miriam Graf kümmert sich um eine ihrer Katzen. 15 Tiere teilen sich die Pension an der Ulmer Straße in Nersingen. Die meisten Vierbeiner gewöhnen sich schnell an ihr vorübergehendes Domizil, sagt die Pensionsleiterin.  Foto: 

Mimi liegt entspannt auf dem Tisch und schläft, Dickie klettert am Gitter hoch, Emma blickt neugierig vom Kratzbaum herunter:  Es ist Hochsaison in der Katzenpension Nersingen, alle Pensionsplätze sind belegt. 15 Stubentiger teilen sich die katzengerechte Ferienwohnung im ersten Stock über der Tierarztpraxis an der Ulmer Straße. Ein weiterer tierischer Gast logiert in einem separaten Bereich. „Er hat alle anderen Katzen nervös gemacht, einzeln fühlt er sich wohler“, sagt Tierpflegerin und Pensionsleiterin Miriam Graf zur Begründung.

Von Juli bis September herrsche Hoch-Zeit in der Katzenpension, sagt sie, die Plätze seien oft schon Monate im Voraus ausgebucht. „Ich bekomme jetzt Anfragen für den nächsten Sommer.“ Auch andere Ferientermine wie Pfingsten und Weihnachten seien sehr gut besucht. Viele der Katzen seien mittlerweile Stammgäste und würden von Frauchen und Herrchen immer wieder zu Miriam Graf gebracht. „Das freut mich natürlich besonders, wenn sie sagen: Wir wissen, dass die Katzen hier gut aufgehoben sind.“

Auch vereinfache die Kundenbindung ihre Arbeit: „Wenn eine Katze schon öfter hier war, kenne ich sie gut und weiß, wie sie sich verhält.“ Bei neuen Gästen müsse sie sich auf die Einschätzung der Besitzer verlassen.

Auch wenn Katzen vom Jagdverhalten her Einzelgänger seien, fühlen sie sich auch im Gruppenverband wohl, sagt Graf. Wenn eine Katze neu zu den anderen stoße, halte sie sich in der Regel zunächst zurück. „Wie Kinder, die zu Besuch sind, benehmen sie sich am Anfang gesittet.“

Nach einer Eingewöhnung lernen die Vierbeiner schnell, zu welchen Artgenossen sie lieber Abstand halten sollten und mit wem sie gut zurechtkommen. Die meisten würden sich problemlos in die Routine der Katzenpension einfügen, sagt Graf. Schwer sei es hingegen oft für die Menschen: „Ich hab hier immer wieder Besitzer stehen, die beim Abschied weinen.“ Viele würden sich zwischendurch melden und fragen, ob es dem Tier auch wirklich gut geht. „Die Katzen sind halt Familienmitglieder.“

Geimpft und kastriert

Die häufigste Buchungszeit betrage 18 Tage. So lange bleiben die Tiere in der Regel in der Nersinger Spezialpension. Doch auch verlängerte Wochenende oder ganze Monate verbringen viele Katzen bei ihr, sagt Graf. „Manchmal sind es sogar sechs Monate. Wenn Leute krank sind und auf Reha müssen oder aber auf Montage gehen.“ Voraussetzung für einen Pensionsaufenthalt in der Einrichtung sei ein Gesundheitszeugnis, das maximal sieben Tage alt sein dürfe. Zudem müssen die Katzen geimpft und erwachsene Tiere kastriert sein.

Miriam Graf ist zumeist sieben Tage die Woche in der Pension. Sie reinigt das Katzenzimmer, kümmert sich um Futter und Fellpflege. Im November hat sie in diesem Jahr zum ersten Mal eine Schließzeit von dreieinhalb Wochen. Denn dies sei die Zeit im Jahr, in der am wenigsten los sei, auch wenn die Pension nie komplett unbewohnt sei. Zu viel wird ihr die Arbeit auch nach neun Jahren nicht, sagt sie. „Ich hab die Tiere einfach sehr gern.“

Mitunter schwere Abschiede aber gehören immer wieder dazu: Am Nachmittag etwa wird Emma von ihren Besitzern abgeholt, der Katzenkorb steht schon bereit. Doch der nächste vierbeinige Gast lässt nicht lange auf sich warten: „Morgen kommt Felix“, sagt Miriam Graf mit einem Blick in ihren Terminplan. Es ist immer etwas los in der Nersinger Pension.

Außengelände Auch andere Katzenpensionen im Landkreis Neu-Ulm bieten Urlaubsbetreuung für Katzen an. Bei Dieter Wagner im Nersinger Ortsteil Oberfahlheim etwa steht den Gästen ein 180 Quadratmeter großes Außengelände zur Verfügung. In Neu-Ulm übernimmt die Pension Axis in Offenhausen die Betreuung der Vierbeiner.

Alternativen Weitere auf Katzen spezialisierte Pensionen gibt es beispielsweise aber auch in Ulm, Dornstadt und Neenstetten.

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