Grundschule: Generalsanierung oder Teilsanierung

Der Architekt rät von einer Generalsanierung der Grundschule in Altenstadt ab, hält aber die Sanierung der Toilettenanlage und zeitgemäßen Brandschutz für notwendig. Wie es weitergeht.

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Die Altenstadter Gemeinderäte überlegen, in welcher Form die Grundschule saniert wird.  Foto: 

Nur einen Teil renovieren oder gleich alles? „Bevor wir nur kleine Stücke angehen, sollten wir alles mal in der Gesamtheit betrachten“, erklärte Altenstadts Bürgermeister Wolfgang Höß zum Thema „Sanierung der Grundschule“ in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats. Dies sei ihm wichtig, zumal eine Erneuerung der Toiletten seit Jahren im Raum stehe. Sein Fokus: Je gebündelter die Maßnahmen, desto größer die Chancen auf staatliche Zuschüsse. Rentiere sich also eine Generalüberholung des Gebäudes – unter Betrachtung aller möglichen Maßnahmen?

Von dieser Lösung riet der Sendener Architekt Martin Maslowski ab. „Die Grundschule befindet sich in einem sehr guten, unglaublich gepflegten Zustand.“ Er muss es wissen, denn er hat schon eine Anzahl Schulen saniert – im Moment ist er in Bellenberg tätig. Doch zählte er zwei Punkte auf, die zwingend notwendig seien. Einerseits die besagte Sanierung der Sanitäranlagen, andererseits die Herstellung eines zeitgemäßen Brandschutzes. Daneben fasste er unter der Rubrik „Wünschenswertes“ folgende Maßnahmen ins Auge: eine Erneuerung des Heizkessels, die Verbesserung der Heizung in der Sporthalle, den Einbau von Toiletten im Erdgeschoss sowie einen verbesserten Wärmeschutz der Fassaden.

Was den Brandschutz angeht, müsse darauf ein besonderes Augenmerk gelegt werden, betonte Maslowski. Er empfahl dabei ein anderes Herangehen und empfahl, „so wenig wie möglich in die Substanz reinzugehen“. Sein Konzept: Vom bisherigen Raum-Flur-Prinzip abkehren, „denn im Moment haben Sie nur einen einzigen Brandabschnitt“. Im Zuge der Inklusion seien die klassischen Klassenräume oft nicht mehr zweckgerecht. „Viele Lehrer wollen die Flure mitbenutzen“, so die Erfahrung des Planers. Darüber werde häufig diskutiert in den Schulen, die er saniere.

Deshalb möchte er in Altenstadt so genannte Cluster und Lernlandschaften bilden: eine bauliche Trennung in einzelne Brandbekämpfungsabschnitte, die mit einer Brandfrüherkennung ausgestattet werden sollen. Die Flure werden dabei wie ein Raum behandelt und können so mitbenutzt werden. So große Flächen wie möglich sollen dabei gebildet werden. Die Lernlandschaften sind an der notwendigen Treppe angesiedelt. Kostenpunkt für die Maßnahme: rund 333 000 Euro.

Besondere Fördertöpfe

Bei der Sanierung der beiden Toi­lettenanlagen in der Schule empfiehlt der Sendener wiederum eine Verkleinerung der Fläche. Alles in allem wären für die Kompletterneuerung rund 161 000 Euro aufzuwenden. „Sie müssten nicht ganz 500 000 Euro investieren, dann hätten Sie die wichtigsten Maßnahmen erledigt“, meinte Martin Maslowski. Zuschüsse könnten dafür beantragt werden, zumal der Freistaat im kommenden Jahr besondere Fördertöpfe auflegen würde, die unabhängig vom Inhalt seien.

Was nun die Finanzierung der wünschenswerten Verbesserungen anbelangt, geht der Experte von weiteren rund 1,45 Millionen Euro aus. Und eine Generalsanierung des Gebäudes würde seinen Schätzungen zufolge sogar mit 4,25 Millionen Euro zu Buche schlagen. „Man kann viele Dinge optimieren, aber sie müssen es nicht“, befand der Architekt.

Im Rat entbrannte eine Diskussion. Ernst Wüst erklärte: „Mir fehlt ein barrierefreier Zugang.“ Maslowski will das noch einarbeiten. Den Anbau eines Aufzugs bezifferte er auf 80 000 bis 90 000 Euro. Dem Einbau neuer und behindertengerechter Toiletten (geschätzte Kosten: rund 120 000 Euro) samt Materialraum im Erdgeschoss konnten die Anwesenden ebenfalls viel abgewinnen. Gegen die Installation einer Photovoltaikanlage auf dem Schuldach wandte sich Richard Möst: Zuerst müsste dieses saniert werden. „Sonst gibt es nur Probleme.“ Der Planer war seiner Meinung: „Es sollte in Ordnung sein.“ Von Seiten des Brandschutzes müsse alles getan werden, bevor die Paneele installiert würde.

Nun sollen die Fraktionen in die Beratungen gehen und die notwendigen Maßnahmen definieren, wie der Bürgermeister es formulierte. Die Anregungen werden dann in die Haushaltsplanungen 2018 und die Finanzplanung 2019/20 fließen. Die Verwaltung will sich bei der Regierung von Schwaben über Förderprogramme erkundigen.

Bildung Die Grundschule in Altenstadt wurde im September 1962 bezogen. Insgesamt hat sie 227 Schüler, wovon 31 die Außenstelle in Osterberg besuchen. Das Kollegium besteht in diesem Jahr aus 14 Lehrkräften sowie einigen Fach- und Förderlehrer.

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