Junger Afghane hofft weiter auf eine Zukunft in Deutschland

Der Asylantrag von Khyber P., der im Herbst nach Ungarn abgeschoben werden sollte, muss in Deutschland behandelt werden. Doch das dauert.

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Khyber P. wird vom Elchinger Freundeskreis Asyl unterstützt. Dort engagiert sich auch Sigrid Thelen.  Foto: 

Er sei zwar froh, dass er nicht mehr nach Ungarn abgeschoben werden kann, sagt der junge Afghane Khyber P. - gleichwohl zermürbe ihn die ungewisse Perspektive. "Ich hatte geglaubt und gehofft, dass ich in Deutschland in Freiheit leben kann." Doch immer noch überwiege die Angst.

Alle paar Wochen muss sich Khyber vom Landratsamt bescheinigen lassen, dass er im Land "geduldet" ist. Das bedeute lediglich, "dass die Abschiebung ausgesetzt ist", erklärt Sigrid Thelen vom Elchinger Freundeskreis Asyl. Doch letztlich handelt es sich um eine reine Formalie: Die Frist, in welcher der junge Afghane nach Ungarn abgeschoben werden konnte, ist längst verstrichen.

Sie lief am 19. November ab,  was auch vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge bestätigt worden sei, wie Rechtsanwalt Christoph Käss sagt. Auf das Schreiben des Anwalts und den Antrag, das Asylverfahren in Deutschland aufzunehmen, habe das Amt allerdings bisher nicht reagiert.

Was den Anwalt angesichts der Menge der noch nicht entschiedenen Fälle nicht weiter verwundert. Am 30. Dezember schrieb Käss ein weiteres Mal an die Behörde und schickte gleich ein aktuelles ärztliches Attest mit. Daraus geht hervor, dass Khyber nach wie von einem Spezialisten behandelt wird.

Denn der junge Afghane, der sich im September aus Angst vor der Abschiebung nach Ungarn das Leben nehmen wollte und nach dem Suizidversuch einige Wochen in einer psychiatrischen Klinik war, leidet bis heute unter den Folgen der Flucht und der drohenden Ausweisung. Gegen diese hatten Anfang September rund 60 Elchinger Bürger vor der Asylbewerberunterkunft im Gemeindeteil Unterelchingen protestiert.

Der 24-jährige Afghane kam vor einem Jahr in Deutschland an, war aber auf der Flucht in Ungarn registriert worden. Er hatte sein Land verlassen, weil er dort um sein Leben fürchten musste: Die Taliban verfolgten ihn, da er als Dolmetscher für die US-Truppen gearbeitet hatte. Zurzeit wohnt er wieder im ehemaligen Gasthof Adler. Er muss weiterhin in einer Gemeinschaftsunterkunft leben. Da die Duldung aber bayernweit gilt, kann er seinen Cousin in München besuchen.

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