Gundelfinger Moos an die Natur zurückgeben

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  • Projektleiter Roland Wöhrle, Hydrogeologin Theresa Dittmann und Arge-Donaumoos-Mitarbeiter Thomas Henle (von links) setzen sich dafür ein, dass das Gundelfinger Moos wieder ursprünglich und artenreicher wird.  1/2
    Projektleiter Roland Wöhrle, Hydrogeologin Theresa Dittmann und Arge-Donaumoos-Mitarbeiter Thomas Henle (von links) setzen sich dafür ein, dass das Gundelfinger Moos wieder ursprünglich und artenreicher wird. Foto: 
  • 50 Liter Wasser in der Sekunde werden aus dem See abgepumpt. 2/2
    50 Liter Wasser in der Sekunde werden aus dem See abgepumpt. Foto: 
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Vier Wochen lang saugt eine Pumpe über eine Schwimminsel Wasser aus einem See auf dem Gelände des Vollmer Kieswerks zwischen Günzburg und Riedhausen, 50 Liter in der Sekunde. Über eine 430 Meter lange Rohrleitung fließt das Wasser dann in den Landgraben. Für die Arge Donaumoos, die diesen Pumpversuch zusammen mit einer Fachfirma durchführt, ist vor allem interessant, wie der See diesen Aderlass verkraftet. Fließt genug Grundwasser nach, um den Wasserspiegel stabil zu halten? Oder fällt er im Laufe des einmonatigen, rund 50.000 Euro teuren Testlaufs zusehends ab?

Der Grund für diesen Pumpversuch ist ein ambitioniertes Umweltschutzprojekt, erklärt Arge-Donaumoos-Mitarbeiter Thomas Henle: Das 225 Hektar große Naturschutzgebiet Gundelfinger Moos soll wieder vernässt werden, insgesamt umfasst das Moos zwischen Elchingen und Gundelfingen rund 4000 Hektar, auf denen Landwirtschaft betrieben wird. Unterstützt wird die Arge Donaumoos dabei von der Hydrogeologin Theresa Dittmann und Projektleiter Roland Wöhrle.

Im vorigen Jahrhundert wurde das Gundelfinger Moos trockengelegt. Um dort Torf zu stechen und Landwirtschaft zu betreiben. Nun ist geplant, der Natur einen Teil zurückzugeben. Von einer Wiedervernässung würde etwa die Artenvielfalt profitieren, sagt Henle. Großer Brachvogel, Kiebitz, Bekassine, Heuschrecken, Libellen, Schmetterlinge: Ins Moos würde wieder einiges mehr an Leben einziehen.

Aber auch der Klimaschutz ist ein wichtiger Aspekt, ergänzt Hydrogeologin Theresa Dittmann. Ein intaktes Moor sei ein großartiger Kohlendioxid-Speicher. Ein ausgetrocknetes indes genau das Gegenteil: Dann wird das klimaschädliche Gas in die Atmosphäre freigesetzt.

Der Testlauf wird zeigen, ob genügend Wasser vorhanden ist, um vom Kieswerk aus  über eine dann 500 Meter lange Leitung die Wiedervernässung des Gundelfinger Mooses in Angriff zu nehmen. Das Projekt ist insgesamt auf viele Jahre angelegt. Schon 2009/2010 gab es Arbeitskreise, in denen auch die Landwirte mit ins Boot geholt wurden. Über Flächentausch und, falls nötig, in Aussicht gestellte Ausgleichszahlungen wurde ihnen das Projekt nahegebracht, so Henle.

Finanziert wird das Vorhaben über einen Staatsvertrag: Da die baden-württembergische Landeswasserversorgung auf bayerischem Gebiet Wasser aus der Donau schöpft, fließt als Ausgleich Geld von Baden-Württemberg in die bayerische Landeskasse. Und von dort weiter zum Arge-Projekt im Gundelfinger Moos.

Stellt sich der angelaufene Pumpversuch als Erfolg heraus, werden im nächsten Schritt die wasserrechtlichen Genehmigungen eingeholt. Bis also wirklich wieder Wasser ins trockene Gundelfinger Moos fließt, wird es noch eine ganze Weile dauern.

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