Festgottesdienst: Im Halbrund um den Altar

Mit einem Festgottesdienst und einem Konzert wird am 5. November die neu renovierte Kirche in Au eingeweiht. Auch Bischof Zdarsa kommt zu dem großen Ereignis.

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Hell und freundlich wirkt die neu renovierte Auer Kirche.  Foto: 

Worauf fällt der erste Blick, wenn man die neu gestaltete katholische Kirche in Au betritt? Ist es das leuchtende Rot der mundgeblasenen Glasplatten, die den Altar scheinbar stützen? Oder das Halbrund der Sitzordnung, die in Fortsetzung des gleichfalls gerundeten Altarbereiches die Aufmerksamkeit ebenso nach vorn lenkt? Oder die kreisförmige Anordnung der gesamten Kirche, die sich bis in den Freibereich hinter dem Altarraum fortzieht? Oder ist es das zeltartige Dach, das jetzt durch ein mittiges Fenster weitaus mehr Licht in den Raum lässt als vorher?

Mehr als 40 Jahre alt ist sie, die neue Kirche Mariä Himmelfahrt in Au, direkt neben der historischen aus dem Jahre 1496. Energetisch auf schlechtem Stand, ein undichtes Dach, ein verbrauchter Teppichboden – es gab viele Gründe, sie zu renovieren. Und auch viele Diskussionen mit Architekt Wolfgang Heisler und den kirchlichen Gremien bis die Planung stand. Zuletzt mischte sich sogar ein Büro der Kirchenführung in Augsburg ein. Doch jetzt kann sich das Ergebnis sehen lassen.  „Den Leuten gefällt es auch“, hat Mesnerin Gertrud Trompler festgestellt hat.

Kirche mit über 200 Plätzen

„Die Auer kommen aus Freude, dass sie jetzt ihre Kirche wieder haben, zum Gottesdienst“, sagt Pfarrer Dr. Andreas Specker anerkennend. Er setzt hinzu: „Das Schöne ist, hier kommen nicht nur alte Leute, sondern auch junge.“  Deshalb ist es gut, dass das Gotteshaus mehr als 200 Plätze bietet. In die alte Kirche nebenan passen nur 100 Besucher, das ist für Au eindeutig zu wenig.

Pfarrer Specker ist begeistert: „Endlich ist in dem Raum Struktur drin, vorher war alles so unentschieden.“ In vielen Planungssitzungen sei ein wichtiges Ziel erreicht worden: Den Kirchenbau als Ausdruck des Glaubensempfindens einer Zeit zu schaffen, in der der Gottesdienst nach der Liturgie von allen Beteiligten mitgestaltet und mitgetragen wird. Der Altar ist im Zentrum, das Dach ist das Zelt, die Gemeinde versammelt sich im Halbrund um den Altar.

Der Eingang zur neuen Kirche wurde versetzt, das Dach, das bisher alte und neue Kirche verbunden hatte, abgebrochen. Dadurch entstand ein offener Vorplatz, und statt des geschützten Durchgangs gibt es jetzt Arkaden, unter denen sich die Gottesdienstbesucher aufhalten können, wenn sie noch ein kleines Schwätzchen halten wollen. Der Asphaltboden vom Vorplatz wird mit wärmendem Unterbau im Innern des Gotteshauses fortgeführt. Der Aufenthaltsraum wirkt von außen nach innen und von innen nach außen.

Die Stühle, mit Filzkissen, und die Decke in hellem Eichenholz strahlen Wärme aus. Die neu gefasste Holzplatte des Altars wird von Stahlfüßen getragen. Die von dem Münchner Künstler Thomas Link entworfenen mundgeblasenen roten Glasscheiben des Altars wiederholen sich im Ambo und auch im Tabernakel. Der Außenbereich hinter dem Altar ist sozusagen die Apsis im Freien.

Direkter Zugang zum Pfarrgarten

Gegenüber der Planungen wurde ein bisschen abgespeckt, weil der Kostenrahmen von 3,4 Millionen Euro sonst nicht hätte eingehalten werden können. Doch es gibt jetzt ein Taufbecken und eine kleine Mariennische neben dem Altar. Der große Pfarrsaal hat einen eigenen Eingang und kann durch eine Trennwand verkleinert werden, so dass er von verschiedenen Gruppen genutzt werden kann. Ein Pfarrbüro, eine Aufwärm- und eine Spülküche mit direkten Zugängen vom Pfarrgarten – wichtig bei Festen – sowie eine großzügige Sakristei und ein Beichtzimmer ergänzen das Angebot.

Der Bischof kommt Der Festgottesdienst zur Einweihung der neu renovierten Auer Kirche Mariä Himmelfahrt beginnt am Sonntag, 5. November, um 10 Uhr mit Bischof Konrad Zdarsa. Der Gottesdienst wird gestaltet von der Musikkapelle und von der Chorgemeinschaft Au. Anschließend wird es ein Mittagessen in der Josef-Weikmann-Halle geben. Die Unterhaltung kommt von den Hit Kids unter der Leitung von Werner Ohmayer.

Konzert Um 17 Uhr präsentiert die  Chorgemeinschaft Au/Iller im neu geweihten Gotteshaus die Cäcilienmesse von Charles Gounod sowie Werke von Franz Schubert. Die Gesamtleitung hat Heike Häußler-Paul. Karten dazu gibt es im Vorverkauf zu je zwölf Euro unter Tel. 07303-90 06 59 sowie an der Abendkasse.

Kosten Von den Renovierungskosten in Höhe von 3,4 Millionen Euro übernimmt die Diözese Augsburg 2,1 Millionen. Die restlichen 1,3 Millionen Euro muss die Kirchenstiftung aufbringen. is

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