Höherer Durchsatz für die Müllverbrennung?

Die Müllverbrennung in Weißenhorn bleibt ein spannungsgeladenes Thema: Die jüngste Diskussion dreht sich darum, den Durchsatz zu erhöhen.

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Die gute Nachricht zuerst: Das Müllkraftwerk in Weißenhorn arbeitet weitgehend schadstofffrei. Im Sinne von: Der Schadstoffausstoß ist weit entfernt von den gesetzlich festgelegten Grenzwerten. Das hat eine neuerliche Messung der Dekra ergeben. Auch die Belastung mit Schwermetallen hat sich in den vergangenen Jahren stark reduziert - bis unter die Grenze der Nachweisbarkeit. Das hat der neueste Emissionsbericht des Abfallwirtschaftsbetriebs ergeben, der gestern im Umwelt- und Werkausschuss des Kreistags vorgestellt wurde.

Dr. Ansgar Batzner (Freie Wähler) hatte im Dekra-Bericht eine starke Minderung von Schadstoffen festgestellt - vor allem bei Cadmium, aber auch bei Quecksilber und anderen giftigen Bestandteilen. Weniger Industriemüll, dafür mehr kommunale Haushaltsabfälle: So setze sich seit einiger Zeit der zu verbrennende Müll zusammen, deshalb auch die geringere Belastung. "Was als Gewerbemüll bei uns ankommt, ist kein Industriemüll, sondern eher Abfall, der aus dem Handwerk kommt und in seiner Zusammensetzung eher dem Hausmüll zuzurechnen ist", sagte Werkleiter Thomas Moritz.

Mehr Datenmaterial und vor allem mehr Erklärung braucht der Umwelt- und Werkausschuss noch in der Frage, welche Müllmengen den Leistungsmessungen für das Müllkraftwerk zugrunde liegen. Denn Heinz Peter Ehrenberg (Bündnis 90/Die Grünen), der die Diskussion eröffnet hatte, kam auf eine andere Durchsatzmenge als im Bericht der Dekra angegeben. Lege man die Jahresmenge von etwas mehr als 100 000 Tonnen und die jährliche Betriebszeit zugrunde, kommt Ehrenberg auf 7,1 Tonnen an verarbeitetem Müll pro Stunde. In dem Bericht sind im Schnitt 6,5 Tonnen pro Stunde genannt. "Müssen wir dann auch die Schadstoffmengen hochrechnen?", wollte der Kreisrat wissen - einräumend, dass man sich dann erfreulicherweise immer noch unter dem Grenzwert bewege. Wichtig sei ihm die Transparenz der Ausführungen, vor allem im Hinblick darauf, dass der Abfallwirtschaftsbetrieb eine Erhöhung der thermischen Leistung sowie der durchschnittlichen Durchsatzmenge auf 7,5 Tonnen pro Stunde beantragen will. Dies soll dazu dienen, die bisweilen nötige Zwischenlagerung von Müll auf dem Werksgelände zu vermeiden.

Die Berechnung einer bereits jetzt generell höheren Durchsatzmenge konnte Thomas Moritz nicht nachvollziehen. Die folgenden Ausführungen des Werkleiters reichten Landrat Erich Josef Geßner aber nicht, um das Thema auf der Tagesordnung zu belassen. Schließlich handle es sich bei der Müllverbrennung um ein sensibles Thema. Die Kreisräte bräuchten diese Daten schriftlich vor einer Beratung.

Dem schloss sich der Ausschuss einstimmig an: Die Durchsatz-Erhöhung wird erst im April diskutiert. Der Dekra-Bericht wurde ohne weiteren Kommentar zur Kenntnis genommen.

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