In Weißenhorn unterstützen drei Flüchtlinge die Mitarbeiter des städtischen Bauhofs

Gleich mehrfache Verstärkung hat der Weißenhorner Bauhof am vergangenen Montag bekommen: Drei Flüchtlinge aus Afghanistan packen seitdem bei der Grünflächenpflege und anderen Arbeiten mit an.

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Medina A. (rechts) bei der Pflege alter Bücher im Archiv des Heimatmuseums in Weißenhorn.  Foto: 

"Arbeit gut, alles gut." So bringen die drei Asylbewerber in noch etwas gebrochenem Deutsch ihre neue Beschäftigung im Weißenhorner Bauhof auf den Punkt. Auf Initiative des örtlichen Helferkreises unterstützen eine junge Frau und zwei Männer die Bauhofmitarbeiter bei allen anfallenden Arbeiten. Mit ihrem Eifer haben sie sich schon innerhalb weniger Tagen den Respekt ihrer neuen Kollegen erworben.

Für die Afghanin Medina A. ist es eine völlig neue Erfahrung, gemeinsam mit Männern und Frauen in einem Team zu arbeiten. Zu Hause hatte die 20-Jährige kaum Möglichkeiten, sich weiterzubilden oder überhaupt nur aus dem Haus zu kommen. Seit Januar lebt sie in Weißenhorn, hat schon ein bisschen Deutsch gelernt und kümmert sich nun als Teil des Bauhof-Grünpflege-Trupps darum, dass das Unkraut in der Stadt keine Chance hat. Von 7 Uhr früh bis 12 Uhr hackt sie Beete, jätet und zupft. 1,05 Euro pro Stunde bekommt sie für ihre Arbeit, selbst verdientes Geld, auf das sie stolz ist. Wenn es - so wie am Donnerstag - regnet, pflegt sie alte Bücher aus dem Weißenhorner Museumsarchiv.

Ihre Kollegin Gisela Kühner findet, dass die 20-jährige Afghanin ihre Arbeit zuverlässig und fleißig erledigt. Ein bisschen schüchtern sei sie noch, und geredet werde meist "mit Händen und Füßen", aber das sei schon in Ordnung, sagt Kühner. Was die Bauhof-Arbeiterin beschäftigt: Manchmal weine die junge Afghanin - warum, das wisse sie nicht. Petra Bohatsch vom Asyl-Helferkreis kennt dagegen die schlimmen Erlebnisse, die die junge Frau auf ihrer Flucht hatte und weiß, dass die Afghanin sehr unter der Trennung von ihrer Familie leidet, die anderswo in Deutschland untergekommen ist. Umso mehr freut es Bohatsch, dass Medina S. im Bauhof eine Aufgabe gefunden hat, die sie vom Grübeln abhält und die ihr Erfolgserlebnisse verschafft. "Zudem lernt sie noch viel schneller Deutsch, wenn sie täglich mit Deutschen zusammen ist."

Auch der 38-jährige Ibrahim S. arbeitet in der Grünflächenpflege. Er hilft Bauhof-Mitarbeiter Florian Horn beim Hecken schneiden. "Ein sehr angenehmer Typ" sei der Afghane, sagt Horn, und voll motiviert. "Der weiß gleich, wo er hinlangen muss." Das sei nicht selbstverständlich, betont der städtische Mitarbeiter.

Beliebt gemacht hat sich auch Abdulwares J., der dritte im Bunde. Der 28-jährige dreifache Familienvater, der im Januar mit Frau und drei kleinen Söhnen in die Fuggerstadt kam, ist eigentlich Schneider. Für den Bauhof packt er derzeit bei der Sanierung der Toiletten in der Grundschule Süd mit an. Sicherheitsschuhe, Gehörschutz und Arbeitskleidung bekam er wie die anderen Flüchtlinge von der Stadt. In den ersten Tagen habe der Afghane überwiegend geholfen, Bauschutt wegzuräumen, erklärt Baustellencapo Michael Wanner. Inzwischen dürfe der 28-Jährige auch mit dem schweren Gerät, also dem Bohrhammer, arbeiten. "Seitdem lacht er nur noch." Abdulwares selbst gibt das Lob zurück: "Alles gut, nette Leute", sagt er. Er sei froh, etwas tun zu können und auch noch ein bisschen Geld für die Familie zu verdienen.

Bauhofleiter Thomas Pieper freut sich über das gute Miteinander seiner Arbeiter mit den Flüchtlingen: "Da ist aus einem Asylbewerber ganz schnell ein Teammitglied geworden." Im Bauhof gebe es immer genug zu tun, da seien die drei eine willkommene Unterstützung. Petra Bohatsch denkt noch weiter: Der Einsatz im Bauhof könne den dreien später einmal auf der Jobsuche als Referenz dienen. Und bis dahin hätten sie etwas Sinnvolles zu tun und das Gefühl, gebraucht zu werden. Die Zusammenarbeit des Helferkreises mit Stadt und Landratsamt bei der Genehmigung der Beschäftigung sei reibungslos verlaufen, lobt Bohatsch. Alles laufe völlig unkompliziert.

