Illertissen investiert kräftig

Auf eine finanziell solide Lage der Stadt Illertissen blickt Kämmerer Markus Weiß bei den Vorberatungen für den Haushalt 2017. Am Dienstag ist das Zahlenwerk zur Abstimmung im Stadtrat.

|
1,5 Millionen Euro sind im Illertisser Haushaltsentwurf 2017 für die Sanierung und Modernisierung der Aussegnungshalle im städtischen Friedhof eingeplant.  Foto: 

Diskussionen gab es nicht, die Nachfragen bei den Vorberatungen konnten an zwei Händen abgezählt werden. Die einzelnen Ausschüsse haben den von Kämmerer Markus Weiß vorgelegten Haushaltsentwurf 2017 samt mittelfristiger Finanzplanung gut geheißen. Einstimmig wurde dem Stadtrat empfohlen, ihn mit kleinen Ergänzungen zu beschließen.

Wird die eigentliche Vorbesprechung in den Fraktionssitzungen geleistet? Oder erübrigen sich längere Diskussionen, weil letztlich nur längst beschlossene Projekte in ein Zahlenwerk gegossen werden? Ansgar Batzner, Vorsitzender der Fraktion Freie Wähler, beantwortete das kurz und bündig: „Wir haben einen hervorragenden Kämmerer. Man geht verantwortungsvoll mit den Zahlen um.“ Der Stadtrat übe seine Kontrollfunktion zwar aus, lasse sich von Kämmerer Markus Weiß bei Bedarf Dinge erklären, doch „man muss sich ja nicht auf der Galerie profilieren“.

Die Kollegen sehen das ebenso. Der Haushalt bilde ab, womit sich das Gremium in Sitzungen zuvor bereits ausgiebig befasst habe. Dietmar Haas (CSU) sagt: „Die großen Batzen stehen fest, und das ist alles sehr realistisch, was hier geplant wird. Da wird niemand was finden, was nicht hieb- und stichfest ist.“ Helga Sonntag (ödp/Aktive Bürger/Grüne) spricht von „Information auf Augenhöhe“, die von der Verwaltung zur rechten Zeit komme. Und Andreas Fleischer (SPD) setzt noch eines drauf: „Im Gegensatz zur letzten Legislaturperiode sind wir bei Informationen zeitlich immer auf dem Laufenden, und was dann in den Haushalt muss, macht Herr Weiß in gewohnter Weise super.“

Volumen Mehr als 51,8 Millionen Euro umfasst der Gesamthaushalt 2017 in Illertissen. Davon entfallen gut 39,17 Millionen Euro auf den Verwaltungs- und 12,63 Millionen Euro auf den Vermögenshaushalt. Die finanzielle Lage der Stadt „kann wie im Vorjahr als solide bezeichnet werden“, sagt Kämmerer Weiß. Ende 2020 stehen voraussichtlich 5,1 Millionen Euro an Schulden 5,7 Millionen Euro an Rücklagen gegenüber, was bedeutet: Die Stadt ist rein rechnerisch schuldenfrei.

Steuereinnahmen Insgesamt erwartet die Stadt Steuereinnahmen in Höhe von rund 21 Millionen Euro. Davon macht die Beteiligung an der Einkommensteuer 9,35 Millionen Euro aus. Die ist laut Markus Weiß mittlerweile „eine stabile Säule der kommunalen Finanzen und wichtigste Einnahmequelle der Stadt“. Für die Jahre 2018 bis 2020 sei mit einem weiteren Anstieg auf bis zu 10,9 Millionen Euro zu rechnen. Die Gewerbesteuer sei jedes Jahr schwierig zu schätzen. Auch 2016 fiel sie letztendlich besser aus als bis Jahresmitte zu erwarten gewesen war. Heuer werden Einnahmen in Höhe von 8,25 Millionen Euro angesetzt. Schlüsselzuweisungen wird die Stadt ebenfalls erhalten, was allerdings darauf hinweist, dass Illertissen in der Steuerkraft keinen Spitzenplatz mehr einnimmt. Im Landkreis hält die Stadt Rang vier, bayernweit einen mittleren 343. Rang.

Kreisumlage Dass die Kreisumlage vom Landkreis voraussichtlich erhöht wird, hat Weiß berücksichtigt, allerdings zunächst nur mit 1,8 Prozent-Punkten. „Luft nach oben ist schon noch“, lässt er vorsichtig wissen. 8,6 Millionen Euro stehen vorerst im Illertisser Etat. Die Personalkosten steigen um 5,4 Prozent. Aber: Mehr Einwohner, so der Kämmerer, ziehen mehr Personal nach sich: in den Kindergärten, im Bauhof, in der Verwaltung. Im Übrigen soll geprüft werden, ob und wie die Verwaltung effizienter organisiert werden kann, wo Nachbesserungen notwendig sind. Dafür sind 50.000 Euro eingeplant.

Investitionen 11,2 Millionen Euro sind für Investitionen vorgesehen. 2,2 Millionen Euro fließen in den Hochbau, 5,5 Millionen Euro in den Tiefbau. Die wichtigsten Projekte: der Neubau der Aussegnungshalle (1,5 Millionen Euro), die Erschließung des Gewerbegebiets südlich der Nordtangente, die Baugebiete Süd-Ost Tiefenbach und Jedesheim Nord-West, die Innenstadtsanierung „Auf der Spöck“ und die Dorferneuerung Jedesheim. 2,2 Millionen Euro sind als Verkaufserlöse von Grundstücken eingeplant, wovon ein Teil wieder in die Straßen- und Kanalsanierung fließt. Der Vermögenshaushalt wird mit einer Zuführung aus dem Verwaltungshaushalt in Höhe von 2,6 Millionen Euro, mit Erschließungsanteilen, mit Zuschüssen und Zuweisungen, vor allem aber mit fast 4,4 Millionen Euro aus der allgemeinen Rücklage finanziert. Auch in der mittelfristigen Finanzplanung bis 2020 sind noch einmal 34,6 Millionen Euro für Investitionen eingeplant.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Ende der möglichen Jamaika-Koalition kam für viele Ulmer überraschend

Umfrage: Einige Passanten hätten sich eine Einigung gewünscht, manche finden das Handeln der FDP jedoch konsequent. weiter lesen