Illertissens Kämmerer: Finanzielle Lage ist solide

14,9 Millionen Euro will Illertissen dieses Jahr investieren. Ein noch nie da gewesener Rekord. Fast neun Millionen fließen in den Hoch- und Tiefbau.

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Kämmerer Markus Weiß hatte bei der Vorstellung des Illertisser Haushalts 2016 sichtlich Freude daran, die lokale Situation in den großen gesamtpolitischen Zusammenhang zu stellen. Sein Fazit am Ende: Krisengipfel und Notfallmaßnahmen sind fast schon zur Normalität geworden. Die finanzielle Lage der Stadt Illertissen könne aber nach wie vor als solide bezeichnet werden. Bis Ende des Jahres 2019 wird Illertissen trotz eines enormen Investitionsprogramms voraussichtlich rechnerisch schuldenfrei bleiben.

Als zunehmend stabile Steuereinnahmequelle bezeichnete Weiß die Beteiligung an der Einkommensteuer. 8,9 Millionen Euro fließen der Stadt aus diesem Topf in diesem Jahr zu. 2017 bis 2019 sei mit noch höheren Beträgen auf bis zu 10,4 Millionen Euro zu rechnen. "Mittlerweile ist das die wichtigste Einnahmequelle der Stadt", sagte der Kämmerer. Vor allem schätzt er diese Quelle, weil sie verlässlicher zu berechnen sei als die Gewerbesteuer. Aber auch bei dieser Steuer ist er zuversichtlich: Durch den Branchenmix sei man in der Stadt gut aufgestellt. Ein Plus in die Stadtkasse bringen auch Schlüsselzuweisungen in Höhe von einer Million Euro. Als größter Ausgabenposten fällt wieder die Kreisumlage an mit 7,4 Millionen Euro.

Bei der Darstellung der Gebührenhaushalte ging Weiß vor allem auf die Kosten im Kindergartenbereich ein. Der Personalaufwand für die Betreuung der kleinen Bürger sei stark gestiegen. Von den mehr als zwei Millionen Euro an Kosten werden gerade mal 9,8 Prozent durch die Gebührenanteile der Eltern gedeckt.

Weil der Deckungsgrad im Bestattungswesen nur 70 Prozent beträgt, müsse voraussichtlich spätestens nach dem Bau der neuen Aussegnungshalle mit einer Gebührenerhöhung gerechnet werden, kündigte der Kämmerer schon mal vorsorglich an.

Insgesamt 53,4 Millionen Euro umfasst der Gesamthaushalt Illertissens 2016, davon 37,8 Millionen Euro im Verwaltungsteil und 15,6 Millionen im Vermögensteil. 3,4 Millionen Euro sind für Hochbauten, 5,5 Millionen für den Tiefbau vorgesehen.

Größte Einzelbaumaßnahme sind die Restfinanzierung der Mittelschulen-Sanierung sowie die Modernisierungen der Kindergärten in den Ortsteilen Au und Tiefenbach. 3,5 Millionen Euro stehen für den Erwerb von Grundstücken bereit. Zwischen 2013 und 2015 waren es rund acht Millionen Euro, erläuterte Weiß. Dabei habe es sich um Wohnbau und Gewerbeflächen gehandelt, die in den nächsten Jahren weiter entwickelt und wieder veräußert werden können.

Nach der mittelfristigen Finanzplanung sind in den Jahren bis 2019 noch einmal 32,6 Millionen Euro für Investitionen eingeplant. "Wir fahren weiterhin ein hohes Tempo", kommentierte Weiß diese Tatsache. Die Diskussion der einzelnen Haushaltsbereiche im Stadtrat beginnt im Februar in der Sitzung des Kultur-, Bildungs- und Sozialausschusses.

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