Helferkreis Asyl

Versammlung Derzeit leben in Weißenhorn 15 Asylbewerber, eine Unterkunft für rund 20 Flüchtlinge in Biberachzell wird im Laufe des kommenden Monats belegt. Betreut werden die Asylbewerber vom Helferkreis Asyl unter der der Führung von Petra Bohatsch. Die Mitgliederversammlung beginnt am Montag um 20 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses.

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Kommentare

25.07.2015 15:43 Uhr

Antwort auf Petrisors Propaganda

Mal wieder die übliche Hetze.
Die Salafisten, die wir in Deutschland haben, sind in der Regel "deutsche" Eigengewächse, meist hier aufgewachsen und oft sogar mit astreiner "Arier"-Abstammung (Stichwort "Konvertit"), wie man wohl in Petrisors Kreisen sagen würde. Man darf davon ausgehen, dass sich um diese potentiellen Verbrecher die Polizei und die deutschen Dienste kümmern. Im übrigen ist nicht jeder Salafist ein Terrorist oder Gewalttäter, so unglaublich übel deren Weltbild auch ist.
Die Behauptung, ein Großteil der Salafisten in Deutschland seien als Asylsuchende nach Deutschland gekommen, ist schlicht gelogen.
Aber das macht ja nichts, was stört Petrisor bei seiner Propaganda die Wahrheit?

Und hat er Angst ums Geld? Dann sollte sich Petrisor mal mit den hunderten von Milliarden Euro befassen, die wir steuerzahlenden Bundesbürger für die "Rettung" von deutschen und internationalen sogenannten Großbanken bezahlt haben.
Das dürfte uns mehr als das Tausenndfache gekostet haben als das Geld, dass direkt sinnvoll für notleidende Menschen eingesetzt wird.
Aber was juckt das Petrisor bei seiner Propaganda....

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25.07.2015 14:05 Uhr

Antwort auf „Antwort auf „Antwort auf „Arbeit”””

"Ihre" Steuern?

Guter Witz. Jeder, der jemals einen Ihrer Beiträge gelesen hat, dürfte es für mehr als unwahrscheinlich halten, dass ausgerechnet Sie in nennenswerter Weise zum Steueraufkommen beitragen.

Und wen meinen Sie eigentlich, wenn Sie "wir" schreiben?

Niemand, den ich kenne, wurde je von einem Flüchtling beschimpft, schon gar nicht als "ungläubiger Hund". Also wenn Sie schon Ihre fremdenfeindlichen Fantasieprodukte als Realität ausgeben wollen, dann sprechen Sie wenigstens nicht für andere Leute mit!

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25.07.2015 07:37 Uhr

Antwort auf „Antwort auf „Arbeit””

Mir ist keine Nonne mit Vitamin D3 Mangel bekannt, Sorgen mache ich mir um meine Steuern, all die Milliarden die für diese sogenannten Flüchtlinge verpulvert werden und obendrein dürfen wir uns dann später von einem Teil dieser "armen Menschen" als ungläubige Hunde beschimpfen lassen. Wo kommen denn die ganzen Salafisten zum Großteil her?

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24.07.2015 17:48 Uhr

Antwort auf „Arbeit”

Hoppla, Petrisor als mitfühlender Mensch? Macht er sich doch anscheinend Gedanken um die Gesundheit von Mitmenschen?
Ob er sich auch Sorgen um die Gesundheit z.B. von Nonnen macht?
Nö, nicht wirklich...
Aber auf den Inhalt dieses Artikels geht er ja überhaupt nicht ein.
Und das ist auch nicht verwunderlich.
Passt das doch gar nicht zu seinem Weltbild von den angeblich so"bösen" Flüchtlingen, die angeblich fast alle kriminell und faul seien und uns Teutsche nur ausbeuten wollten, wie von ihm ja schon oft zu lesen war und wohl auch noch zu lesen sein wird.
Nun ja, jedenfalls beschreibt der Artikel, wie Intergration und friedliches Zusammenleben zum Nutzen aller funktionieren kann, ganz real in der Wirklichkeit. Offensichtlich haben diese Menschen aus dem fernen Orient wesentlich mehr an deutschen Tugenden aufzuweisen, asl ein nicht kleinerr Teil der sogenannten Bio-Deutschen.

Aber solche Tatsachen kann Petrisor halt gar nicht verputzen,der Arme...

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24.07.2015 15:09 Uhr

Arbeit

"Für die Afghanin Medina A. ist es eine völlig neue Erfahrung, gemeinsam mit Männern und Frauen in einem Team zu arbeiten. Zu Hause hatte die 20-Jährige kaum Möglichkeiten, sich weiterzubilden oder ++++ überhaupt nur aus dem Haus zu kommen." ++++++

Schön für die junge Frau auch mal mit Männer zusammen zu arbeiten, hoffentlich gibts da aber keinen "Kulturellen Ärger" zu Hause.

Wussten sie übrigens das verschleierte Frauen vermehrt gesundheitliche Probleme haben?

http://www.welt.de/gesundheit/article13558163/Verschleierung-soll-Vitamin-D-Mangel-befoerdern.html

Leider ist aus obigem Artikel nicht ersichtlich wie weit verschleiert die junge Frau war/ist.

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