Kanäle für St.Jodok-Kirche in Senden teurer

Dass es manchmal nicht einfach ist, zügig zu helfen, stellte der Bauausschuss bei Notmaßnahmen für St. Jodok fest. Dort wird wohl alles teurer. Deshalb hat der Stadtrat jetzt einen Beschluss vertagt.

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Schon im Juni, als das Foto entstand, hat Architekt Jörg Mangold (rechts) die Pläne für die Sanierung von St. Jodok präsentiert. Nun wird es teurer.  Foto: 

Schnell und unbürokratisch hatten die Sendener Stadträte helfen wollen, nachdem bekannt worden war, dass verstopfte Regenwasserableitungen die Bausubstanz St. Jodok gefährden. Wie berichtet, war die Kirche gerade erst für rund eine Million Euro renoviert worden. Übersehen worden war jedoch, dass die alten Kanäle rund um die Kirche ihre Aufgabe bei starkem Regen nicht mehr erfüllen können. Das Wasser aus den Regenrinnen läuft dann nicht mehr ab und gefährdet die Mauern des frisch sanierten Gotteshauses.

Die CFW/FWG-Fraktion hatte zur Sitzung des Planungs-, Bau- und Umweltausschusses deshalb einen Antrag vorbereitet, wonach die Stadt die Kosten für die Kanalrenovierung übernehmen soll. Dafür sei die Kommune durchaus zuständig, nur sei das aus Versehen in den entsprechenden Verträgen nicht mit aufgenommen worden. "Nach unserer Überzeugung wären auch die Regen-Entwässerungsleitungen Ver-tragsgegenstand geworden, hätte man seinerzeit an sie gedacht", heißt es im Antrag der Freien Wähler. 20.000 Euro hatte Architekt Jörg Mangold hierfür errechnet. Georg Schneider (SPD) schlug vor, die Summe in den Nachtragshaushalt einzustellen. CSU-Fraktionsvorsitzender Walter Wörtz wollte ebenfalls keine Zeit verlieren.

Die neueste Kostenschätzung, die Architekt Mangold jedoch zur Sitzung präsentierte, ließ die Anwesenden aufhorchen. Demnach würde die Kanalsanierung wohl eher 37.700 Euro kosten, führte Mangold aus. Bei der ursprünglichen Kostenschätzung sei vergessen worden, die üblichen zehn Prozent Zusatzkosten für mögliche Komplikationen einzurechnen. Außerdem habe er weitere Nebenkosten nicht berücksichtigt, und auch nicht die Mehrwertsteuer. Die Gesamtkosten samt Neugestaltung der Außenanlage bezifferte Mangold nun mit fast 162 000 Euro. Die ursprüngliche Schätzung hatte 110.000 Euro betragen. Die Begründungen schienen Bürgermeister Raphael Bögge (CSU) wenig plausibel. Bögge schlug deshalb vor, einen Beschluss doch lieber zu vertagen. In der Stadtratssitzung kommende Woche solle dann mit "sauber aufbereiteten Zahlen" gearbeitet werden.

Helmut Meisel (Grüne) kritisierte außerdem, dass die Zuständigkeiten zwischen Stadt und Kirche weiter unklar seien. Laut Verträgen sei ja die Stadt für die Außenanlagen, somit wohl auch für die Kanäle, zuständig. Die Ideen für die Neugestaltung der Außenanlagen, die im Anschluss an die Kanalsanierung vorgesehen ist, seien jedoch bislang von der Kirche ausgegangen. Meisel: "Wenn die Außenanlage Sache der Stadt ist, dann möchte ich auch die Planung übernehmen."

Das Gremium beschloss, über die Kanalsanierung in der Stadtratssitzung am Dienstag, 28. Juli, neu zu beraten. Das Vorgehen in Sachen Außenanlagen wurde an den Ferienausschuss delegiert, der sich im August trifft.

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