Hauptstraße wird enger Bauausschuss lässt sich von Unterschriftenaktion nicht beirren

Mit einer Unterschriftenliste wollte Stadtrat Franz Walk eine provisorische Straßenverengung an der nördlichen Hauptstraße in Pfaffenhofen verhindern. Der Bauausschuss folgte Walk jedoch nicht.

|
Mehr als 100 Unterschriften von Bürgern zum Trotz: Der Bauausschuss will die Hauptstraße in Pfaffenhofen mit Gliederelementen aus Kunststoff provisorisch einengen. Foto: Patrick Fauß

Vertreter von Landratsamt, Polizei, Verkehrswacht, Staatlichem Bauamt sowie der Gemeinde hatten im Sommer die Situation an der nördlichen Hauptstraße in Pfaffenhofen unter die Lupe genommen. Dort können Fußgänger die Straße zu Stoßzeiten nur schwer überqueren. Die SPD hatte deshalb schon seit längerem einen Zebrastreifen gefordert. Weil nicht genügend Fußgänger unterwegs seien, hatte das Staatliche Bauamt diese Lösung abgelehnt. Ihm fehlt zudem ein zentraler Punkt, an dem sich die Querenden "sammeln ließen".

Im September 2011 beschloss der Bauausschuss deshalb, den von Norden einfahrenden Verkehr mit einer provisorischen Einengung, südlich des Friedhofwegs, zu bremsen. "Persönlich weiß ich nicht: bringt es eine Verschlechterung oder eine Verbesserung", räumte Bürgermeister Josef Walz nun ein.

Am Montagabend hat Walz den Beschluss erneut zur Abstimmung vorgelegt. Grund: Mehr als 100 Anwohner hatten mit ihren Unterschriften gegen den Test protestiert. Staus und Probleme beim Ein- und Ausfahren auf und von der Hauptstraße werden befürchtet. Gemeinderat Franz Walk (FWG) war mit der Unterschriftenliste von Tür zu Tür gegangen. Er ist nicht Mitglied im Bauausschuss, war aber als Zuschauer bei der Sitzung dabei. "Mittlerweile habe ich sogar 170 Unterschriften zusammen", sagte er.

"Ich halte nicht viel von solchen Unterschriftensammlungen", sagte Karl-Heinz Thoma (SPD). Wenn jemand mit einer solchen Liste von Haus zu Haus geht, entstehe sozialer Druck. Die Leute wollten sich nicht ausgrenzen und unterschrieben. Er glaube, dass der Verkehr langsamer wird und das Ein- und Ausfahren besser funktioniere. Anders sah es Parteigenosse Johann Kast. Die Verengung sei "Augenwischerei". Ziel sei gewesen, die Fußgänger mit einem Zebrastreifen besserzustellen. Mit den Unterschriften habe er nichts zu tun, werde aber gegen die Verengung stimmen.

"Wenn es Probleme gibt, kann man es wieder wegmachen", zeigte Michael Klotz (CSU) Unverständnis für die Gegner des Projekts. Mit dem Provisorium wolle der Bauausschuss den Leuten entgegenkommen und schauen, ob sich die Lage verbessern lässt. Markus Werwein (CSU) meinte, er sehe die Verengung als Mittel, um an einen Zebrastreifen zu kommen. Die Maßnahme für sich gesehen bringe nichts.

"Die Verengung bietet die Chance, dass dort die Fußgängerquerungen gebündelt werden", brachte Walz ein weiteres Argument ein. Dies könnte dann ein Schritt zu einem Zebrastreifen sein.

Der Bauausschuss beschloss schließlich mit sechs gegen drei Stimmen (Johann Kast, Andreas Wöhrle/FWG, Markus Werwein), die Verengung aufbauen zu lassen.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Teva streicht weltweit 14.000 Stellen

Die Ratiopharm-Mutter Teva will weltweit 14.000 Stellen streichen. In Deutschland hat der Konzern 2900 Mitarbeiter, die meisten arbeiten in Ulm. weiter lesen